6.-9. Jhdt. - Mützen nach friesischen Funden

  • Im Winter kann es auf manchen Veranstaltungen um den Kopf herum etwas frischer werden. Wenn die Zeitstellung Gugel und nadelgebundene Mütze ausschließt wird es schwierig.

    Ich hatte noch aus meinem Sitzkissenprojekt ein Reststück Wollstoff in Fischgrat liegen, das für eine Mütze nach einem Fund in Leens ausreichte.

    Der Fund ist mit 6.-10. Jhdt. zeitlich seeeehr weit gespannt. Sieht ziemlich modern aus, findet sich das "Pillbox" - Design bis heute. :winking_face:

    Aus Aalsum gibt es einen Fund, der eine ähnliche Kappe, nur mit verlängerten Seiten- und Hinterteil aufweist. Es ist eine Form, die wir eher sehr viel später verorten. Eine ähnliche Kappe mit verlängertem Hinterteil (?) ist die aus Raquert.

    Diese Mützen passen ebenfalls in 9. Jhdt. Einziger Nachteil: es sind friesische Funde, passen somit für die Darstellung, für die ich sie verwenden möchte nicht ganz. Zeitlich ja, Region eher mit Fragezeichen.

    Tatsächlich wurde die "Pillbox" nach einem "Aha"- Erlebnis mit einer modernen Cap- ich saß vorgestern Abend draußen und es wurde am Hinterkopf ziemlich kalt- um eine Verlängerung erweitert. Somit sieht sie jetzt wie die Aalsum- Mütze aus.

    Genäht wurde sie aus insgesamt 4 Stoffstreifen mit einer Ursprungsbreite von 13 cm. Die Seitenteile schnitt ich auf 10 cm, da ich durch die Verwendung eines sehr dicken Stoffs nur 5 mm Nahtzugabe benötigte. Der Saum wurde nicht eingeschlagen, sondern lediglich versäubert. Deckel blieb bei 13 cm. Die den Deckel bildenden oberen Streifen sind meiner Kopfform angepasst. Vernäht wurde alles mit Rück- und Überwendlichstich.

    Tipp: ihr könnt dafür unansehnlich gewordene oder nicht wirklich gut haftende Wadenwickel verwenden. Die haben genau die richtige Breite.

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    Wie immer eigene Bilder.

  • dann gibt es noch die Mütze aus Oostrum, die aus Leens die in meinen Augen meist falsch rum getragen wird, und wohl auch so im Museum drapiert ist. Die halte ich nicht für eine Schirmmütze sondern für eine Mütze mit Nackenschutz. Das hat den Vorteil das Regenwasser nicht in den Kragen rein laufen kann, wenn die hinten lang genug ist und beim arbeiten nicht so schnell der Nacken verbrennt. Bei den allermeisten körperlichen Arbeiten hat man ja geduckte Haltung.

    Blogpost mit weiterführenden links, einem Schnittmustervorschlag, und Literatur Tipp habe ich hier auf meinem Blog :

    https://www.zeitensprung-handweberei.de/2018/07/24/m%C3%BCtze-aus-oostrum/

    und die Haube aus Dookum:

    https://www.zeitensprung-handweberei.de/2018/07/24/haube-aus-dookum/

    Silvia - ohne Ypsilon :winking_face:

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