wie erstellt man einen Probeschnitt

  • Wie fängt man es an ? Was braucht es dazu ?


    Es benötigt einen Stoff um den es nicht schade ist. Toll ist wenn es eine Lappenkiste gibt und da eine alte Bettwäsche drin ist, aber es gehen auch Tischdecken oder was auch immer. Ideal ist wenn das Material ähnliche Eigenschaften hat wie der spätere gute Stoff. Man prüft eine leichte Dehnbarkeit indem man ein etwa tellergroßes Stück zwischen den Händen spannt und diagonal zum Fadenlauf leicht zieht. Dazu muss man den Stoff nicht zerschneiden.

    Wie man Beinlinge macht liest man hier im Forum.

    Beim Probeschnitt ist alles erlaubt was man sonst vermeidet : Anzeichnen direkt auf den Stoff mit Kugelschreiber - egal. Filzstifte könnten allerdings durch den Stoff durch gehen und auf die Haut malen. Näht Ihr z.B. Oberbekleidung solltest Ihr die Unterkleidung tragen die beim fertigen Stück auch darunter gehört und die muss geschont werden.

    Besser man steckt mit Nadeln ab. Gerne große auffällige Nadeln, die man gut sieht, das verringert das Verletzungsrisiko wenn man alleine arbeitet. :face_with_tongue:


    Nun habt ihr den den Schnitt und wollt nähen. Habt Ihr eine Nähmaschine zur Verfügung, dann stellt bei Hosen, Beinlingen und anderen anliegenden Stücken den Zickzackstich und zwar in der größten Einstellung. Zickzack ist immer elastischer als geradeaus. Nun nähen, es muss nichts versäubert werden, es muss nicht schön sein.

    Näht Ihr von Hand darf es ein grober Heftstich sein, geradeaus, oder besser auch im Zickzackformat.


    Nun habt Ihr etwas das ihr anprobieren könnt. Bei Hosen und Beinkleidern, unbedingt einmal in die Hocke gehen und auch hinsetzen. Hält alles ? Prima ! Bei Tuniken und Oberteilen recken, strecken und mit den Muskeln spielen. Unbedingt schauen ob es am Rücken oder unter den Armen spannt.

    Ist etwas geplatzt ? Dann habt ihr zu knapp gearbeitet. Ebenso wenn etwas kneift, ihr ärgert Euch später wenn ihr kaum atmen könnt oder keine Bewegungsfreiheit habt. Jetzt kann man noch alles ändern.

    Hilfreich ist es Fotos zu machen, wenn Euch Jemand von hinten knipsen kann - Super. So könnt Ihr selbst schauen ob ihr zufrieden seid. Gerade wenn es um historisierte Klamotten geht, wissen Nichthobbyisten oft nicht wie es sitzen soll.

    Ihr seid zufrieden ? Dann schneidet überflüssiges weil überarbeitetes, weg. Ideal sind 2cm Nahzugabe. Nun könnt Ihr den Schnitt wieder auftrennen, und habt ein Schnittmuster. Das könnt Ihr nun verwenden und später so weg packen, oder aber ihr übertragt es auf Papier oder Folie. Renovier Folie gibt es im Baumarkt für kleines Geld. Packpapier kostenlos beim online-Shoppen. Gewöhnt Euch an grundsätzlich mit oder ohne Zugabe beim Schnittmuster zu arbeiten, oder besser noch notiert es auf dem Schnitt, so das später keine Pannen passieren.

    Toll ist den Schnitt brav zu beschriften, falten und in einer Dokumentenhülle abzuheften. Dann könnt Ihr bei späteren Projekten easy da rein greifen ohne von Grund auf neu anzufangen. Natürlich muss man beachten das jeder Stoff etwas anders ist, aber man hat einen Grundstock, vor allem wenn man nicht nur für sich selbst arbeitet, sondern z.B. für Partner: in und die Kinder gleich mit.

    Silvia - ohne Ypsilon :winking_face:

  • Und wenn ihr dann einen oder mehrere Ordner mit befüllten Dokumentenhüllen habt, macht es Sinn zum Schnittmuster noch ein Zettel mit Stoffmuster und Daten vom Originalstoff hinzuzugeben.

    So hat man beim Stoffkauf immer ein Vergleichsmuster für das Projekt zur Verfügung.

    Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.

  • Mit dem Probestück könnt ihr auch ganz leicht Nähte versetzen: Ihr habt z.B. eine Hose mit Nähten an der Innen- und Außenseite nach der Methode von Silvia angefertigt, aber eigentlich wollt ihr die Nähte vorn und hinten haben. Nur als Beispiel gedacht. Dann schneidet ihr das genähte Teil dort auf, wo die neuen Nähte hinkommen sollen. Alle Schnittteile plan legen, und fertig ist ein völlig verändertes Schnittmuster.

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