Schmutziges Bienenwachs aufbereiten

  • Für viele meine Bronzegussprojekte benötige ich zum Formenbau in der verlorenen Form einiges an Bienenwachs. Da es ein Verbrauchsgut ist möchte ich natürlich dafür nicht zu viel ausgeben, doch manchmal gibt es ziemliche Reinfälle. Beim letzten Kauf griff ich etwas in die Grütze und muss das Wachs für den benötigten Zweck erst aufwändig reinigen. Für meine Formen benötige ich absolut sauberes Wachs. Das aktuell von einem Imker erworbene kam schmutzig, mehr grünlich verfärbt statt der bekannten gelben Farbe, stark riechend (nein nicht nach Honig) und somit für meine Zwecke faktisch nutzlos.

    Dennoch ist Bienenwachs mit etwas Aufwand recht einfach zu reinigen. Die Schritte möchte ich hier vorstellen.

    Öfters angebotene zum Block geschmolzene Altwaben enthalten, wenn es der Imker nicht komplett reinigte, Reste von Konkons, Kot, Pollen, teilweise auch Krankheitserreger, Reste von Pflanzenschutzmitteln uvm. Der Dreck muss natürlich komplett raus.

    Als erster Schritt stand das Einschmelzen über Dampf in einem zweckentfremdeten Entsafter. Da die Öffnungen im Sieb etwas groß sind und für die bessere Reinigungsfunktion wurde Filtervlies für die Dunstabzugshaube eingelegt. Papierfilter oder ein durchlässiges Stofftuch funktionieren ebenfalls recht gut. Letzteres ist nicht ganz so durchlässig wie das Vlies, daher empfiehlt es sich nicht ganz so viel Wachs auf einmal einzuschmelzen.

    So sieht das Wachs nach dem ersten Durchgang im Entsafter aus. Noch nicht gut, aber schon einmal der gröbste Dreck raus. Also zum Block gießen, fest werden lassen und das Ganze nochmal. Das vormals weiße Vlies war annähernd schwarz.

    TIPP: Steht kein Entsafter zur Verfügung kann das schmutzige Wachs aufgeschmolzen und durch ein größeres Haarsieb vorgefiltert werden.

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    Nach dem zweimaligen filtern ging es daran die restlichen Schmutzbestandteile sowie die Verfärbungen aus dem Wachs zu entfernen. Dazu kochte ich das Wachs insgesamt drei Mal im Wasserbad für jeweils etwas mehr als ein Stunde auf. Zur besseren Ausfällung der Schmutzbestandteile setzte ich bei den ersten beiden Malen ungefähr 50ml Essigsäure pro Liter Wasser zu. So sieht das dann schon annehmbarere Ergebnis aus. Für Kerzen ziehen würde diese Qualitätsstufe ausreichen.

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    Ich möchte aber alle Rückstände aus dem Wachs entfernen, denn nichts ist ärgerlicher als eine Form zB für einen Grapen, einen Kerzenleuchter oder andere Teile angefertigt zu haben und dann stellt sich heraus, dass im Wachs ein Einschluss war, der erst nach dem Bronzeguss auffällt und diesen ruiniert.

    Also wird dem letzten Durchgang die gleiche Menge Zitronensäure dem Wasser zugesetzt. Als Nebeneffekt der Säurebehandlung werden aus dem Wachs alle durch ungeeignetes Werkzeug, wie zB solche aus Eisen oder Kupfer hervor gerufenen Verfärbungen entfernt. So erzielt ihr mit etwas Aufwand ein vollkommen sauberes Bienenwachs für alle eure Projekte. Einziger Nachteil: es riecht durch die intensive Reinigung mit Säure nicht mehr nach Honig.

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    Für alle Durchgänge gilt das Gleiche: nach dem Erkalten werden jedes Mal die an der Unterseite abgesetzten Rückstände großzügig abgekratzt. Bei allen Schritten gilt: flüssiges Wachs ist Feuergefährlich und darf während des Kochvorgangs niemals unbeaufsichtigt bleiben. Wachs sollte niemals direkt im Topf verflüssigt werden!

  • Blöde Frage - es gibt doch dieses künstliche 'Wachs' in grün und blau, was auch industriell genutzt wird. Wäre das für die Projekte daheim (ohne Zuschauer, wo es auf Authentizität nicht ankommt), nicht eventuell eine bessere und weitaus günstigste Alternative?

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