"Feuer ist ein guter Diener, aber ein schlechter Herr."
Wer kennt das nicht, man sitzt im Lager und fühlt sich als passiver Mitraucher, weil der Lagernachbar seine indigenen Wurzeln entdeckte und wie Weiland Winnetou Rauchzeichen gibt.
Der Satz "Mehr Feuer, weniger Rauch!" wurde mit Sicherheit an einem Lagerfeuer geboren. Nun ist es ja so, dass wir auf Events das Holz vorgesägt und gespalten bekommen, in der Regel zumindest (Freienfels 2004, ich schaue in Deine Richtung, wir wollten keine Blockhütten bauen).
Normalerweise haben im Mittelalter Hobby bessere Zustände, als im Mittelalter selbst, das Holz ist meist gesägt, oft gespalten und auch abgelagert bzw trocken. Was aber, wenn man mal von wirklichen Lagern ausgeht, sei es militärisch oder auf Reisen und mal kein Gasthaus da war? Eigentlich war es recht einfach - und über Zeiten auch sehr gleich, denn ungleich der Mode verändern sich Physik und Chemie nicht über die Jahre.
Ein entscheidendes Werkzeug war lange Zeit der Feuerschläger. Mit kraftvollen Schlägen erzeugt der Stahl den Funken, der den Zunder zum Glimmen bringt. Zunder konnte sein verkohltes Leinen, Hanf oder Nesselstoff oder das Leder des Birkenporlings (steht unter Naturschutz!). Der Zunder begann nach wenigen Schlägen/ Funken zu glimmen.
In ein vorbereitetes Zundernest (Stroh, Zweige, trockenes Gras, Birkenpapier oder feine Holzspäne), packt man das glimmende Stück Stoff und entfachte es durch stetiges Pusten, bis es zu brennen beginnt und somit den Anfang des Feuers markiert - hier gilt, der Rauch wird erst schlimmer, eher er besser wird! Der Schlüssel zum Erfolg lag im trockenen Zunder für das Nest. Vogelnester sind von Haus aus wettergeschützt und bieten sich als Zunder unterwegs an. Trockenes Nadelholz und Birkenrinde ist ein idealer Starter, um darauf aufzubauen, anschließend können erst fingerdicke Stücke und dann Spaltholz aufgelegt werden.
Unterwegs ist Holz nicht immer gleich zu finden, stehendes Totholz ist besonders trocken und bevorzugt, da der "Abbau" vergleichbar leicht und der Wassergehalt sehr niedrig ist, daher wird es unterwegs für das Feuermachen ausgewählt. Fehlen größere Sägen, bleibt hier nur das Beil, bei feuchtem Holz kommen Beil und Keile zum Einsatz, denn durch Spaltung vergrößerte man zum einen die Oberfläche und zum anderen enthüllt man den trockenen Kern des Holzes. Vorbereitete Keile aus Hartholz erleichtern das Aufspalten des Feuerholzes!
Wichtig ist, jedes Material beginnt weder "einfach so" zu brennen, noch ist Feuer ein Kontaktmittel, das bei Berührung überspringt - Material beginnt zu brennen, wenn seine Temperatur den Flammpunkt erreicht. Feuchtigkeit wirkt sich negativ aus, weil sie das Material unter den Flammpunkt kühlt. Daher ist auch eine geeignete Unterlage wichtig, damit das Feuer ideal brennt. Dickere Stämme, wie eine Tischplatte aufgebaut, sind dazu ideal. Mit ein paar Zentimeter Abstand erlauben sie auch eine gute Luftzufuhr.
Feuer will atmen, je mehr man dem Holz Luft zuführt, desto besser brennt es, daher sind Abstände des Holzes beim Start und beim Nachlegen wichtig, damit das Feuer gut und raucharm abbrennt (Rauch ist ein Anzeichen für unsaubere Verbrennung).
Schwarten und Talg, reich an Fett, sind praktische Brandbeschleuniger. Legt man sie oben auf das Holz, tropfen sie nach unten und verbrennen mit großer Hitze, was hilft den Flammpunkt zu erreichen. Auf modernen Lagern kann man hierfür auch Kerzenreste verwenden. Heute übliche Dinge, wie der Kreis aus Steinen waren wohl eher unüblich, da nasse Steine die Gefahr des Berstens bargen, ein Stein konnte hier wie eine Splitterhandgranate wirken. Das ist eher moderne Lagerfeuerromantik.