24960 Kreis Flensburg Karden (Distel)

  • Moin alle zusammen. Meine Karde hat sich ausgesät und das so großzügig das ich einjährige Pflanzen abzugeben hätte.

    Ich bringe diese auch gerne mit nach Minden auf die Reenactment Messe.

  • Die Weberkarde (Dipsacus sativus) wurde zum Aufrauhen von Tuchen genutzt. Ihre Spreublätter (die "Stacheln") sind an der Spitze nach rückwärts gekrümmt. Diese hakenförmige Krümmung macht die Karde für die Textilindustrie nutzbar. Die Wilde Karde (Dipsacus fullonum) hat zu weiche Stacheln.

    Leider werden die beiden Arten immer wieder vertauscht. Hier z.B. ein Angebot eines Samenhändlers [editiert], den ich nicht als Individuum an den Pranger stellen möchte, sondern den ich nur exemplarisch für die weitverbreitete Unkenntnis als Beleg nehme.

    Das Dilemma beginnt bereits bei der wissenschaftlichen Benennung: Die Wilde Karde trägt den Artnamen "fullonum" und bezieht sich damit auf das lateinische Wort "fullones", was "Tuchwalker" bedeutet. In vielen Artikeln wird unzutreffend wiedergegeben, dass ausgerechnet diese Sorte früher in der Textilverarbeitung verwendet wurde, um Wolle oder Stoffe aufzurauen.


    Ok, ihr wisst das natürlich alles, ihr seid ja die Praktiker des mittelalterlichen Handwerks. Deswegen richte ich mich eher an stille Mitleser, die mit dem Thema noch weniger vertraut sind.
    Beim Anbau im eigenen Garten gilt es noch zu beachten, dass beide Arten leicht bastardisieren, wenn die jeweils andere Art in der Umgebung wächst und sich an der Bestäubung beteiligt. Das Ergebnis wird eine Mischform mit handwerklich nicht brauchbaren Eigenschaften.

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