Ärmel mit Keil Nähen - Wenn man nicht versteht wies geht - How to

  • Als ich das erste mal versuchte, zu verstehen wie ein Ärmel mit Keil hinten funktionieren soll, hat mein Hirn fast nen Knoten gekriegt. Beim Forentreffen meinte dann unser lieber Thoralf Hiltjuson , dass es ihm genau so geht. Wir sprachen drüber, dass ich, bzw. Thomas, Vroni und ich bei einem Besuch im Geschichtspark Bärnau, eine Darstellerin kennengelernt hatten, die uns eine simple Methode zur Konstruktion gezeigt hatte. Und so entstand die Idee mal einen kleinen Leitfaden zu basteln, wie zumindest ich, erfolgreich das Unterfangen gelöst bekommen habe.
    Wichtig ist, dass man hierzu die Hilfe einer zweiten Person benötigt - wenn man nicht zufällig eine Schneiderpuppe mit den selben Maßen wie man selbst zur Hand hat.

    Die Grundbasis ist "Kleidung im Mittelalter - Materialien - Konstruktion - Nähtechnik; Ein Handbuch" von Katrin Kania. Dort beschreibt sie, welche Maße man wo nehmen soll. Ich und mein Partner haben lange gebraucht um bestimmte Maße und wo diese genommen werden, zu verstehen. Um das zu erleichtern, habe ich eine Grafik erstellt, anhand welcher man sehen kann, wo gemessen werden muss. Das Orange Maß mit dem Fragezeichen wird zwar nicht erwähnt beim Messen, bei der Konstruktion aber gefordert - daher das Fragezeichen.

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    Anhand dieser Maße habe ich den Schnitt erstellt, hier hab ich die korrespondierend zur Maßabnahmeskizze farbig eingezeichnet, was welches Maß ist.

    Dieser vorläufige Schnitt dient als Grundlage für den nächsten Schritt. Hierfür wird ein Reststück Stoff benötigt, irgendetwas Günstiges, das einigermaßen stabil ist wie Baumwolle. Den Schnitt auflegen und eine großzügige Schnittzugabe einplanen. Die obere Welle des Schnittes NICHT einzeichnen, sondern grade abschliessen lassen.

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    Die zwei Schnitteile ausschneiden. Nun kommt der experimentelle Teil 😉, so wie es uns erklärt wurde. Das Kleidungsstück, in das die Ärmel sollen, anziehen. Die helfende Person schiebt nun den Ärmelteil unter das angezogene Kleidungsstück (dargestellt durch die hellen Flächen). Dann rundherum in der Armkugel mit Stecknadeln im Kleidungsstück fixieren. Hierbei in etwa dort feststecken, wo die Nähte hinsollen. Der Unterarm kann auch vorübergehend festgesteckt werden. Wenn der Ärmel gefühlt zu weit ist (zu große Nahtzugabe in Längsrichtung), einfach nach innen umschlagen.

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    Danach wird der Keil reingeschoben. Am besten zuerst den Keil im schon gesteckten Ärmel feststecken. Im Anschluss von der Spitze des Keils den Ärmel nach vorne abstecken, hierbei über den angewinkelten Arm arbeiten, damit es später nicht zu eng ist. WARNUNG: Das ganze ist ein Geduldsspiel. Bis der Arm richtig in der Kugel sitzt und der Keil richtig drin ist, kann es mehrere Anläufe benötigen. Der Lohn ist aber ein Schnitt, auf den man immer wieder zurückgreifen kann.

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    Wenn man alles festgesteckt hat und es gut sitzt, man genug Bewegungsfreiheit hat, kann mit der Schneiderkreide oder wie in meinem Fall mit einem Farbstift markiert werden. An den beiden Schnittteilen alle Kanten markieren. Rund um die Armkugel, die beiden Kanten am Keil und die Kanten des Ärmelteils.

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    Wenn man alles sauber markiert hat, kann man den provisorischen Ärmel abstecken und an den markierten Kanten ausschneiden. Diesen Schnitt dann auf Papier auflegen und nachzeichnen und man hat seinen perfekten Schnitt. Natürlich darf man beim Nähen nicht die Nahtzugabe vergessen. Und es empfiehlt sich, vorher beide Arme vorab zu vermessen und den Schnitt am stärkeren Arm anzupassen. 😉

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    Wenn man sich die beiden Schnitte ansieht, bemerkt man einen relativ großen Unterschied. Diese basieren tatsächlich auf den beiden Schnitten die zur Verwendung kamen. Da die Photos leider nicht gut zu erkennen waren (geblümter Baumwollstoff), habe ich mich dazu entschieden, diese graphisch umzusetzen.

    Ich hoffe, diese Anleitung hilft dem einen oder der anderen, denen es ähnlich ging wie mir.

    Quelle:
    eigene Graphiken selbst erstellt,
    Kania, Katrin (2010): Kleidung im Mittelalter - Materialien - Konstruktion - Nähtechnik; Ein Handbuch. 1. Auflage, Köln Weimar Wien: Böhlau Verlag GmbH & Cie.

    Hwæt! quæþ sē leorningcniht

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