Rekonstruktion des Codex Vogonis
Maße: 24 cm x 18 cm x 2 cm
Material: Leder und Papyrus
Epoche/Zeit: Römisch / 1. Jahrhundert n. Chr.
Anspruch: exegetisch-konjektural
Im Jahre 1978, in der Nähe der Ortschaft Cottington am Hadrianswall, führte die britische Archäologin Dr. T. McMillan Ausgrabungen durch. Bei diesen Untersuchungen stieß sie auf die Überreste eines bislang unentdeckten römischen Kastells. Nach eingehender Untersuchung stellte sich heraus, dass es sich ganz offensichtlich um das Castrum Vogsphera der Legio XXXXII Sapientia Profunda handelte, einer Legion, deren Existenz bis dato nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte.
Die einzige Erwähnung findet sich in der Gedichtsammlung 'Vita, Caelum et Ceterum Omnia' des römischen Dichters Fluvius Tenebrosus Adamis, wo dieser Vogsphera als 'Taberna ad extremum finem mundi' bezeichnet. Diese poetische und rätselhafte Beschreibung ließ zunächst viele Fragen offen, bis die Entdeckung des Kastells endlich handfeste Beweise für die Existenz dieses weitgehend unbekannten römischen Außenpostens und seiner zugehörigen Legion lieferte.
Während der Ausgrabungen im Bereich der Principia stießen die Archäologen auf einen Lederumschlag mit einer Sammlung gut erhaltener Papyri im Stil der Codices aus Nag Hammadi.
Benannt nach seinem Fundort im Castell stellte sich der Codex Vogonis sich als eine einzigartige Sammlung von Berichten und Anmerkungen römischer Legionäre, Auxiliartruppen und Späher heraus. Die einzelnen Papyri enthalten wertvolle Hinweise zu den unerforschten Regionen, ihren Gefahren und den Eigenheiten ihrer Bewohner. Der Kodex war offenbar als Handbuch für die Legionäre gedacht, das ihnen helfen sollte, sich in den unbekannten und oft gefährlichen Regionen zurechtzufinden. In seiner Gesamtheit diente er vermutlich nicht nur der geografischen Orientierung, sondern auch als eine Sammlung von kulturellen und militärischen Ratschlägen für das tägliche Leben in fremden Ländern. Diese Vermutung wird gestützt durch den Titel 'Compendium Comiti per Caelum' sowie eine kleine Tabula Ansata mit der beruhigenden Inschrift 'Noli Pavere' auf der Vorderseite.
Die Rekonstruktion des Codex selbst war recht einfach. Den Umschlag habe ich wie beim Original aus Ziegenleder gefertigt, die Kanten umgeschlagen und vernäht, und zur Stabilisierung von Vorder- und Rückseite je einen Bogen Pergament eingeklebt. Die einzelnen Seiten bestehen aus ägyptischem Papyrus, mittig gefaltet und mit einem gewachsten Leinengarn geheftet. Der Umschlag ist wie beim Original mit einer Tinte aus Ruß und Gummi Arabicum bemalt, das Leder anschließend mehrfach gefettet.
Der Codex erwähnt ein witziges Accessoire, was ich unbedingt ebenfalls rekonstruieren musste. Als Ergänzung zur üblichen militärischen Ausrüstung des Soldaten wird ein 'Sudamentum' empfohlen - ein einfaches, aber unverzichtbares Utensil für jeden Legionär, der sich auf die Reise in die unbekannten Regionen des Barbaricums begibt. Es dient nicht nur der persönlichen Hygiene, sondern kann in einer Vielzahl von Situationen von unschätzbarem Wert sein. So kann das Sudamentum als Schutz vor sengender Sonne oder Regen dienen, es eignet sich hervorragend zum Abwischen von Schweiß und Staub nach einem langen Marsch. Darüber hinaus wird im Codex betont, dass es als Signalhilfe in Notfällen nützlich ist, um sich von anderen abzuheben. Nicht zuletzt stellt es eine praktische Aufbewahrungslösung dar, um wertvolle Gegenstände zu sichern, wenn ein Legionär auf Reisen oder in schwierigen Geländen unterwegs ist. Das Sudamentum ist daher mehr als nur ein schlichtes Kleidungsstück – es ist ein Symbol für die Vorbereitung und den Überlebenswillen eines jeden römischen Soldaten im Fremdenland.
Der Codex Vogonis ergänzt meine Darstellung eines römischen Aprilis Primus um ein weiteres spannendes Detail. Und so möchte ich mit dem bekannten Grußwort des Dichters Marvinus Servus Tristis schließen: "Valete - et gratias pro piscibus!".