Taschenfüller/ Pocket Litter durch die Jahrhunderte

  • Moin, ich hatte am Wochenende mit einem Darsteller, dessen Zweitzeit die Napoleonik ist, ein interessantes Gespräch, über Taschenfüller/ Alltagskram, ohne zwingenden Nutzen. Sprich, "was man halt so dabei hat" - weil der Alter Ego auch hatte.

    Bei mir war das ein Bierdosen Öffner und ein Deutsch-Englisch Wörterbuch. Völlig Sinnbefreit, da ich kein Bier trinken, es keine Getränkedosen ohne Lasche mehr gibt - and I obviously need no help, translating English to German. Bei ihm war es ein Rosenkranz (er war Protestant) und eine Art Marschbefehl. Bei meiner Wikidarstellung hatte ich wenig solcher Taschenfüller, auch weil ich fast keine Taschen hatte. Was z.b. nur der Vollständigkeit halber dabei war, war ein Silberarmreif in der Gürteltasche, als Hacksilber. Und ein Flusskiesel als Schleifstein, aber ich habe es nie übers Herz gebracht damit zu schleifen und immer den modernen Stein genutzt.

    Viele Darsteller, habe ich den Eindruck gehabt, haben Feuerstahl und Zünder nur zum haben, aber nutzen dann doch Streichhölzer. Das fiel fiel mir auch auf, als ein Händler die Stähle mit den falschen Steinen oder Demozünder, der nicht funktionieren kann, verkaufte. Wurden die Kunden es nutzen, waren da ja Beschwerden...

    Münzen sind auch klassisches Beiwerk, wir bezahlen auf dem Event mit modernen "Goldrandthalern" oder sogar Karte.

    Mich würde interessieren, gerade bei den Darstellungen wo ich keine Ahnung habe, was sind klassische must-haves, in eurem Zeiten, die ihr aber, aus verschiedenen Gründen, gar nicht nutzt. Also gerade, aus meiner Sicht, Hoch und Spätmittelalter, Ordensdarstellung, Bürgerliche, Kaufleute, etc.

    Das LARP evtl raus lassen, dass "Bigbys Taktische Atombombe", "Elminsters nimmervoller Spezialitätensack" und "SamnGamdschies Knüppel unsäglicher Schmerzen" keine realen Nutzen haben, ist klar.

    Reenactmentwebseite (multiperiod): https://www.jordheim.info/
    Outdoor & Waldhandwerk (pausiert): https://huginfell.de/
    𝒩𝓊𝓇 𝓋ℯ𝓇𝒶𝓃𝓉𝓌ℴ𝓇𝓉𝓁𝒾𝒸𝒽, 𝒻𝓊̈𝓇 𝒹𝒶𝓈 𝓌𝒶𝓈 𝒾𝒸𝒽 𝓈𝒶ℊℯ, 𝓃𝒾𝒸𝒽𝓉 𝓌𝒶𝓈 𝒟𝓊 𝓋ℯ𝓇𝓈𝓉ℯ𝒽𝓈𝓉!

  • Schwer zu sagen. Im Jahr 1300 hatte Frau ja nur einen Almosenbeutel (fuer den modernen Kram) und einen Geldbeutel dabei. Dazu kommt dann noch die Pilger Tasche und ein Korb für Einkaufe wenn ich als Besucher unterwegs bin. Wenn ich am Stand arbeite kann ich alles bis auf den Geldbeutel weg lassen oder voruebergehend versorgen wenn ich es nicht brauche.

    Tut mir leid, dass ich das LARP trotzdem mit rein nehmen, aber hier ist meine Darstellung wo ich sinnfrei Zeugs dabei habe. Dass Magier allerlei Flaeschchen mit mehr oder weniger seltsamen Inhalt herum tragen ist klar. Ich habe allerdings drei kleine bei denen der Korken abgebrochen ist und damit nicht mehr entfernt werden kann. Eigentlich voellig sinnlos, aber daheim herum liegen lassen ist auch doof.

    Was ich bei beiden Darstellungen habe ist ein Schlluessel.
    Die Stadtfrau aus dem Jahr 1300 traegt mittlerweile keinen Schlüsselbund mehr bei sich. Einfach weil es mich genervt hat weil alle wissen wollten zu was denn die Schlüssel gehoeren. Ich habe sie von einer Bekannten bekommen die gemeint hat, dass das doch gut passt.
    Die Magierin trägt den Schluessel von ihrem Elternhaus bei sich. Macht Sinn weil sie ja irgendwo her kommt. Wer die Geschichte der Magierin kennen lernt realisiert, dass der Schlüssel völlig sinnlos ist weil das Elternhaus zerstört wurde. Ausserdem brauchen Magier auf Wanderschaft doch sowieso keine Schluessel.

    Ob ein Schlüssel jetzt sinnfrei ist bei meinen Darstellungen ist wohl Ansichtssache. Die Stadtfrau lässt ihn daheim weil es schlicht nicht noetig ist. Für die Magierin ist er eine Erinnerung, aber das ist auch schon alles.

    Seltsame Wortwahl und ungewöhnliche Schreibfehler: Danke Autokorrektur-KI, aber du bist dumm!

    Der Schweizer Mittelalterkalender: http://www.mirimor.ch (Quelle=Link) und der Schweizer Larpkalender: http://www.larpkaldender.ch (Quelle=Link)

  • Interessantes Thema - für "meine" Ministerialengattin des späten 13. Jhdt. ist da in meinem kleinen Almosenbeutelchen nicht ganz viel Platz. Darin ist im Moment nur eine Paternosterschnur (da es im 13. Jhdt. noch nicht üblich war selbige offen an den Gürtel zu hängen oder an der Kleidung festzustecken). Was zusätzlich noch drin sein sollte wären ein paar kleine Münzrepliken mit passender Datierung, nach denen ich noch auf der Suche bin. Alles was frau sonst noch so brauchen könnte habe ich nicht bei mir - dafür hatte die Dame jemanden, der es ihr hinterherträgt...

    It´s not worth doing something unless someone, somewhere, would much rather you weren´t doing it. (Terry Pratchett)

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