Meine Darstellung eines Germanen um 70 n. Chr.

  • Gerne würde ich hier von Zeit zu Zeit den Fortschritt meiner germanischen Darstellung dokumentieren. Über Anregungen und Kritik würde ich mich natürlich sehr freuen.

    Meine Darstellung soll einen sogenannten Oberrheinsueben um 70 nach Christus darstellen. Zu dieser Zeit wurde das unmittelbar rechtsrheinische Gebiet Germaniens in das römische Reich einverleibt und innerhalb weniger Jahrzente wurde die dort ansässige Bevölkerung romanisiert.

    Die Oberrheinsweben sind ein Oberbegriff für germanische Gruppen aus dem elbgermanischen Bereich, welche gezielt ab den vermutlich 30er Jahren des ersten Jahrhunderts unmittelbar auf der rechten Rheinseite gegenüber von römischen Kastellen und Truppenstandpunkten angesiedelt wurden. Das Gebiet, von der Südpfalz hoch bis ins mainische Gebiet war um die Jahrhundertwende siedlungsleer gewesen und wird auch als „Helvetiereinöde“ bezeichet. Dies nimmt Bezug auf die Abwanderung keltischer Bevölkerungsteile in der Zeit um die gallischen Kriege Caesars, wohl auch durch den Druck aufsiedelnder Germanengruppen. Die Römer nutzten das Gebiet als Weidefläche für ihr Vieh und wollten wohl dieses, sowie die Rheinübergänge sichern, die Aufsiedlung durch die Römer, stand aber sicherlich auch mit den Truppenbewegungen nach Brittanien etc. und dem damit verbundenen „Personalmangel“ in Verbindung.

    Die Bezeichnung als „Sweben“ lässt sich epigraphisch gut nachweisen, besispielsweise durch die „Neckarsweben“ deren Hauptstadt Ladenburg als Civitas Ulpia Sueborum Nicrensium bezeichnet wurde, oder durch Militärdiplome und Grabsteine. Überhaupt findet sich eine Affinität der Oberrheinsueben zum militärischen Dienst für die Römer, was sich auch direkt in den zahlreichen Gräberfeldern widerspiegelt. Ebenso finden sich römische Luxusgüter, besonders Toreutik Erzeugnisse, Keramik, aber auch römische Waffen in vergleichbar hoher Menge in den Gräbern. Was auf eine Art Föderatentum mit militärischen Aufgaben hinweist.

    Eine genaue regionale Herkunft der Militärsiedler lässt sich nur grob ins elbgermanische Gebiet, beonders Böhmen und die Slowakei legen. Vermutlich hatte es sich um Einzelpersonen, oder Familienverbände gehandelt, welche sich im Siedlungsgebiet als eine Art Interessensgemeinschaft gefunden haben. Es wird auch davon ausgegangen, dass es sich um politische Flüchtlinge aus dem Reich des Marobodus gehandelt hatte. Der Abzug ist jedenfalls archäologisch im obig genannten Gebiet gut greifbar und durch eine fundarmut die im krassen Gegensatz zu den vorhergegangen Jahrzenten steht, greifbar.

    Die Siedler müssen wohl integriert gewesen sein, da sie bis in die frühen Jahrzehnte des 2. Jahrhunderts komplett romanisiert waren und auch ihre Siedlungen gegenüber der Vici und Villen, meist noch in Holzbauweise, aufgegeben haben. Dies lässt sich sehr gut für Ladenburg nachweisen.

    Dennoch blieb eine eigene Identität als „Suebi“ noch lange erhalten, was sich in diversen Inschriften widerspiegelt.

    Interessant ist auch, dass wohl einige Modeerscheinungen, wie die Zier von Messerklingen mit liegenden S-Haken, sowie die Herstellung von Lanzenspitzen mit ineinader versetztem Querschnítt ihren Ursprung im oberrheinsuebischen Gebiet haben.

    In weiteren Posts werde ich den aktuellen Stand meiner Darstellung an sich präsentieren und auf die Einzelheiten eingehen.

    Edit: Grammatik

  • This threads contains 45 more posts that have been hidden for guests, please register yourself or log-in to continue reading.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!