Winterschuhe vom Reenactment bis zum Larp

  • Ich bin zwar selten an Winterveranstaltungen, aber in der Schweiz haben wir sowohl im Mittelalter als auch im Larp einige davon. Mehrere schöne Weihnachts-Mittelaltermärkte und auch ein paar Larp gibt es die auch bei Schneefall und/oder Minustemperaturen nicht abgesagt werden.
    Es ist mir bewusst, dass man da auch moderne Schuhe tragen kann oder auch einfach auf die entsprechende Veranstaltung verzichten.

    Wenn trotzdem alles zusammen passen soll: Die Schuhe an sich können mit Fell statt normalem Leder hergestellt werden, aber gibt es eine Alternative zur modernen Sohle? Hat da jemand Erfahrung?

    "Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt." von Albert Einstein

    Der Schweizer Mittelalterkalender: http://www.mirimor.ch (Quelle=Link)

  • Trippen.

    Holzsandalen unter die Schuhe.

    Kork und Sohleneinlagen in die Schuhe

    Sohlenwärmer aus dem Fachhandel (gibt es auch in der Schweiz)

    Einfach mal in ein Sportgeschäft für Skisport gehen und sich informieren. (Geht auch online)

    Sich den magischen Magierinhighheelallwetterstiefel zaubern. Dürfte für eine Magierin im Larp kein Problem sein.

    Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.

  • Stroh! Authentisch, super Fussklima, super warm.
    EDIT: Ich war mir sicher, es hier schonmal gepostet zu haben, habe es aber nicht gefunden, daher kopiere ich es nochmal aus meinem Blog:

    𝐖𝐚𝐫𝐦𝐞 𝐅𝐮𝐞𝐬𝐬𝐞 𝐢𝐦 𝐌𝐢𝐭𝐭𝐞𝐥𝐚𝐥𝐭𝐞𝐫, 𝐚𝐮𝐜𝐡 𝐛𝐞𝐢 𝐑𝐞𝐠𝐞𝐧? Geht das? Klar geht das, und es ist auch relativ leicht zu bewerkstelligen.

    Füße und Hände frieren als erstes, weil der Körper bei Kälte die Durchblutung zuerst für Kopf und Torso sicherstellt, daher werden Hände und Füße als zu wärmende Objekte niederer Priorität behandelt.

    Auskühlen oder Frieren ist nicht kein externer Faktor, in dem "Kälte" auf den Körper einwirkt, sondern der Entzug von Körperwärme, durch Abstrahlung oder Ableitung bei Kontakt mit einer wärmeleitfähigen Oberfläche.

    Um also warme Füße zu behalten, muss man dafür sorgen, dass nicht mehr Wärme von Körper abgeleitet wird, als der Körper in diesem Bereich generieren kann. Das heißt, vereinfacht, man baut eine Barriere zwischen dem Körper und der Umgebung aus einem Material, das möglichst schlecht Wärme leitet.

    Schlechte Wärmeleiter sind Luft und Holz. Luft nutzen wir im Mittelalterhobby schon immer, in Form von Wolle, die Luft einschließt (Wolle selbst ist nicht wirklich isolierend).

    Wir haben grundsätzlich 2 Strategien, um bei nasskaltem Wetter warme Füße zu behalten, beide setzen Trockenheit der Füße voraus (dies ist auch wichtig, um Infektionen des Fußes, den sog. Grabenfuß, vorzubeugen).

    𝐈𝐬𝐨𝐥𝐚𝐭𝐢𝐨𝐧 𝐢𝐧 𝐝𝐢𝐞 𝐒𝐜𝐡𝐮𝐡𝐞 𝐛𝐞𝐤𝐨𝐦𝐦𝐞𝐧: Entgegen landläufiger Meinung, sind dicke Wollsocken kein wirklich effektives Mittel, die Füße dauerhaft warm und trocken zu halten. Im Gegenteil, durch seine Eigenschaft, große Mengen Flüssigkeit zu binden, fördern Wollsocken den Grabenfuß und Auskühlen massiv - und im Sohlenbereich wird die Wolle durch das Körpergewicht so komprimiert, dass die Isolation gegen 0 tendiert. Da unsere Schuhe in weiten Teilen des Mittelalters eher glorifizierte Socken aus Leder sind, müssen wir ein anderes Material verwenden: Stroh, Heu oder Holzspäne!

    Dieses Material leitet Wärme sehr schlecht, bindet weniger Wasser als Wolle und ist leicht mitführbar. Die Vorgehensweise ist sehr einfach, man legt die Sohle damit aus, schlüpft in den Schuh und stopft alles um den Fuß mit dem Material aus. Weicht es durch, ersetzt man das Füllmaterial durch neues Material.

    𝐃𝐢𝐞 𝐅𝐮̈ß𝐞 𝐦𝐮̈𝐬𝐬𝐞𝐧 𝐰𝐞𝐠 𝐯𝐨𝐦 𝐁𝐨𝐝𝐞𝐧! Matsch und nasses Grass ist Gift für die Füße, daher bietet sich Einstreu für weiche Bösen an. Auch ein Zeltboden aus Nadelzweigen hat sich bewährt, bis heute nutzen die Saami und sibirische Nomaden dies in Zelten. Wo dies nicht möglich ist, können Trippen aus Holz zum Einsatz kommen - und im Lager ein Holzscheit, auf das man die Füße abstellt, wenn man sitzt!

    Diese 2 Methoden haben sich, auch bei 3-tägigen Aufenthalt mit Dauerregen und Nachtfrost, bewährt.

    Quellen:

    Keine gedruckten, aber 30+ Jahre Erfahrung in Waldhandwerk & Survival

    𝖂𝖊 𝖉𝖊𝖋𝖎𝖓𝖊 𝖙𝖍𝖊 𝖇𝖑𝖆𝖈𝖐 𝖑𝖎𝖓𝖊, 𝖋𝖔𝖗 𝖙𝖍𝖊 𝖌𝖗𝖊𝖆𝖙𝖊𝖗 𝖌𝖔𝖔𝖉 𝖔𝖋 𝖙𝖍𝖊 𝕰𝖒𝖕𝖊𝖗𝖔𝖗!
    𝕱𝖔𝖗 𝖜𝖊 𝖆𝖗𝖊 𝖜𝖗𝖆𝖙𝖍, 𝖜𝖊 𝖆𝖗𝖊 𝖎𝖗𝖔𝖓, 𝖜𝖊 𝖆𝖗𝖊 𝖉𝖔𝖔𝖒 - 𝖜𝖊 𝖆𝖗𝖊 𝖙𝖍𝖊 𝕯𝖊𝖆𝖙𝖍𝖜𝖆𝖙𝖈𝖍!

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