Surcot für die Magd/Arbeitende Frau

  • Hallo ihr Lieben,

    Ich möchte einen Surcot nähen.

    Einen den ich für "dreckige" arbeiten nutzen kann. Die lila geblümte Kittelschürze des Mittelalter sozusagen. Meine Darstellungs Zeit ist ca 1220. Ich stelle eine Kätnerin aus dem Leipziger Umland dar.

    Nur das Problem ist, ich finde nur Surcot Darstellungen im höheren Adeligen Kontext.

    Ich kenne aber Darsteller, auch aus meiner Zeit. Die Surcots als Kittelschütze nutzen.

    Was ist eure Meinung dazu? Und wie lang sollte dieser Surcot sein.


    Aber wie kam es dazu?

    Ich habe ein paar Wollreste erstanden, die in zwei Gelbtönen gefärbt wurden. Offenbar, sollten die 2 größten Stücke ein Kleid werden. Aber die Keile dazu fehlen. Beim helleren Stoff..Kein Plan


    Nun habe ich Brust- und Rückenteil die in einer deutlichen Überlänge vorliegen, da die Vorbesitzterin gute 10cm größer war als ich. Mit den Resten vom hellgelben Stoff könnte ich die Keile machen und auch noch dranstückeln, wenn ich die Überlänge reduziere.


    Macht mein Plan Sinn?

  • Stelle die Frage anders herum: was spricht dagegen? Es sind einige Berichte aus dem 13. Jhdt und später überliefert in denen sich damalige Zeitgenossen abwertend über die "Putzsucht" der Landbevölkerung, im speziellen der Bauern auslassen. Nur würde ich davon bei der untersten Stufe der bäuerlichen Sozialhierarchie, der "Kätnerin" Abstand nehmen. Warum? Aus er Frage heraus ob sie sich gefärbten Stoff leisten konnte.

    Hätte sie ein Überkleid nicht eher aus ungefärbtem Stoff gefertigt und den (möglichweise als Anerkennung für gute Dienste von sozial über ihr stehenden geschenkten) teureren Wollstoff für ein Sonntagskleid verwendet?

  • Ich finde eine weitere wärmende/schützende Schicht über der Cotte auch für bäuerliche Stände völlig angemessen, nur dann halt vom Schnitt her nicht als der für den Adel bekannte ärmellose, überlange Surcot, sondern eher als zweite, weitere Cotte zum "Drüberziehen" , evtl. dann mit Schlupfärmeln um die Ärmel bei dreckigen Arbeiten nicht so in Mitleidenschaft zu ziehen. So wie zB hier in der Kreuzfahrerbibel: https://de.pinterest.com/pin/380202393523552467/ Auch wenn man es hier nicht sofort sieht, auf den 2. Blick hängt da ein Ärmel bei der rechten Arbeiterin hinter dem rechten Arm.
    Ein ähnliches Schlupfärmel-Überkleid sieht man auch hier am Straßburger Münster (um 1300) https://de.pinterest.com/pin/380202393529679719/

    It´s not worth doing something unless someone, somewhere, would much rather you weren´t doing it. (Terry Pratchett)

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