Heute ist Sonntag und somit Hobbytag. Nur geht es heute nicht in die Werkstatt, sondern in die Küche.
Für das Abendessen bereitete ich einen "Heidnischen Kuchen" aus dem um 1350 herum entstandenen "Bouch von gouter Spise" (BvgSp, Rezept 5a) vor.
ZitatHeidenische kuchen.
Diz heizzent heidenische kuchen. Man sol nemen einen teyc. und
sol (den) dünne breiten, und nim ein gesoten fleisch, und spec ge-
hacket, und epfele. und pfeffer. und eyer dar in. und backe daz.
und gibes hin und versirtez niht.
Optisch sieht der "Heidnische Kuchen" wie ein Apfelstrudel aus und das Grundprinzip ist ziemlich ähnlich.
Der Teig besteht aus einem Pfund Mehl, einem halben Pfund Schmalz, einem Ei und einer guten Prise Salz. Die Zutaten werden zu einem glatten festen Teig verarbeitet und zum Ruhen kühl gelegt.
Für die Füllung verarbeitete ich ein gutes halbes Pfund Kasseler, ein weich gekochtes Stück selbst gemachten Schinkens, vier zusammen mit einem klein geschnittenen Apfel scharf angebratene Zwiebeln zu einer Farce.
In Erweiterung zum Originalrezept fügte ich je eine Handvoll Backpflaumen, Datteln und ein halbes Pfund ebenfalls scharf angebratene Pilze der Farce hinzu.
Gewürzt wurde mit Pfeffer, Piment und Poudre fine. Die Süße der Früchte stehen dem leicht salzigen Geschmack des Fleisches entgegen. Abgerundet wird es durch die Schärfe des in der Würzmischung enthaltenen Ingwer.
Der Teig wird nacher auf ca 2 mm Stärke ausgerollt, mit der Farce bestrichen, zu einer Rolle geformt und im Backofen bei 180° C ca. eine Stunde gebacken.
Dazu wurde Weichselkirschsauce gereicht.
Im Rohzustand
Fertig gebacken
Lecker ![]()
Quelle: Wikisource