Kleine römische Talglampe
Das Formenspektrum der römischen Lampen ist sehr vielfältig. Neben den sehr beliebten und bekannten Öllampen gab es auch zahlreiche Modelle zum verbrennen von Talg.
Meine Talglampe habe ich einem Fund aus Oberaden (zu finden im LWL Römermuseum in Haltern am See) angelehnt. Das Original ist aus Eisen, für meine Lampe habe ich Messing verwendet.
Die Grundform ist aus 1mm dickem Blech geschnitten. Mit einem Rundkopfhammer habe ich die Vertiefung und die Seitenwände heraus getrieben. Auch wenn es eine sehr zeitintensive Arbeit ist, finde ich es jedesmal aufs neue faszinierend, wie nach und nach aus einem flachen Blech ein dreidimensionales Objekt entsteht.
Der Griff ist beim Original nicht erhalten. Bei etlichen Vergleichsfunden ist der Griff in Form eines Halbmondes gestaltet, also habe ich mich daran orientiert.
Ein eher außergewöhnliches kleines Detail ist der Dochthalter, der sich nur gelegentlich bei den metallenen Talglampen findet. Mit ihm soll der Docht mittig im Talg gehalten werden. Fand ich spannend, habe ich deswegen bei meiner Rekonstruktion ergänzt, auch wenn er beim Original aus Oberaden fehlt.
Statt Talg habe ich hier für meine heimische Verwendung erstmal weißes Wachs gewählt. Der Docht besteht aus vier verzwirnten Fäden Leinengarn. Damit ergibt sich eine schöne kleine sparsame Flamme, die relativ lange konstant brennt.
Zeitaufwand: gute 4 Stunden, davon der größte Teil für die Treibarbeiten