Kopfbedeckungen Wikinger Frauen

  • Mir fallen immer wieder kleine Kopftücher vor allem bei den Wikinger Frauen auf und ich frage mich - kann das so gewesen sein ?

    Ein Kopftuch ist immer die schnellste und einfachste Möglichkeit das Haar zu schützen. Wie vielfältig es sein kann sieht man heute bei muslimischen Frauen. Aber nicht nur dort, ich kann mich gut daran erinnern das zu meiner Einschulung 1973 das i-Dözchen Kopftuch hinten spitz abstehen musste. Bäuerinnen vor allem die mit Milchwirtschaft erkannte man an dem großen Kopftuch das alle Haare bedeckte. Vor einigen Jahren kamen dann die relativ kleinen Kopftücher in Mode die dann von den Bandanas abgelöst wurden. Die Größe ist also mit der Trageweise verbunden.

    Was hat das mit den Wikinger Frauen zu tun ?

    Es soll zeigen das Kopftuch nicht gleich Kopftuch ist und das es was Größe und Trageweisen angeht durchaus modische wie praktische Varianten geben kann.

    Warum trug man damals so ein Kopftuch ?

    Sicherlich zum bändigen der Haare wenn man sich viel im Freien aufhält aber auch zum Schutz. Offenes Feuer und der dazugehörige Rauch mach das Haar schmutzig, schon alleine das ist ein Grund die Haare zu schützen, wenn man bedenkt wie viel Aufwand es besonders im Winter ist, Haare zu reinigen und wieder zu trocknen. Also sollte das Tuch doch so groß sein, das alles Haar zuverlässig bedeckt ist.

    Gibt es Belege für kleine gebundene Tücher ?

    Stoffsparende Kopfbedeckungen gibt es zB. im Fundgut in den Niederlanden

    Z.B. die Haube aus Dookum die ich schon einmal nachgenäht habe (und ja auch hier gehören die Haare in die Haube, ich wurde nach dem Post eines besseren belehrt) :

    https://www.zeitensprung-handweberei.de/2018/07/24/haube-aus-dookum/

    (Quelle : mein Blog https://www.zeitensprung-handweberei.de/ )

    Literatur:

    CLOTHES MAKE THE MAN

    Early medieval textiles from the Netherlands

    Chrystel R. Brandenburg

    ISBN 978 90 8728 260 8

    Silvia - ohne Ypsilon :winking_face:

  • Der Autorin Crystel Brandenburgh sieht Ähnlichkeiten der Kopfbedeckung aus Dookum mit den Textilfunden aus Dublin und York.

    Es bleiben alleridings viele offene Fragen.

    Je nachdem wie man diese eher unförmige Mütze faltet und wie rum man sie aufzieht, sieht sie ganz anders aus. Ob in den frühmittelalterlichen Niederlanden wirklich schon die Flügelhaube von "Frau Antje aus Holland" getragen wurde, bleibt unklar.

    Das Geschlecht der Trägerin oder des Trägers der Mütze ist auch unklar, weil es kein Grabfund ist. Abbildungen aus Buchmalerei oder der Wikingerkunst helfen kaum weiter.

    Von der Möglichkeit langes Haar durchzuziehen oder zu bedecken, sollte man zumindest in der Merowingerzeit, in die die Dokkum-Mütze eigentlich gehört, nicht zwangsläufig auf das Geschlecht schließen.

    Überhaupt scheint die Unterscheidung von Frauen- und Herrenmützen ein ziemlich schwieriges Thema geworden.

    Der Skjoldehamn-Fund ist durch Gen-Untersuchung als weiblich bestimmt. Die Gugel sollte daher als Frauenmütze gelten.

    Das gleiche gilt eigentlich auch für Birka Grab 581. Die silberne Mützenspitze aus diesem Grab, steht Pate für die prunkvollen Zipfelmützen, die seit Jahrzehnten als klischeehafte Wikingermütze gelten. Nach der Gen-Untersuchung erwies sich die Trägerin zumindest als biologische Frau.

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