Die Darstellung und Gewandung der Merowingerzeit

  • Ich hoffe es passt aber das Thema ist enorm wichtig für mich und ich finde den Ort besser angesiedelt als im Vorstellungsthread.

    Ich habe mich für einen Franken aus dem 06. - 07. Jahrhundert entschieden der in besserem aber nicht in adligen Standes ist. Der Grund hierfür ist dass nur die wenigsten elitär gewesen sind und das Bild doch recht einseitig ist bezüglich bling bling mit Waffen Vollbehang. Über die einfachen Stände ist allerdings zu wenig bekannt oder belegbar um das authentisch darzustellen.

    Habt ihr hierzu schon eine umfassende Diskussion geführt?

  • Nein noch nicht. Derzeit war ich wohl der einzige der Merowinger macht hier. :winking_face: Für Kleidung habe ich mir schon einiges zusammen gesucht, habe Nachweise in Realien bisher nur für Frauenkleidung gefunden.

    Männer ist eher schwieg. Wenn du oder Skelmir etwas habt wäre sicher nicht nur ich dankbar für :thumbup:

  • Habt ihr hierzu schon eine umfassende Diskussion geführt?

    Da das Forum noch recht jung ist, nein haben wir noch nicht.

    Ich hole meine Aussage aus Deiner Vorstellung auch noch mal hier hin:

    Haben wir überhaupt genügend aussagekräftige Fragmente die irgendwas ganz Klares an Kleidungsformen zur Merowinger Zeit aussagen ? So weit ich* weiß nicht. Allein Trachtbestandteile lassen Vermutungen über Kleiderlängen und Formen zu. Da schließe ich Geren nicht aus, behaupte aber auch nicht es hätte sie dort gegeben.

    Damit sind wir mitten im Thema.

    Was wissen wir über die Kleidung der Merowinger und Franken ?

    So weit ich weiß gibt es Buchmalereien, die zumindest Formen der Kleidung zeigen. Es gibt Grabfunde mit Trachtbestandteilen, also Fibeln, Gürtelschnallen und Grabbeigaben Vermutungen zulassen was für eine Person bestattet wurde.

    Mit etwas Glück gibt es auf den Metallteilen Gewebeanhaftungen oder Abdrücke die uns etwas über die Bindung und Textur der Kleidung sagen. So z.B. in den alamannischen Adelsgräbern von Niederstotzingen, wo recht hübsche ausgefallene Stoffarten belegt sind.

    Rosettenköper

    Rippen-Rauten-Köper

    Literatur:

    Alamannische Adelsgräber von Niederstotzingen

    Peter Paulsen 1967

    Band 2

    Kapitel : die Textilfunde von H-J Hundt

    Wenn es so regional sein soll wie Du es gerne hättest, musst Du schauen ob es bei Dir in der Region Gewebehinweise gibt. Die sind selten Fragmentarisch erhalten, manchmal findet man Anhaftungen an Metall oder als Abdruck auf Keramik, meist an der Unterseite von Gefäßen die vor dem Brand aus Textil abgestellt oder eingeschlagen wurden zum trocknen.

    *ich arbeite als Handweberin/Archäotechnikerin. Ich beschäftige mich mit den erhaltenen Fragmenten, gehe also für meine Arbeit vom Fund aus. Dabei habe ich eine grobe Übersicht die weit davon entfernt ist vollständig zu sein, aber doch über dem Durchschnitt des Wissens eines interessierten Laien liegt.

    Silvia - ohne Ypsilon :winking_face:

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