Rheingauer Hühner

  • Aus dem Buch von guter Speise

    "Man soll ein Huhn braten, und röste eine Weißbrotschnitte, von der rundherum die Rinde abgeschnitten ist, und brate sie goldbraun und schneide sie in Würfel wie zu einer Brotsuppe.

    Zerlege das Huhn in kleine Stücke und brate sechs Birnen. Mach eine Sauce aus Wein und Honig, reib dann Gewürze hinein, Pfeffer und Anis, und mach einen Pfannkuchen aus fünf Eiern. Schlag die in die Pfanne und fülle dann jenes darauf und schlage den Pfannkuchen dann zusammen und decke eine Schüssel darauf und kehre dann die Pfanne um. Schneide den Pfannkuchen oben ein und gieße die Sauce da hinein, aber begieß den Pfannkuchen nicht. Dieses Gericht heißt Hühner aus dem Rheingau".

    Umsetzung von Trude Ehlert, Kochbuch des Mittelalters

    Für 4 Personen:

    1 kleine Poularde oder 4 Brustfilets anbraten, mit etwas Hühnerbrühe ablöschen und auf schwacher Hitze garen. Dann in Stücke schneiden.
    Von 2 Scheiben Toastbrot die Rinde abschneiden, toasten und würfeln.

    2 Birnen schälen, in Spalten schneiden, mit Zucker und Zimt bestreut in Schmalz oder Butter braten, sie sollen nicht zerfallen.

    200 ml Weißwein mit 5 Eßlöffel Honig erhitzen, mit schwarzem Pfeffer und etwas Anis würzen.

    Aus 100g Mehl, 1/4l Milch, 2 Eiern und einer Prise Salz vier dünne, möglichst große Pfannkuchen backen.

    Auf jeden Pfannkuchen Birnenspalten, Croutons und Hühnchenfleisch schichten, dabei jede Schicht mit Salz, Pfeffer, Ingwerpulver und etwas Zucker würzen.

    Dann die Pfannkuchen zu Päckchen falten und auf einen tiefen Teller stürzen. Oben kreuzweise einschneiden und die Sauce hineingießen.

    Anmerkungen:

    Ich mag keinen Anis und habe ihn durch Kardamom ersetzt, mir hat das sehr gut geschmeckt.

    Ich habe die einzelnen Lagen nicht gewürzt, weil mir die Sauce sehr "pfeffrig" geraten war, und habe etwas weniger Sauce gemacht, weil mir die Menge zu viel vorkam.

    Beides war im Nachhinein keine gute Idee, weil die Croutons viel vom Gewürz aufgesaugt haben und durch die zu gerine Flüssigkeitsmenge auch nicht ganz vollgesogen waren.

    Also war es eine etwas zu trockene Angelegenheit.

    Wo die Croutons durchgezogen waren, war es köstlich - süß, scharf, fruchtig. Wird es wieder geben.
    Dazu gab es "Erbsen auf höfische Art" aus der Küchenmeisterei (das Ausformen in Würmchen hab ich mir gespart) und Zwiebelmus nach Peter Lutz.
    Eigenes Foto, man verzeihe mir den modernen Teller!

  • Nachtrag: ich sehe gerade, dass ich oben was vergessen habe.

    Das Fleisch wird vor dem Garen mit Salz und Pfeffer gewürzt und mit Speckscheiben umwickelt.

    Ich habe den Speck weggelassen, weil er nach dem Schmoren nicht mehr knusprig gewesen wäre, das ist nicht so meins.

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