Nicht erst seit aus verschiedenen Gründen vorkommenden Stromausfällen wird uns ein gewisses Maß an Vorratshaltung nahe gelegt. Dazu gib das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophen einen Ratgeber heraus, was jeder zu Hause haben sollte um zehn Tage zu überstehen. Was früher noch bis in die generation meiner Eltern vollkommen üblich war, geriet über die Zeit fast völlig in Vergessenheit und wird heute in einer Nische wieder neu entdeckt.
Einige Menschen in meinem Umfeld wissen um meine Vorliebe für gutes Essen. Frisch gekocht, gute Zutaten, echte, teilweise selbst angebaute Kräuter und Gewürze, kompletter Verzicht auf Industriekram. Das entwickelt sich über die Jahre. Es begann mit meinem Faible für alles was sich auf oder in Grill, Smoker, offenem Feuer in Topf und Pfanne oder einfach nur "blank" zubereiten lässt. Sehr viel später kam noch das Mittelalterhobby dazu. Darin beschäftige ich mich nach einigen Umwegen über andere Aspekte mitlerweile mit dem Thema "Essen". Das entgegen der in der "normalen Welt" verbreiteten Klischees reichhaltig, nahrhaft und abwechslungsreich war.
Ein Teilaspekt beider Hobbies beschäftigt sich mit dem Komplex "Nahrungsmittel über längere Zeit haltbar machen". Heute ziemlich einfach. Vakumieren, einfrieren, fertig. Oder in Glas bzw. Dose füllen und pasteurisieren.
Doch was tun, wenn es genau diese Hilfsmittel nicht gibt?
Heute ist es vergleichsweise einfach, lange haltbare Lebensmittel pasteurisiert o. eingekocht in Dosen, Glas, Vakuumverpackung oder tiefgefroren zu kaufen. Doch wie funktionierte es bevor das Zusammenspiel zwischen Erhitzen und unter Luftabschluss Verpacken entdeckt wurde, die technischen Möglichkeiten noch nicht vorhanden waren?
Mittlerweile wissen wir warum Lebensmittel verderben. Bakterien, Pilze und Enzyme setzen Zersetzungsprozesse in Gang. Diese benötigen eine bestimmte Umgebung zum Wachsen. Also gilt es Bakterien und Pilzen die nötige Umgebung so zu verändern, dass sie sich nicht ausbreiten können. Das wird neben modernere Methoden durch Salzen, Säuern, Kochen, Süßen, Trocknen, Räuchern, unter Luftabschluss bringen erreicht. Heute ebenso wie früher.
Für eine der letzten Veranstaltungen im vergangenen Jahr hatte ich ein Display mit verschiedenen Methoden der Haltbarmachung zusammen gestellt. Durch die Verwendung von Glasgefäßen an Stelle von Holz und Keramik war der Wiedererkennungswert recht hoch. "Daran kann ich mich noch erinnern" angesichts des Sauerkrautes, des geräucherten Schinkens, des Trockenfischs oder des gedörrten Obstes hörten wir öfters. Die getrockneten Hülsenfrüchte, das Getreide erkannte jeder sofort. Ich frage Besucher gern ob sie wissen was sie sehen und wie es hergestellt wurde.
Welche der Methoden wendet ihr für euch im modernen Leben an? Welche kennt ihr, was davon nutzt ihr selbst? Stellt ihr eure Lebensmittelvorräte in Teilen selbst her oder kauft ihr lieber fertig im Handel? Wie sieht es im Hobby aus? Ist die Vorratshaltung, neben dem historischen Kochen, ein Thema das ihr Besuchern zeigen könnt?