• Der Herd gehört in die Küche und die Küche in ein Haus. Im Hobby ist es nicht immer möglich ist in einem Haus zu kochen. Der Transportherd ist ein im Hobby der Kompromiss, um ortsunabhängig zu sein. Meiner orienteirt sich an Funden, Abbildungen und Beschreibungen

    Funde:

    Gemäß einer Auskunft (Danke dafür) von Stefan Wolters M.A., Wissenschaftlicher Leiter, Geschichtspark Bärnau - Tachov wurde bei Grabungen des Landesamtes für Denkmalpflege Bayern folgende (leider nicht publizierten) Befunde ergraben:

    - Feuerstelle im Holzbohlenrahmen aus Braunschweig, Turnierstrasse, Datierung: 2. Hälfte 12. Jh.

    - "aufgesockelte" Herdstelle aus Ingoldstadt, Marktplatz, Sparkassenneubau, Datierung: Mitte 13. Jh.

    - eine umbaute Herdstelle in Bamberg, Domgrund, Datierung: 1. Hälfte 14. Jh.

    Bildquellen:

    Abbildungen von Herdstellen mit Holzaufbau sind mir bisher nur aus dem 15. Jahrhundert bekannt. Zwei Exemplare sind der Schottenaltar Wien, 1470 und in der Filialkirche St. Georg, Kärnten, 1460 (Bilder findet man bei Institut für Realienkunde)

    Schriftquellen:

    Im Baumeisterbuch von Endres Tucher wird beim Kaiserbesuch 1471 beschrieben, dass zur Versorgung der Gästezahl im Burghof eine Notküche mit Herd eingerichtet werden soll:

    (...) im vorhoff auf der hoch zwischen der eusseren kuchen und dem langen haus neben dem gang pei 20 schuhen in ein vierung, dorthin ein hert mitten gestellt von 4 spunden und denn außgeschutt mit erden (...)

    Rekonstruktion:

    Der rekonstruierte Herd ist komplett zerleg- und im PKW transportierbar. Er hat eine Grundfläche von 90 * 90 cm. Der Holzaufbau besteht aus klappbaren Seitenteilen. Die Kochfläche ist mit Schamottsteinen ausgelegt, welche auf einer Lage Metallprofilen gelagert sind.
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  • Leider habe ich wenige Bilder vom Herd, sondern immer nur Bilder von dem was drauf steht oder drauf entstanden ist. Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass ich von mit wenig Bilder habe, weil ich imme am machen bin ....

    Herdkonstruktionen gibt es ganz unterschiedliche.
    Meiner hat 2 klappbare Seitenteile, die innenander gesteckt werden.
    Obenauf die Profile und darauf die Steine. Oftmals haben wir den Herd auch noch oben abgestrichen.

    Aber ich habe auch schon komplette Kiste gesehen und auch Herde die als Einzelteile auf die Veranstaltung kamen und dann vor Ort zusammengebaut waren. Ähnlich unterschiedlich ist auch die Füllung von Erde über Sand und Steine bis zu festen Lehmplatten gibt es da auch alles.

    Der mobile Herd ist fast immer eine Krücke, die den äußeren Rahmenbedingungen einer Veranstaltung geschuldet ist. Anders ist das natürlich, wenn man in einem Haus kochen kann - in dem ein Herd ist, dann stellt sich aber die Frage nicht. Gemeinsam mit einem Arbeitstische und ggfs. einem Hacktisch ist alles vorhanden was es braucht - mehr hatte die mittelalterliche Küche nicht als Hardware. Geschirr und Gerätschaften wurden in Truhen, Lebensmittel in der Kammer aufbewahrt. Zum Arbeiten wurden das, was benötigt ist geholt und dann wieder weggepackt. Denn auch wenn richtig gefeuert wird, hat es in "Schwarzküchen" immer Ruß und der setzt sich auf alles, was rumsteht.
    Eine "mittelalterlichen" Küchenzeilen aus Herd, Arbeitsfläche und Spüle, mit Hängeschrank und Regal gab es nicht.

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