• was es nicht alles gibt- ich habe noch nie davon gehört. In dem Wikipedia-Artikel erfährt man wie das Epinetron verwendet wurde: Der gesponnene Wollfaden wird über die aufgerauhte Oberfläche gezogen. Ich frage mich: Warum? Ich verstehe erstens nicht den Sinn, warum man dem Wollfaden die mechanische Belastung antun will, und zweitens, warum man nicht eine rauhe Fläche (aus Holz oder Ton etc) direkt auf den Oberschenkel legt, sondern so eine Art kleine Tonne daraus macht. Es hört sich alles sehr seltsam an. Zum Glück gibt es ein Buch von Margarete Lang: "Die Bestimmung Des Onos Oder Epinetron", 2023 und 1908. Das werde ich mir irgendwie verschaffen (nicht kaufen), es ist doch einfach zu spannend!

    PS: Es gibt einen Review von 1909 als Online-Ressource zu dem Buch:
    Die Bestimmung des Onos oder Epinetron.
    By Dr. MARGARETE LANG, 19o8.
    THE chief interest of Dr. Margarete Laing's
    brochure is that it is an attempt to deal with
    the curious implement known as the ovos or
    ἐπίνητρον from the practical feminine point
    of view. It was apparently used for more
    than one purpose (Hesychius says that it
    was used for smoothing the thread for spin-
    ning), but was always placed on the knee, as
    depicted in vase-paintings. Probably it was
    of wood, a more practical material, the terra-
    cotta examples which we possess being either
    votive offerings (e.g. those found on the
    Athenian Acropolis), or wedding presents,
    afterwards placed in tombs

  • aha. Ich habe mehrere kurze Artikel aus den Oninetexten der Staatsbibliothek konsultiert, die jeweils nur sehr kurz auf das Epinetron eingehen. Einhellig ist die Meinung, dass die Variante aus Ton eine symbolische Funktion hat (Grabbeigabe!), und das Gerät in der Praxis aus Holz war. Zudem war es in der Praxis kein Behältnis, sondern wurde wie ein Dachziegel direkt über den Oberschenkel gelegt. Und es wird als ein "Knieschoner" angesprochen. Das macht jetzt Sinn: Eine ganze Tagesproduktion gesponnener Wolle (vor der Zeit heutiger Zuchtrassen) möchte man nicht über die Haut gleiten lassen.

    Quellen:

    • David M. Robinson: A New Attic Onos or Epinetron, American Journal of Archaeology, Vol. 49, No. 4 (Oct. - Dec., 1945), pp. 480-490
    • Sheramy D. Bundrick: The Fabric of the City: Imaging Textile Production in Classical Athens, in: Hesperia: The Journal of the American School of Classical Studies at Athens, Vol. 77, No. 2 (Apr. - Jun., 2008), pp. 283-334
    • O. A. W. Dilke: A Gloss on ἐπίνητρον, The Classical Review, Vol. 12, No. 3 (Dec., 1962), p. 201
    • Silvio Ferri: Archeologia della « pròtome », in: Annali della R. Scuola Normale Superiore di Pisa. Lettere, Storia e Filosofia, Serie II, Vol. 2 (1933), pp. 147-158
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