Hervorrufen von Eiter in der Wundbehandlung

  • Obwohl das hygienische arbeiten, bei chir. Eingriffen, Wundversorgung u. ä. , in der Literatur der Zeit immer wieder hervorgehoben wird, find ich ich immer wieder Rezezepte zum fördern von Eiter.

    Wieso?

    Theorie1 Fußend auf der Säftelehre?

    Theorie 2 Falsche Übersetzung des Wortes Eiter(eher Exudat nach dem Prinzip "Heilen im eigenen Saft" ) ?

    Hat jemand erklärende Quellen?

  • Es gibt in der klassischen Medizin vor Entdeckung der Antibiotika den Spruch vom "pus bonum et laudabile" (guter und lobenswerter Eiter). Dies gründet auf der Beobachtung, dass eiternde (bakteriell infizierte) Wunden eine bessere Prognose zur Heilung haben als nekrotisierendeWunden, in denen sich kein Eiter bildet. Eiter galt als gute Methode des Körpers, Gifte auszuleiten und dann zu heilen. Die Erkenntnis, dass Eiter schädlich sei und entfernt werden muss, existierte aber bereits daneben mit dem chirugischen Grundsatz "ubi pus, ibi evacua" (wo Eiter ist, leite ihn ab).

    Bei chronischen Entzündungen galt die Methode, diese in eine akute Infektion zurückzuführen indem man mit einem gesetzten Reiz ein akutes (eitriges) Geschehen hervorruft, lange Zeit als gute Therapiemöglichkeit. Das Einlegen von Haarseilen oder das Zufügen von Brandwunden ("Brennen") bzw das Verätzen von Hautpartien ("Blistern") über einem erkrankten Bereich war lange Zeit in der Pferdeheilkunde üblich, gilt aber heute als Tierquälerei und ist verboten.

    It´s not worth doing something unless someone, somewhere, would much rather you weren´t doing it. (Terry Pratchett)

  • Obwohl das hygienische arbeiten, bei chir. Eingriffen, Wundversorgung u. ä. , in der Literatur der Zeit immer wieder hervorgehoben wird

    Hallo Reiren, auf welche Quelle(n) beziehst du dich denn hier? Würde mich interessieren - danke im voraus.

    Habe kurz bei Karl-Heinz Leven - Antike Medizin nachgesehen, da findet sich unter dem Stichwort Eiter nichts zum Fördern von selbigem. Was sich findet ist die Unterscheidung von Weißem homogenem Eiter (-> Hinweis auf Genesung) und verfärbtem o. blutigem Eiter (ungünstiger Verlauf). Nach Hippokrates, Prognosticon.

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