Ich suche einen Beleg für die bei Rekonstruktionen merowingerzeitlicher Gürtel oft angewendete Art des Gürtelverschlusses mit einem kleinen Riemen der über den Dorn gelegt wird, statt einem Loch. Kennt da jemand was?
Belege für Gürtelverschluss mit dickem Schnallendorn
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Direkter Fundbeleg nicht, nur indirekte Hinweise, die auf den Verschluss mit dem zusätzlichen Riemen schließen lassen.
Gesehen habe ich in Fundberichten im Bereich vor der Schildplatte bewusst vertiefte Dornen die in diesem Bereich gerundet sind wogegen der Rest des Dorns in der bekannten Dachform ausgebildet ist. Möglicherweise absichtlich so gefertigt um einen zusätzlichen Halteriemen an Ort und Stelle zu halten?
In der Tiefe zu enge Schnallenbügel durch die ein Gürtelriemen nur schwer durch passt, der Riemen dann stark geknickt nach vorn abstehen würde oder zu schmale Schnallenbügel die in Relation zum Gürtelriemen zu schmal sind um einen breiteren Riemen durchstecken zu können.
Ebenfalls sprechen recht unbewegliche Schilddorne dafür. Die Dornplatten sind sehr oft ausladend gearbeitet und sperren beim Öffnen gegen die Grundplatte. Ebenso sind Beschläge gefunden worden bei denen Platte und Bügel in einem Stück gefertigt und der Dorn nur ein paar Millimeter beweglich ist.
Gürtelriemen geht schon durch allerdings mit einem ziemlichen Gefummel.
Ebenfalls spricht der ästhetische Aspekt dagegen. Der Gürtel war das Statussymbol schlechthin, mit Beschlägen, möglicherweise mit Kerbschnitt oder Prägungen verziert um dann einen Teil der Arbeit mit einem schnöden durchgesteckten Stück Leder zu verdecken?
Zur Verdeutlichung des Breitenaspektes eine meiner Rekonstruktionen (LK Gießen/ Leihgestern IV). Der Riemen auf die ich die Schnalle aufnähte ist breiter als der Bügeldurchlass. Die Riemenzunge würde nur durch passen wenn sie schmaler geschnitten wäre. Der Gürtel wird ebenfalls mit einem zusätzlichen dünnen Riemen geschlossen.
Diese Proportionen weisen sehr viele Schnallen der MWZ auf.
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Vielen Dank für Deine Antwort. Ich habe tatsächlich gestern eine kleine rechteckige Schnalle, welche einer alamannischen Tasche zugesprochen wird, gefunden, an der sich ein über dem Dorn liegender Lederrest erhalten hat. Ist zwar nur im Bereich eines Taschenverschlusses, aber immerhin ein Hinweis. Aus den Gräbern von Westhofen kenne ich mehrere Funde von Schnallen, an deren Dornen sich noch der Lederriemen erhalten hat, jeweils durch zwei Gürtellöcher gesteckt, um die Schnalle nicht zu verdecken. Die Schnallendorne sind aber alle nicht übermäßig breit, wie dies bei Schilddornschnallen der Mitte des 6. Jhdts. oft der Fall ist.
Der Gürtel der Arnegunde wird ja oft mit einem Knoten rekonstruiert, auf dem der Schnallendorn nur aufliegt. Für die Schilddornschnallen lässt sich diese Trageweise aufgrund deren Form jedoch zumeist ausschließen.
An Bildquellen die relativ genau Gürtelschnallen abbilden, kenne ich eigentlich nur die Schale von Isola Rizza und die Gürtelschnalle von Finglesham. Aus ersterer meine ich zu erkennen, dass der Schnallenbügel durch den Riemen verdeckt ist, bei letzterer erscheint dieser frei und nicht verdeckt zu sein.
Kennt jemand noch andere Bildquellen, die Hinweise auf die Konstruktion merowingerzeitlicher Gürtel geben?
Ich bin gerade dabei meine Schnalle zu montieren und muss eine Entschiedung treffen, ob ich Gürtellöcher möchte, oder nicht. Daher die Frage.
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