wie wurde Musik überliefert ?

  • Aus der Textil-Ecke kommend und relativ unmusikalisch frage ich mich wie ist Musik überliefert ?

    Seit wann gibt es Noten (oder ähnliches), woher weiß man welche Musik es damals gab ?

    Musik ist wandelbar wie Sprache, sie klingt und verklingt, und hat man kein gutes Ohr/Gedächtnis ist sie weg wenn sie verklungen ist.

    Ist also das was wir heute für mittelalterliche Musik halten reine Fantasy ?

    Ich stelle mir das ähnlich schwierig vor, wie historische Rezepte nachkochen, deren Zutaten man kennt aber nicht die genaue Zusammensetzung, das Ergebnis wird also dem heutigen Geschmack entsprechen, egal wie exotisch es wirken mag. Bei Musik ist es vermutlich auch so ?

    Silvia - ohne Ypsilon :winking_face:

  • Musik schriftlich auszudrücken versuchte man schon im antiken Griechenland, allerdings ging diese Methodik dann schon zu römischen Zeiten wieder verloren. Erst Mitte des 9. Jhdt. finden sich in Handschriften wieder Symbole, meist über dem Text, die Tonlängen und -höhen beschreiben sollten, die sog. Neumen, ursprünglich eine Art Nachahmung der Handgesten des Chorleiters. Diese Neumen bekamen dann ab dem 11. Jhdt. ein Liniensystem aus zuerst zwei, dann drei Linien für die Tonhöhen, und im 15. Jhdt sahen dann Noten schon weitgehend so aus wie wir sie heute kennen.

    Regelrechte Liederhandschriften gibt es wohl etwa seit dem 14. Jhdt., zuerst noch ohne Melodie (zB die Manessesche Liederhandschrift), später dann mit Notation, wie das Glogauer oder das Wienhäuser Liederbuch. Bis die Melodien im 15. Jhdt niedergeschrieben wurden haben sie sich also nur mündlich überliefert - und dass eingängige Melodien durchaus im Kopf bleiben kann wohl jeder bestätigen der schon mal einen "Ohrwurm" hatte... :winking_face:

    It´s not worth doing something unless someone, somewhere, would much rather you weren´t doing it. (Terry Pratchett)

  • ja der Ohrwurm ist aber wandelbar und man kennt es wenn Leute einen Ohrwurm singen, summen oder pfeifen und man erkennt nicht welches Lied es sein soll. Dann kann dann Bochum von Grönemeier schon mal wie Hänschen Klein klingen.

    Aber spannend und eigentlich logisch das man früh versucht hat Klänge schriftlich fest zu halten.

    Silvia - ohne Ypsilon :winking_face:

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