• Hallo Ihr Lieben,

    im Garten sprießen sie in allen Ecken, und einen Teil nutze ich in der Alltagsküche : Wildkräuter.

    Eine Mischung aus getrockneten Gundelreben-Spitzen, Taubnesselspitzen, Zitronenmelisse, Estragon und Dill nutze ich als Bestandteil meines Salatdressings.

    Ich stelle mir immer vor, das ist Zeiten in denen man nicht in den Supermarkt gehen und mal eben den Grünfutter-Jeep mit Gewächshausware befriedigen konnte, der Frühling doch ein Rausch der Sinne gewesen sein muss. Das Gartenjahr beginnt mit frischen Kräutern.

    Duftveilchen blühen wild in meinem Garten und Bärlauch habe ich mal von einer VA mitgebracht, ausgegraben an einer Stelle wo die Autos drüber fuhren. Meine Kenntnisse über die historische Küche basiert eher auf Romanen, denn Belegen. Dennoch frage ich mich gerade was wohl überliefert ist und was man wohl genutzt hat. Gerade ist ja eine gute Zeit zum sammeln und trocknen. Oder gab es noch andere Konservierungsmethoden ?

    Silvia - ohne Ypsilon :winking_face:

  • Oder gab es noch andere Konservierungsmethoden ?

    Das ist abhängig davon, welche Verwendung man für die Kräuter hat.
    Durch das Trocknen konzentrierst zu den enthaltenen Wirkstoff sehr stark, was manchmal eventuell nicht gewünscht ist.
    Alternativen zum Trocknen sind - je nach Vorhaben - das Herstellen von Tinkturen (sehr zeitaufwändig) oder Salben. Eine modernere Form wäre das Einfrieren, was jedoch zu einem deutlichen Wirkverlust führen kann. Wenn es allerdings um das Würzen geht, dann ist die Wirkung ja eher nachrangig.

    Zum Haltbarmachen wäre dann noch das klassische Einmachen zu erwähnen, wobei das für mich nur eher theoretischen Charakter hat, da ich die Konsistenz des Ergebnisses etwas... Na ja... Ekelig finde.

    Dass gerade eine gute Zeit zum Sammeln und Trocknen ist unterschreibe ich nur bedingt...
    Mit Ausnahme des Bärlauch vielleicht.
    Aber vielen Kräutern fehlt es noch an Sonne, und teilweise - zumindest hier im Süden - an Wasser.

  • Michael Machatschek hat das in seinen Büchern beschrieben, die Fermentierung von z.B. ganzen Krautköpfen in Erdkellern bzw. Erdgruben in Österreich, aber auch die Fermentierung von Kräutern (Fermentieren von Wildpflanzen ISBN: 9783205231578).

    Ich persönlich denke, daß es die Fermentierung als Werkzeug, die Vorräte haltbar zu machen, schon sehr lange gibt (Steinzeit abwärts). Nur wie kann man das nachweisen? Zerfällt ja alles. bzw. wird von den Bakterien abgebaut.

    Manchmal denke ich, die sogenannten Erdställe könnten Fermentier-Vorratskeller gewesen sein, weil, ich bringe mein Fermentiertes auch in den Keller, um die Fermentierrate zu verlangsamen.:winking_face:

    Früher hat man viel mehr (Baum-)Blätter in der Ernährung oder auch für das Vieh verwendet, sogenannte Schnaitel-Wirtschaft. Dieses Verfahren ist heute in der Landschaft noch an alten Bäumen zu erkennen, die "auf Kopf" geschnitten waren.

    ...da kom ich gangen, an einen anger langen, dâ ein lûter brunne entspranc; vor dem walde was sîn ganc, dâ diu nahtegale sanc.

    Walter von der Vogelheide

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