Hallo zusammen,
Kennt ihr Faustregeln anhand derer man entscheiden kann welche Webart für Wollklamotten im Früh- oder Hochmittelalter am geeignetsten ist?
Aus meiner bisherigen Recherche hatte ich bereits folgende Punkt mitgenommen:
- Am verbreitesten waren Tuch- und Köperbindung, wobei Köper für Wolle wahrscheinlich verbreiteter war
- Köperstoffe fallen "schöner" als Leinwandbindung.
- Gewalkte Stoffe sind wasserabweisend, ungewalkte eher nicht.
Um die Informationen zu verifizieren und einen Eindruck von der Fundlage zu bekommen, habe ich mir Katrin Kanias "Kleidung im Mittelalter" angeschaut (v.a. den Fundkatalog am Ende des Buches mit Fokus auf der Zeit 900 - 1150). Dort entsteht tatsächlich der Eindruck, dass Köperbindung häufiger gefunden wurde. Allerdings gibt tritt sowohl 2/2 als auch 2/1 Köper auf. Wie unterscheiden sich die Eigenschaften dieser Stoffe? Außerdem tritt Tuchbindung bei Tuniken durchaus auch auf. Was hat damals beeinflust welche Bindung gewählt wurde? Ist hier der Zweck des Kleidungsstücks ausschlaggebend oder eher der sozial Status etc.? Nur bei der Moselund Tunika ist explizit aufgeführt, dass der Stoff gewalkt wurde. Ist gewalkter Stoff für Tuniken eher die Ausnahme als die Regel oder handelt es sich hier um ein Dokumentationsartefakt?
Danke für euren Input! ![]()
LG
Tim