Hendrik1975Fundort ist Gimbsheim. Ich schicke dir ein Bild und die Fundbeschreibung per PN.
Die Funktion des Tuffsteins ist reine Spekulation, da Siedlungsfund ohne Beifunde.
Hendrik1975Fundort ist Gimbsheim. Ich schicke dir ein Bild und die Fundbeschreibung per PN.
Die Funktion des Tuffsteins ist reine Spekulation, da Siedlungsfund ohne Beifunde.
Eine Feile ist zumindest Teil eines Sets aus Worms. Es handelt sich um ein Hygienebesteck mit zwei Nagelschneidern welches Teil einer emaillierten Fibel darstellt.
Kann es sein, das dieses Set im Stadtmuseum von Worms ausgestellt ist?
Ja, es ist/war im Andreasstift ausgestellt.
Ein gelochter Tuffstein, welcher als Hygienegerät interpretiert wird wurde als neckarsuebischer Siedlungsfund in Mannheim gefunden.
Eine Feile ist zumindest Teil eines Sets aus Worms. Es handelt sich um ein Hygienebesteck mit zwei Nagelschneidern welches Teil einer emaillierten Fibel darstellt.
Ich kann das nach der Arbeit mal nachschlagen.
Schneidewind Aus Frankreich gibt es einen nierenförmigem Taschendeckel aus Holz mit Lederresten. Dass es sich um einen Bezug handelt, kann anhand einer eingedrückten Randlinie im Leder nachgewiesen werden, welche auch in das Holz des Deckels geschnitten worden war.
Der Fund ist mir nicht mehr bekannt und mit dem Absturz meines alten Computers verloren gegangen. Ich erinnere mich aber noch, dass ein Foto und eine Beschreibung vor vielen Jahren auf der Facebookseite der Wulfheodenas gepostet worden war.
Grabstein von Selzen
Ist da nicht eher eine Toga abgebildet?
Wenn ich das Volumen des Mantels und die gleichartige Darstellung an der linken Frau in Betracht ziehe, sehe ich da keine Toga. Hier gibt es noch mehr Details:
https://lupa.at/16486?query=637701359 (Link zu Lupa.at).
Auf der Trajanssäule werden arbeitende Personen im Mantel dargestellt. Dort ist der Mantel lose um den Körper gegürtet: https://www.trajans-column.org/wp-content/fla…vi_7210-web.jpg (Link zu trajans-column.org). Auch ein Kämpfer trägt dort seinen Mantel auf eine ähnliche Weise: https://www.trajans-column.org/wp-content/fla…mg_6986-web.jpg (Link zu trajans-column.org).
Der kelto-römische Grabstein von Selzen zeigt eine Trageweise mit der es sich eigentlich gut arbeiten lassen müsste, da die Arme frei sind.
Diese Gedankengänge kenne ich sehr gut.
Gefühlt lächelt mich beinahe wöchentlich eine neue Zeit und Darstellung an. Meistens ist es ein schönes Objekt aus einem Grabungsbericht, dass dann gedanklich dazu einlädt eine Darstellung darum zu bauen. Ein Haus zur schönen Türklinke bauen also. Wenn ich blöd bin, kaufe ich mir dann ein vergleichbares Ding, fertige es an, oder gebe es in Auftrag. Manchmal sehe ich auch etwas auf Kleinanzeigen von einem guten Handwerker aus "meinen" Zeiten, da muss man dann schon zuschlagen, auch wenn es nicht in eine bestehende Darstellung passt. Dies alles bringt dann ein Verpflichtungsgefühl Richtung einer Darstellung mit sich.
Meistens verwerfe ich die Gedanken dann aber recht schnell, denn es gibt Aspekte, insbesondere die Schuhe, welche Geld und Aufwand abverlangen, die meine Tagträumerei dann auf den Boden der Realität zurückholen. Meine Kleidung könnte ich in meinen Interessenszeiten sogar relativ gut darstellungsübergreifend einsetzen, aber trotzdem.
Ich habe bisher noch keine handfeste living history Erfahrungen sammeln können. Grund hierfür ist auch, dass ich vorher erst "fertig" sein will mit einem Projekt. Da dieses "Fertig" gefühlt niemals aufhört und immer wildere Repliken verlangt, habe ich mir für mein Display des ersten Jahrhunderts klare Grenzen in Zeitraum und Umfang gesetzt (zwei Personen mit relativ realistischem Hausstand, Objekte +/- 20 Jahre um den angestrebten Darstellungspunkt rum). Das ganze ist stark von dem Willen von Handwerkern abhängig, aber nun, nach circa sechs Jahren fühle ich mich fast "fertig".
Dieses Gefühl hat mir Raum geschaffen mich tatsächlich dann mit anderen Zeiten zu befassen. Diese habe ich aber, wie du es mit einer Roadmap beschrieben hast, klar eingeschränkt (Auch das fällt schwer: hmmm im Grab war ein Topf.....eigentlich muss ich den doch auch zeigen.....mhh ....nur ein Topf allein ist aber gar nicht repräsentativ für das Keramikspektrum im Gräberfeld...etc.). Auch alten Tagträumen lasse ich mittlerweile Raum sich langsam zu entfalten. Zum Glück nehmen sie nicht so viel Platz weg, denn es sind eher "Lebensbilder" die ich als Nebenprojekte anstrebe. So habe ich zur Zeit abgesehen von dem oberrheinsuebischen Display folgendes "im Aufbau":
Glockenbechermann des Endneolithikums anhand von Funden aus Rheinhessen und der Kurpfalz (Ist gerade mein Lieblingsprojekt, geht auch ordentlich voran).
Fränkischer Knecht nach Grab 120 von Westhofen (Ist in Arbeit und relativ weit fortgeschritten).
Angehöriger des großen heidnischen Heeres anahnd von Funden aus Derbyshire (ruht, da zur Zeit weniger Bock drauf,).
Generischer Krieger mit Stabdolch Bronzezeit A2/Stufe Meckesheim, Basierend auf einem Graub aus Bobenheim-Roxheim (Wahrscheinlich eher Tagtraum, hier ist die Kleidung darstellungstechnisch ein echtes Problem, da frühe Wollestoffe).
Wann und ob es fertig wird ist mir egal. Früher hatte ich das Gefühl gehabt, das woran ich nicht aktiv arbeite loswerden zu müssen. Mittlerweile habe ich aber weniger Probleme damit etwas zu lagern, oder, soweit möglich, einer Funktion im Alltag zuzuführen.
Hat jemand die Kontaktdaten/Mailadresse von J.S. Blacksmithing? Ich bin nicht mehr auf Facebook und Instagram und kann ihn so nicht anschreiben.
Wirklich schön geworden und fundbasiert. Ich freue mich schon zu lesen, wie es weitergeht.
Besonders gut gefallen mir der Verschluss des Mantels und die Kreuzfibel.
Frag mal bei WestHistorika auf Etsy an. Die waren sogar mal so nett und haben mir mehrere Stücke Krapp und Grünspan gefärbtes Leder geschenkt, nachdem ich gefragt habe, ob sie mir ein Stück verkaufen.
Ich hatte mir den Sachverhalt mit den einfachen Schnallen ohne Riemenzunge immer mit einem Trachtwandel in der späten Merowingerzeit hin zu einer weniger körperbetonten Bekleidung des Oberkörpers erklärt. Die Abbildungen karolingerzeitlicher Tuniken, wenn auch spätantik beeinflusst und/oder kopiert, zeigen alle eine Bauschung unter der ein Gürtel verschwindet. Ausnahme sind Riemenzungen im klerikalen Bereich. Das würde auch erklären, warum bei den Karolingern die wirklich aufwendig gearbeiteten Stücke eher zu, am Körper exponierter getragenen Objektgattungen wie Sporen, Wadenriemengarnituren, oder Schwertgurten zugeordnet werden.
Im Norden war das im frühen 9. Jhdt, wohl anders, wenn man sich die Schnitzereien von Oseberg anschaut, zeigen diese alle klar den Gürtel.
Eine sehr schöne Darstellung!
Eine Frage hätte ich bezüglich des getragenen Dolches/Kurzschwerts. Dieser sieht für mich wie ein typisch kaukasischer Kindjal/Khanjali/Qama aus und wird ja heute stark, wie andere kaukasische Elemente wie die Chokha/Cherkeska und Shashka stark mit den Kosaken assoziiert. Wurden diese bereits vor der Eroberung des Kaukasus durch das Russische Kaiserreich getragen?
Ich kenne mich bei den neuzeitlichen Kosaken null aus, interessiere mich aber für die Kaukasusregionen. Die Gesamtpräsentation fühlt sich sehr stimmig an, daher meine Frage zu dem Detail und den frühen Beziehungen der Kosaken in diese Region.
Bei mir geht es mittlerweile weiter. Anbei zwei Bilder mit neu hinzugekommenen Objekten. Zu diesen werde ich bei Zeiten noch etwas genaueres schreiben.
Hinzugekommen sind Keramik nach Bürstadt, Biblis und Ladenburg von Fiona Moro, leider ist im Versand einiges zerdeppert
. Eine Schale konnte ich mit Birkenpech kleben. Nachschub ist aber bestellt und hoffentlich zum Anfang des nächsten Jahres bei mir.
Selber konnte ich ein Webgewicht und Spinnwirtel nach Ladenburg herstellen, müsste diese aber noch irgendwo reduzierend brennen.
Das Webschwert ist an einen Fund von der Wurt Feddersen Wierde angelehnt und wird gerade noch dünner gemacht
.
Im zweiten Bild sind ein Tüllenbeil nach Ladenburg und eine Schere nach Bürstadt von Trommer Archaeotechnik zu sehen.
Die Nägel habe ich teilweise selbst gemacht, stammen von Pera Peris, oder von Pipe Blacksmith auf Etsy. Angelehnt sind diese an Funde aus Bürstadt.
Die Knochennadel stammt von Bikkel en Been und wurde von mir so bearbeitet, dass sie typologisch einem Fund aus Ladenburg entspricht.
Aus Ilvesheim stammt der Armring, welchen mir Didier Beauland angefertigt hat.
Die Fibeln nach Ladenburg wurden erneut, diesmal mit korrekter Zahl der Schleifen von Altmarkbronze hergestellt.
Das Kampfmesser nach Bürstadt habe ich selbst hergestellt, die Scheidenbeschläge orientieren sich an einem Fund aus Edingen.
Den Spatel aus Bürstadt habe ich auch selbst hergestellt.
Den Schleifstein aus Sandstein habe ich am Rhein gefunden und entspricht mehr oder minder Siedlungsfunden aus Ladenburg und Mannheim.
Eine lange Hose konnte ich mittlerweile auch anfertigen. Hierfür habe ich den Schnitt von Marx-Etzel gewählt. Trägt sich gut, lediglich die Materialdopplung auf der Innenseite ist nervig, aber das hat man ja eigentlich bei allen "germanischen" Kleidungsfunden mit Ärmeln/Hosenbeinen.
Bilder von mir angefertigt.
Vielen Dank für alle eure Antworten ![]()
Ich denke ich werde es etwas dünner als beim Originalfund machen.
Ich kenne eher rezente, ethnografisch dokumentierte Webschwerter und die sind alle weitaus dünner als 1,5 cm.
Die Spitze ist nicht mehr erhalten, das Blatt ist eher linsenförmig als flach gearbeitet.
@ Silvia: Danke für deine Antwort. Meine Frage ist vor allem, ob ein Webschwert mit dieser Dicke überhaupt zwischen die Fäden passt.
Hallo an alle,
ich fertige gerade für mein Display ein Webschwert aus Holz an und bin mir unsicher was die Dicke angeht. Ich kenne ein eisenzeitliches Original an dem ich mich orientiere und das wirkt sehr dick, bestimmt 1,5 cm. Meine Frage ist daher, bis zu welcher Dicke ein Webschwert noch funktional verwendbar ist.
Silvia Bei den Kelten war Hundefleisch fester Teil der Küche. Das bricht dann sehr abrupt mit der Machtübernahme der Römer ab und lässt sich archäologisch gut nachweisen.
Bezüglich der Felle fällt mir das eisenzeitliche Gräberfeld von Lonne Hede ein. Hier liegen die Toten auf Fellen. Da in Alltagskleidung bestattet wurde, lässt sich ein profaner Gebrauch der Felle zu Lebzeiten, beispielsweise im Bettbereich, vermuten.
Auch Bärenfelle lassen sich ab und zu in germanischen Urnengräbern nachweisen. Ein alltäglicher Gebrauch, auch als Statussymbol, wird vermutet.