Heute besuchte ich einen Workshop rund um das Thema "Tauschieren" im Freilichtlabor Lauresham im hessischen Lorsch. Das Grundprinzip war mir zumindest theoretisch bekannt, doch die ersten Versuche in der eigenen Werkstatt klappten nicht so wirklich.
Unter fachkundiger Anleitung von Goldschmiedin Sarah Baldes fiel der Groschen wo mein Fehler lag.
Erstens war mein als Trägermaterial ausgesuchtes Eisen viel zu hart um eine ausreichend tiefe Rinne einzuarbeiten und zweitens verließ ich mich zu sehr auf die eher theoretischen Abhandlungen meines Buches über Tauschierarbeiten der Merowingerzeit.
Es muss kein Schwalbenschwanz ins Metall getrieben werden wie es im Buch als Technik für eine haltbare Verbindung genannt wird. Eine mit einem Meißel getriebene V- förmige Rinne reicht völlig aus.
Mein erster gelungener Versuch sieht im Endergebnis gar nicht mal schlecht aus. ![]()
Der Arbeitsplatz ist vorbereitet. Stahlklotz als Amboss, leicher Hammer, scharf geschliffener schmaler Meißel, Halterung für den Rohling. Es soll ein Schmuckanhänger mit einem Muster einer Gürtelzunge aus dem 7./8. Jhdt angefertigt werden.
Hier der Eisenrohling in seiner Halterung. Die im Anschluß zu treibenden Vertiefungen sind vorgeritzt. Daneben liegt zum Vergleich ein mit gleicher Technik verziertes Kreuz.
Hier sieht man den Anhänger mit eingemeißelten Vertiefungen und ersten Einlagen. Die Tiefe sollte so gewählt werden, dass sich der Draht von 0,3 bzw 0,4 mm leicht einlegen lässt und noch leicht erhaben fühlbar ist. Dann mit kurzen kräftigen Schlägen auf eine glatte Punze (ein gerundeter schmaler Durchschlag sollte ebenfalls funktionieren) das zuvor mit dem Meißel ausgetriebene Metall zusammen mit dem eingelegten Draht wieder flach hämmern.
Hier das fertige Ergebnis nach dem Schliff mit feinem Schleifpapier.
Jetzt noch mit dem Gasbrenner bei ca 550 - 600° C zum Korrosionsschutz Bläuen.
Fertig.