Heute habe ich ein vielleicht etwas schägeres Thema, auf das ich im Zuge einer Recherche warum für eine anstehende MRT- Untersuchung der Kreatinin- Wert im Blut benötigt wird stieß. Im Zuge dessen kam ich auf Jodmangelerkrankungen und darüber hinaus durch Querverweise zu Erbkrankheiten, insbsondere durch die unter "Ahnenschwund" bezeichnete Inzucht unter Menschen. Erschreckenderweise stellte ich fest, dass beides sogar heute in unseren "aufgeklärten" Zeiten immer noch ein Thema ist.
Gehe ich zuerst auf den Jodmangel ein. Heute ist bekannt, dass Jodmangel zu schwerwiegenden Erkrankungen der Schilddrüse führt. Es kommt nachweislich zu Intelligenzminderung bei Neugeborenen wenn die Mutter unter dem Mangel leidet, sowie nach fortgesetztem Mangel unter Kindern und Jugendlichen. Deutschland ist generell ein Jodmangelgebiet, ausgeprägter tritt er in den Alpenregionen/ Alpenvorland sowie der Marschlandschaft zwischen Dänemark und den Niederlanden auf. Heute wird dem Mangel in einigen Ländern durch Zusatz von Jod im Speisesalz vorgebeugt.
Kommen wir zum nächsten Punkt, nämlich der genetischen Verarmung. Heute wissen nicht erst seit Mendel, dass zu enge blutsverwandschaftliche Geschlechtspartnerschaften zu schwerst behinderten Kindern führen kann, bzw. genetisch dominate rezessive Merkmale verstärkt auftreten. Beispiel dafür ist der stark vergrößerte Unterkiefer der Habsburger oder die Bluterkrankheit unter den Nachkommen der britischen Königin Victoria.
Jetzt komme ich zu meiner Überlegung. In früheren Zeiten waren Menschen eher sesshaft, gerade die Hörigen, Leibeigenen, der gesellschaftlich niedrig stehende Teil der Bevölkerung war lokal gebunden und kam sehr oft, wenn überhaupt nicht weiter als eine Tagesreise aus der Siedlung heraus. Ehepartner wurden in diesen Gesellschaftsschichten eher lokal gesucht. Irgendwann war jeder mit jedem verwandt und Erbkrankheiten wurden so weiter vererbt.
Ich stamme selbst aus einer Region in der nach Möglichkeit ungefähr bis nach dem 2. WK innerhalb der sozialen Gemeinschaft geheiratet wurde, die jungen Burschen, die aus den Nachbarorten "auf Brautschau" kamen hatten eher schlechte Karten. Der Begriff "Blutgruppe i" für ein Kind, das ein bisschen arg komisch aussah (ja, Kinder sind grausam) oder der Ausdruck "da schaut ein Wasserkopp aus dem Dachfenster" sind Älteren noch geläufig.
Worauf ich jetzt eigentlich hinaus will ist folgende Überlegung. Wenn einerseits in der Alpenregion/ dem Alpenvorland schon erhebliche Krankheiten und Intelligenzminderung durch Jodmangel auftraten, wie wirkten sich zusätzliche durch zu enge Verwandschaftsverhältnisse ausgelöste Krankheiten aus? Ein bisschen provokant gefagt: haben die sich damals nicht selbst blöd gezüchtet?
Ist aus den Aufschreibungen dazu etwas überliefert, kennt ihr dazu etwas?