Der Nasalhelm - ein Helm, viele Möglichkeiten?

  • Mein Interesse für mittelalterliche und frühneuzeitliche Helme ist ungebrochen «leidenschaftlich»! 👍😍 In diesem Jahr sind einige wunderschöne und sehr aufwendige Stücke geplant, die sich teilweise bereits im Bau und in Einzelfällen auch schon kurz vor Fertigstellung befinden.

    Ich gehe allerdings nicht bei jedem Helm «all in», sondern versuche (bereits seit 2012/13 bis heute) auch hin und wieder mit kleinerem Aufwand das ein oder andere Projekt auf einem zufriedenstellenden Niveau umzusetzen. Da ich von den einfacheren Projekten länger keines mehr vorgestellt hab, schreib ich heute gerne mal wieder etwas dazu.

    Mir fehlte in meinem Sammelsurium an hochmittelalterlichen Nasalhelmen noch eine Variante mit einem nach vorn bzw. oben gebogenem Naseneisen. Diese Nasale sieht man in den Bildquellen immer wieder mal. Im spanischen Raum tauchen Helme mit dieser Eigenart bereits in der zweiten Hälfte des 11. Jhd. auf und sind im Laufe des 12. Jhd. auch im heutigen französischen, italienischen, deutschen und österreichischen Raum, sowie auch in England zu finden. Ob das gebogene Nasal einen Nutzen hatte, oder ob es sich um eine Art Dekoration handelte, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Einen daran befestigten bzw. eingehängten Gesichtsschutz sieht man zumindest in keiner dieser Bildquellen. Einige davon hab ich euch mit in die Collage gepackt.

    Ausgangsbasis für dieses Projekt war ein «Helm von Stange», der in diversen Internetshops oft als «Italo-Normannischer Nasalhelm» angeboten wird. Ich habe den Helm second hand erworben und diesen dann nachträglich von einem Handwerker, mit dem ich schon seit meinen Anfängen zusammenarbeite, nach meinen Vorstellungen anpassen lassen. Das Naseneisen wurde umgearbeitet und in die gewünschte Form gebracht. Im Helm wurde das eingeklebte Polster samt der alten Kinnriemen entfernt. Zudem wurden die Kugelkopfnieten entfernt und gegen flach geschmiedete ausgetauscht. Einfache Riemen aus Hirschleder wurden ebenfalls noch angebracht.

    Dieser Helm ist natürlich kein «high end-Produkt». Er zeigt meiner Meinung nach jedoch gut, dass man für einen finanziell sehr überschaubaren Rahmen ein schönes Stück für die Darstellung anfertigen lassen kann, dass man so gestaltet, nicht gleich 5 mal auf ein und derselben Veranstaltung findet.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    (Bildquellen: eigene Bilder / pinterest / Comthurey Alpinum

    Freundliche Grüße, Thomas :smiling_face:

  • Gerade für Einsteiger, oder Leute die für Rüstzeug nicht zu viel Geld investieren möchten, aber doch etwas in diesem Bereich anschaffen wollen, ist die oben beschriebene Variante eine gute Sache. Bei Eikes regelmässiger Sendung "talk aus der Wachstube" auf YouTube sind wir in einer Folge mal etwas ausführlicher auf dieses Thema eingegangen. Vielleicht helfen die Tipps daraus dem einen oder der anderen irgendwann mal noch etwas weiter.


    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    (Quelle: YouTube)

    Freundliche Grüße, Thomas :smiling_face:

  • Mein Interesse für mittelalterliche und frühneuzeitliche Helme ist ungebrochen «leidenschaftlich»! In diesem Jahr sind einige wunderschöne und sehr aufwendige Stücke geplant, die sich teilweise bereits im Bau und in Einzelfällen auch schon kurz vor Fertigstellung befinden.

    Neben dem bereits oben vorgestellten Helm sind auf diesem Foto noch zwei weitere Stücke zusehen, die sich zeitgleich im Umbau befanden. Da ich jetzt nicht zwangsläufig für jede dieser Varianten ein eigenes Thema aufmachen will, hänge ich sie hier noch mit an. Wenn ihr zu den Vorlagen Fragen habt, schiesst einfach los. 😎


    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    (Bildquelle: eigenes Bild)

    Dieser Helm ist natürlich kein «high end-Produkt». Er zeigt meiner Meinung nach jedoch gut, dass man für einen finanziell sehr überschaubaren Rahmen ein schönes Stück für die Darstellung anfertigen lassen kann, dass man so gestaltet, nicht gleich 5 mal auf ein und derselben Veranstaltung findet.

    Hier noch ein paar Einblicke zu den Kosten. Auch diese beiden Helme sind ursprünglich "Stangenware" gewesen, die man aktuell mit etwas Glück für um die 70,- bis 90,- Euro in den einschlägigen Börsen finden kann. Neu liegen die heutzutage bei ca. ab 120,- Euro aufwärts. Nach dem oben beschriebenen Umbau lag so ein Projekt im Jahre 2024, mit einem "Gebrauchthelm" als Ausgangsbasis jeweils zwischen ca. 210,- bis 250,- Euro (offiziell mit Rechnung). Ich schrieb oben, dass es sich hierbei um einen "finanziell sehr überschaubaren Rahmen" handelt. Dies klingt bei einem Einsatz von über 200,- Euro fast schon etwas komisch (ich hatte noch die "alten" Preise im Kopf) und daher gehe ich auf diesen Punkt hier nochmal kurz ein.

    "Sehr überschaubar" ist es sicherlich nicht, aber auch in Anbetracht der Preisentwicklung in den letzten Jahren trifft es die Bezeichnung "überschaubar" durchaus noch. Gibt man so einen Helm heute komplett neu in Auftrag, so ruft auch in Osteuropa aktuell ein Schmied ab um die +- 280,- bis 300,- Euro aufwärts für so einen Helm (in dieser Qualität mit 2-teiliger geschweißter Kalotte, etc.) auf. Daher finde ich die Alternative eines solch gerade beschriebenen Umbaus durchaus eine gute Möglichkeit.

    Freundliche Grüße, Thomas :smiling_face:

  • Dieses Thema enthält 13 weitere Beiträge, die nur für registrierte Benutzer sichtbar sind.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!