Der Yarm-Helm - oder besser gesagt seine Fragmente - wurden in den 50er Jahren des letzten Jahrtausends in der Nähe von Yorkshire bei Ausschachtungsarbeiten gefunden.
Bei der Datierung ist man sich nicht ganz schlüssig. Die einen datieren ihn ca. ins 10. Jahrhundert, die anderen sehen ihn eher in der Vendelzeit.
Er weist starke konstruktive Parallelen zum Gjermundbu-Helm auf, aber genau hier sehen Kritiker auch zugleich die größten Abweichungen in einigen Details, weswegen sie ihn zeitlich deutlich früher einordnen.
Nach meiner (absolut laienhaften) Einschätzung passt er gut ins 10. Jahrhundert, weswegen er zu meiner Darstellung passen würde.
Was mir besonders an dem Helm gefällt ist seine absolut rudimentäre Konstruktionsweise.
Ein Eisenband um die Stirn, über den Schädel gekreuzt zwei weitere Bänder, dazwischen vier einzelne Schalenelemente. Brille, Nasal, rund 40 Nieten, feddich.
Keine aus einem Stück aufwändig getriebene Kalotte, einfach nur ein paar Stücke Blech grob zusammen gedengelt.
Keine Spezialwerkzeuge, kein Schnickschnack, einfach nur schlichtes funktionales Design. Mag ich. Kann ich ![]()
Zuerst habe ich mir aus Pappe ein passendes Muster gebaut und an meinen Schädel angepasst.
Im Baumarkt einen halben Quadratmeter 0,75er Eisenblech geholt, ein Rundeisen für die Nieten, und gestern Abend einfach mal losgelegt.
Zuerst anhand des Papp-Modells die drei Bänder ausgeschnitten und die Kanten rund geschliffen. Per Hand in Form gebogen, und die beiden Bänder, die über den Scheitel verlaufen, mit dem Rundkopfhammer in der Mitte und an den Enden ein bisschen in eine Konvexe Form gedengelt.
Die ersten Nieten habe ich aus Bequemlichkeit aus dicken Eisennägeln gemacht. Da war wenigstens eine Seite schon mal schön flach und breit.
Den Kopfumfang und den Längsstreifen habe ich schonmal vernieten können, danach war es 20 Uhr und ich wollte Rücksicht auf die Nachbarn nehmen.
Bis dahin hat das Ganze nichtmal drei Stunden gedauert. Viel Zeit ist für das Schneiden und Feilen der Bleche draufgegangen (hab' nur so eine kleine fummelige Blechschere, da dauert das ewig...), und das Dengeln der konvexen Form. Einpassen und Vernieten ging vergleichsweise flott.
Heute Abend geht es dann weiter.
(Bildquellen: eigene Bilder, Skizze von Fund und Rekonstruktion: ChatGPT)