Felle auf dem Fußboden ?

  • Vor kurzem hatte ich eine Begegnung mit einem Wildschwein in freier Laufbahn. Zum Glück war nicht nicht alleine und meine Begleitung wusste was zu tun ist : sich groß machen und laut brüllen. Es war ein echt großes Tier. Da bekommt man Respekt. Stellt man sich nun vor man soll so ein Tier erlegen - mit mittelalterlichen Mitteln, wächst der Respekt noch mehr. Es war sicherlich oft eine Notwendigkeit solche Tiere von Siedlungen fern zu halten, aber auch eine große Leistung. Abgesehen davon das so ein Wildschwein gut schmeckt aber für wie wahrscheinlich haltet Ihr es so ein Fell - dessen Gerbung wiederum viel Mühe kostet - auf dem Boden einer Hütte oder einem Zelt landet und nicht als geschätzte Trophäe an der Wand ?

    Das man solche Felle heute günstig kaufen kann, rechtfertigt nicht den respektlosen Umgang mit so einer Tierhaut. Der Boden war sicherlich nicht nackt, belegt sind Matten aus pflanzlichen Materialien in unterschiedlichen Epochen und Regionen.

    Umgedreht gefragt: gibt es einen Beleg für Felle als Bodenbelag zum drüber laufen ?

    Felle auf dem Fußboden als Bettvorleger, Bodenbelag oder sogar Fußabtreter halte ich für eine üble Marktlegende die sich bin in die Museen ausbreitet - überzeugt mich bitte vom Gegenteil.

    Silvia - ohne Ypsilon :winking_face:

  • Ich kann es leider nicht. Selbst Nomaden nutzen als Boden andere Materialien. Ein totes Fell verliert be Belastung schnell die Haare. Außerdem ist die Isolierung eher mau..und es neigt zu Schimmel.

    Reenactmentwebseite (multiperiod): https://www.jordheim.info/
    Outdoor & Waldhandwerk (pausiert): https://huginfell.de/
    𝒩𝓊𝓇 𝓋ℯ𝓇𝒶𝓃𝓉𝓌ℴ𝓇𝓉𝓁𝒾𝒸𝒽, 𝒻𝓊̈𝓇 𝒹𝒶𝓈 𝓌𝒶𝓈 𝒾𝒸𝒽 𝓈𝒶ℊℯ, 𝓃𝒾𝒸𝒽𝓉 𝓌𝒶𝓈 𝒟𝓊 𝓋ℯ𝓇𝓈𝓉ℯ𝒽𝓈𝓉!

  • Diodor erwähnt, dass die Gallier auf Wolfs- oder Hundefellen sitzen. (Bibliotheca historica Buch 5, Kapitel 28, Abschnitt 4.).
    Hier wird noch ein mutmaßlicher Nachweis genannt: Quelle: HEIDELINDE AUTENGRUBER-THURY: Hunde in der römischen Antike, S. 377
    "Ein archäozoologischer Nachweis von Resten eines am Boden gelegenen Hundefells liegt möglicherweise aus dem Oppidum Heidengraben vor. Die Archäozoologen beschreiben die Fundsituation folgendermaßen: „ ... fanden sich zwei Hinterfüße und ein Vorderfuß eines einzigen Hundes fast komplett in den Fundschichten des Grubenhauses B 35. Vom vierten Fuß liegen möglicherweise zwei Metapodien vor, die jedoch etwas kürzer erscheinen ... und daher nicht sicher zum gleichen Individuum gehören. Solche Befunde können daher rühren, dass die Fußknochen oft in gegerbten Fellen belassen werden. Felle als Bodenbelag bleiben gelegentlich in aufgelassenen Häusern liegen und verrotten beim Entstehen der hinterlassenen Fundschichten, wobei die in den Pfoten steckenden Knochen mit einsedimentiert werden."

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