Was für Schuhe um 1190?

  • Wie in der Vorstellung geschrieben, möchte ich langfristig in Richtung Templer um 1190 gehen. Schuhe sind gerade das nächste Thema, weil derzeit noch gar keine vorhanden.

    Da ich nur Marktbesucher bin, suche ich eine gewisse Balance. Es reicht, wenn es aus 2m Entfernung "richtig" aussieht, es kann ruhig bei genauer Betrachtung "geschummelt" sein.

    Was ich bisher gefunden habe:

    In Rüstung wurden Kettenbeinlinge mit Füßen getragen. Das stelle ich mir zu Fuß etwas unpraktisch vor und eher für Reiter geeignet. Dienende Brüder hatten Kettenbeinlinge ohne Füße, weil oft zu Fuß im Kampf.

    Sie brauchten also Schuhe, genau wie auch die Ritter, wenn zivil unterwegs.

    Im Templer Unterforum steht zu den getragenen Stiefeln:

    • Aus Vollleder und kein Wildleder
    • max. eine Handbreit über dem Knöchel
    • Keine hochgezogene Spitze
    • Kein Zierrat
    • Naturfarben

    Wenn ich das richtig verstehe, waren Schuhe zu der Zeit wendegenäht und hatten weiche, glatte Sohlen?

    Da kommen dann die praktischen Fragen:

    Die Schuhe sollten ja trotzdem bequem und haltbar sein und auch nicht rutschig. Wir haben ja etwas anderes Bodenbeläge, auch auf vielen Märkten, als im Mittelalter.

    Genagelte Sohlen scheinen mir aus diesen praktischen Gesichtspunkten sinnvoller zu sein.

    Soweit meine Gedanken bisher, vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen.

  • In der Templerregel steht zu Schuhen das folgende:
    "XXIX. Von Schnabelschuhen und Schuhschleifen.
    Von Schnabelschuhen und Schuhschleifen steht fest, daß sie heidnisch sind und daß dies von allen als unmenschlich erkannt wird; wir verbieten und
    untersagen, daß jemand solche besitze, im Gegenteil soll er sie ganz und gar abschaffen"
    (Quelle: https://www.dietempler.net/media/files/Templerregel-lat.pdf )

    Dementsprechend wären also auch Schnürungen an Schuhen nicht erlaubt, oder interpretiere ich das falsch? Andreas von Dollberghe , kannst Du dazu was sagen?

    Was die Sache mit den glatten Ledersohlen angeht: ja, das Laufen in wendegenähten Schuhen ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber durchaus kein Problem. So rutschig wie oft angenommen wird sind Ledersohlen gar nicht. Für genagelte Sohlen findet sich mWn kein Beleg für die von Dir angestrebte Zeit. Und, nebenbei gesagt, je nach Untergrund können gerade genagelte Sohlen auch sehr rutschig sein...schon mal versucht damit über einen Fliesenboden zu laufen...?

    Letztendlich musst Du aber selbst wissen, welche Lösung Du für Dich bevorzugst - zumindest solange Du keine museale Darstellung anstrebst. Für die gäbe es zu Ledersohlen wirklich keine Alternative.


    .

    It´s not worth doing something unless someone, somewhere, would much rather you weren´t doing it. (Terry Pratchett)

  • Diese Schuhe waren ein sehr gängiges Modell die ich für den Zeitraum 1150-1250 trage. Sie wurden von Männern und Frauen getragen und sind in mehren Regionen im Fundgut vertreten. Diese sind nach einem Fund aus Schleswig gefertigt, ausgestellt sind sie in Schloss Gottorf.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Ich trage sie seit vielen Jahren, aber ich mache nur wenige Veranstaltungen im Jahr. Ich find sie sehr bequem. Ich habe Einlege-Sohlen aus Wolle um durch kühle Tage zu kommen, und aus Faulheit liegen sie immer drin.

    Für Deine Zwecke könnte man eine Gummisohle unterkleben.

    Meine Schuhe sind von Andi Helfert, der aber nur noch selten Schuhe macht, so weit ich weiß. Aber wir haben im Forum eine Abteilung für Bezugsquellen, über die Suchfunktion findest Du da schnell hin.

    Silvia - ohne Ypsilon :winking_face:

  • Dieses Thema enthält 13 weitere Beiträge, die nur für registrierte Benutzer sichtbar sind.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!