Schaukampfwaffen - Axt etc.

  • Hallo in die Runde,

    ich habe hier bisher nichts passendes gefunden, ggf. falsch gesucht und daher zumal mein Gesuch um Nachsicht.

    Nun es gibt sicherlich viele Schaukampferfahrende Forenmitglieder.

    Da die Schaukampfwaffen verständlicherweise SAFE - Stumpf sein müssen. So gibt es die verrschiedensten Varianten und Vorgaben die mehr oder weniger erfolgreich eingehalten werden. Mir ist dazu z.B.: eine Messkarte mit Maßen der Joms-Vikings bekannt.

    Da sind Vorgaben für Klingenbreiten und Rundungen bzw. bei Schwertern, Sax oder Lanzen Maße für die Spitzen enthalten. Als auch das die Kanten gerundet sein sollen. Damit die Entstehung von Scharten gemindert wird. Bezüglich Scharten sollte der Schaukämpfer seine eingesetzte "Waffe" täglich kontrollieren und eine geeignete Feile zum ausarbeiten gelegentlich entstehender Scharten am Lager mitführen. Das Kingen so gefertigt und der Stahl an den Kanten weich geglüht wird das bei Schaukampf-"Waffen" die Schlagkanten weicher sind und nahezu keine Kanten entstehen ist doch eher selten der Fall- oder was wisst ihr zu berichten.

    Anbeiter im www. teilen oft Gewichte , Klingenlänge und Kingenhärten mit HRC 45-50 oder andere Rockwell Stahlgütenvorgaben mit, was meint ihr hierzu.

    Welche Erfahrung habt ihr gemacht, denn eine Schaukampfwaffe bei der oft die Kingen auseinandertreffen hat eine andere Beanspruchung als die einst Historiche Waffe. Die historische und scharfe Klinge des FMA sollte schnell den Gegner außer Gefecht setzen und es darf angenommen werden das ein aufeinandertreffen der Klinge vermutlich eher vermieden wurde. Auch wenn die Funde z.B. der einfachen Schwerter, die seltener im Museum zur Schau stehen / hängen, auch sehr schartige Klingen sehen lassen.

    Zum Beispiel bei der Axt -

    diese soll möglichst leicht sein, aber dann sieht es oft nicht nach einer Axt aus, kann aber schnell bewegt und leichter gestoppt werden. Letzeres kann sehr nützlich sein eine Verletzung beim Gegenüber zu vermeiden. Leicht bedeutet auch wenig Stahl also ggf. nicht langlebig oder gar Bruchgefährdet.

    Welches Gewicht ist für den Axtkopf zu empfehlen? Da es gibt viele Varaianten von Axtköpfen gibt.. aber meist so es mir bekannt ist sind 2 Kategorien im Einsatz, die Einhändig geführte Axt und die lang aufgestielte 2 Hand geführte, hier kann der Axtkopf auch mal größer sein - so wie z.B. die sogenannte "Dänenaxt".

    Wie sollte eurer Meinung nach z.B.: die Scahukampf-Axt zur Darstellung Frühmittelalter - bzw. für Wikinger ausschauen. Wie hoch soll das Gewicht eines Axtkopf ausfallen?

    Wie sollte hier das Axtauge gearbeitet sein, rund oder Oval. Durchmesser bei Rund und Oval länge und breite des Axtauges. so das ein runder oder ovaler Stiel (oval der vermutlich mehr halt verspricht da dieser sich nicht dreht) hinein passt aber einen spreizenden Keil benötigt.

    Gelegentlich sah ich Fertigungen für den Schaukampf, als auch Axt-Klingen von Funden im Museum, bei denen das Axtauge oben etwas weiter ist so das der Stiel von Oben her eingeführt wird. Dann kann die Klinge nicht nach vorne herausrutschen. Dabei wird dann der Stiel nach unten hin gelegentlich sehr dünn. Wie sieht Eure Wahl des Axtstiel aus?

    Esche oder Eibe ist meine Wahl als für Europa des FMA "Heimisch" bekanntes Holz. Eibe ist jedoch in nahezu allen bestandteilen Giftig und Staub geht Lungengängig ab :frowning_face:

    Bei Fertigungen aus dem Marktangebot ist auch mal Rosenholz oder Hickory verbaut und das passt mir für das FMA so gar nicht. Was, bzw. welches Holz, nutz ihr und woher bezieht ihr den Stiel - selbst geerntet, Baumarkt oder andere Quelle?

    Die meisten angebotenen Äxte, ob fertig gestielt oder nur als Klingenblatt angeboten, sind im Axtauge oben wie unten gleich und benötigen einen spreizenden Keil im Axtstiel. Das funktioniert auch recht gut wenn es ordentlich eingepasst wird.

    Und die Axt sollte aus einem Stück durchgeschmiedet sein, falls man nicht gerade den Hersteller perönlich kennt (bestenfalls man selbst der Hersteller ist) und ihm vertrauen kann das der aus 2 Teilen bestehende verschweiste Axtkopf Fachmännisch verbunden wurde. Da gibt es so manch ein Ereigniss das plöztlich unerwartet ein Axtkopf in 2 Teile fällt oder eine Lanze und dann wird es GEFÄHRLICH. Leider erkennt man dies nicht immer und der ANbieter muss sich auf die Aussagen seiner Hersteller verlassen. Nicht jeder Anbieter kann Einfluss auf die Hersteller nehmen und Ware aus dem Großhandel - nun ja da wird eine Stückzahl bestellt und der Grossit gibt bestenfalls eine kaum prüfbare Aussage zur Qualität..

    Und um nicht nur die Axt zu behandeln es gibt natürlich auch Schwerter, Saxe, ggf. Messer, Lanzen, Speere im Schaukampfeinsatz, selbst "Pfleilspitzen" - so in England in Hastings gesehen Gummiblunt-Aufsätze die dennoch nicht ungefährlich für den Schaukampfeisatz sind.

    Da habt ihr bestimmt auch eure Vorstellung zu aussehen, Vorgaben zu gewichten, längen und breiten der Klingen.. Punkt der Ballance beim Schwert etc..

    Lasst doch mal lesen oder sehen war Ihr empfiehlt, das kann hier sicherlich auch manch einem nützlich sein, künftig Verletzungen zu vermeiden.

    Nicht zu vergessen Übung, Übung, Übung und angepasste Krafteinteilung sowie eine gute Schutzausrüstung.

    Damit dann alle anschließend frohgelaunt feiern können :smiling_face:.

  • Hallo Olegsson, viel Text und einige Fragen. :upside_down_face:

    Da ich mich nicht kloppe, kann ich zu Reglement und Stahlauswahl für nicht absolut tödliche Waffen nichts beitragen.

    Wozu ich dir etwas sagen kann:

    Stielmaterial:

    Ich setze beim Axtstiel aufgrund technischer Eigenschaften und Plausibilität auf Esche. Einen runden Stiel halte ich für ungeeignet, da man die Axt damit nicht sauber führen kann, was das Verletzungsrisiko für alle erhöht.

    Materialbeschaffung:

    Beim Einstielen meiner ersten Axt war es der zurechtgeschnitzte defekte Stiel einer alten Schaufel. Für meine aktuelle habe ich den Stiel mit Axt, Zieheisen und Messer aus einem wesentlich breiteren modernen Axtstiel herausgeschnitzt.

    Der Stiel muss ordentlich passen und natürlich sicher verkeilt werden. (Zweiten Keil aus Stahl schräg oder in Gegenrichtung!)

    Ich weiß nicht, wie schwer die gängigen Schaukampfaxtköpfe so sind, aber mein Wiki-Axtkopf für die meisten anfallenden Arbeiten hat gerade mal 600g.

    Thema WWW: ich würde diesbezüglich nichts im WWW kaufen. Es gibt genug renomierte Schmiede in der Szene. Kein gesparter Euro ist das Verletzungsrisiko wert. :winking_face:

  • Hallo Egilmar,

    ja der letzte Satz ist ein wahrlich wichtiger.

    Kein gesparter Euro ist das Verletzungsrisiko wert

    Schon mal Danke für die erste Antwort auf meinen Beitrag. Den Beitrag habe ich eingestellt um mal in der Szene zu erfahren wie "Ihr" es handhabt und euch wünscht bzw. welche Erfahrungen aus den Kreisen der Schaukämpfer kundgetan werden.

    Der Post oben sieht nach wenig Vorkenntniss aus, nun da hätte ich auch etwas anders schreiben können. Doch im Kern geht es mir darum Eure Erfahrungen zu lesen und damit auch anderen Hilfestellung zu geben.

    Ich selbst gehöre auch schon lange nicht mehr zu den kämpfenden Darstellern aber verlasse mich ungern allein auf das was im Internet geschrieben wird.

    Das Axt einstielen führe ich auch mit Eschenstielen, gelegentlich mit Eibenholz die ich mit gebotener Vorsicht bearbeite, aus. Und wie von Dir Egilmar bemerkt, ein runder Stiel ist nicht zu empfehlen. Der runde Stiel benötigt zuindest noch mehr Sorgfalt in der Nutzung und kontrolle auf Veränderungen, da sich der Axtkopf auf dem Stiel drehen kann.

    Da die Axtköpfe meist von unten her eingestielt werden müssen benötigt der Stiel, nach möglichst genauer Anpassung an das Axtauge, von oben einen Keil. Den Keil setze ich quer zu den Jahresringen des Stiel ein. Der Stiel wird oben, zum einsetzendes Keiles zuvor angeschnitten, dann in den Axtkopf eingepasst. Ich nutze dann einen Keil aus einem härteren Holz als es das Holz des Stieles ist. Dieser Keil wird mit Wasserfestem Leim bestrichen und eingetrieben sowie über die empfohlene Aushätezeit des Leimes hinaus trocknen gelassen. Später durch abschneiden, schnitzen ggf. schleifen auf das Axtauge herunter geschlichtet.

    Funde historischer Äxtköpfe haben oft einen ovales Auge für den Stiel, nicht ohne Grund. Bei einigen Historischen Äxten die einst ich mit replizierten Stielen im Museum sehen konnte, wurden Stiele von obern her eingesetzt. Dies macht den Stiel jedoch nach unten hin schmaler aber der Axtkopf kann nicht nach oben hin herausgeschleudert werden. Aber kann nach unten zur Hand absinken, das jedoch leicht mit einer Wiklung aus Leder oder naß vorgespannter Rohhaut verhindert werden kann.

    Ein Axtkopf mit 600gr. ist zum Arbeiten gut wenn man nicht gerade einen Baum damit fällen möchte. Für Schaukämpfer kann es oft nicht leicht genug sein, was wiederum gefahren bezüglich Bruch mit sich bringt und gelegentlich auch sehr wenig nach einer Axt, Speer, Lanze, Sax oder einem Frühmittelalterlichen Schwert ausschaut.

    Daher würde es mich freuen zu erfahren welche Gewichte und Formen die beforzugten "Spielgeräte" haben. Nach welchen Regeln eure Waffen für den Schaukampf gerundet sind und welche Rundungsmaße eure Kanten und Spitzen aufweisen.

    Wie in vielen Bereichen wurden auch die Schaukampfwaffen über die Jahre hinweg verändert, sie wurden leichter und dünner....

    Wenn ich an die erste Klinge für den Schaukampf zurückdenke die war sehr schwer doch als damals noch Aktiv arbeitender Handwerker konnte ich noch gut mit dem Gewicht umgehen. Und die später erworbene Klinge aus der Werkstatt von Paul Binz (GB) für die ich Parier, Knauf und Griff herstellte und zum Schwert montierte sah noch aus wie eine Schwertklinge aus jener Zeitstellung. Jedoch bereits leichter im Vergleich zu vielem was damals zu erhalten war, später wurden die Klingen für FMA - Einhandschwerter / Wikingerschwerter auch dort aufgrund des Kundenwunsch immer schmaler und leichter.

    Ich bin gespannt welche Erfahrungen und Informationen noch eingestellt werden, zu Gewichten und Maßen...

    Bezüglich Safety gibt es z.B.: eine Messkarte die bei Mitgliedern der Joms-Vikings gebräuchlich ist und deren Maßvorgaben auf der Seite der Regeln für Sletten (DK) zu finden ist. Bezüglich Rundungen der Spitzen und Kanten bzw. Quadratmilimeter Vorgabe für Speer-Lanzenspitzen...

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