Lanzenbanner im 13. Jahrhundert - Heraldik

  • Schönen Sonntag werte Herrschaften,

    da ich nun endlich wieder Zeit finde, meine Darstellung des niederen Adels im 13. Jahrhundert voranzutreiben, hat sich die Notwendigkeit eines Banners (Pennon) für die Lanze eröffnet.
    Interessanterweise gibt es - wie so oft keine klaren Aussagen - d.h. 3 Symbole, in diesem meinem Fall, 3 Tonbecher in der Ausführung 2/1 (also 2 oben einer unten in der Mitte), sollen auf ein Banner umgesetzt werden

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    Die häufigsten Arten die ich gefunden habe die Umsetzung eines Pennons zu bewerkstelligen, sind nun so wie auf dem Schild abgebildet diese aufzumalen, oder aber das die Oberkante des Schildes parallel zum Stab der Lanze ausgerichtet wäre, damit das Wappen nur in horizontaler Ausrichtung - also bei eingelegter Lanze im Angriff - sichtbar wäre (wobei ich der Vollständigkeit einwerfen muss, es fehlt das Pferd und auch die Befähigung dieses zu lenken :grinning_face_with_smiling_eyes: ).

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    (Quelle: https://archive.org/)

    Grab des Sir John Aubernon 1277

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    (Quelle: https://gallica.bnf.fr)

    Aber auch hier etwas später (Manuscripts de la Bibliothèque Sainte-Geneviève 1370)


    Letztere Version macht durchaus Sinn, denn mit der emporgestreckten Lanze auf Wind hoffend damit das Wappen sichtbar wird, klingt entweder nach sehr viel Geduld oder relativ viel Naivität - hat es aber auf jeden Fall gegeben (hierzu habe ich aber nur sehr späte Abbildungen gefunden). :winking_face:

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    Aus einem deutschen Wappenbuch 1602
    (Quelle: https://daten.digitale-sammlungen.de/)

    Soweit ich noch recherchieren konnte, wären 2 Schwenkel für dieses Pennon für mich angemessen, denn soweit ich in Erfahrung bringen konnte, wurde ein Schwenkel von sehr jungen Rittern geführt (da bin ich jetzt einige Tage drüber 😜), hingegen 3 Schwenkel bereits bei höheren Rängen Verwendung fanden, welche dann vom König oder Kaiser abgeschnitten wurden, wenn derjenige in den Hochadel aufstieg und ein größeres Truppenkontingent führte und somit ein rechteckiges oder quadratisches Banner führte (als Veranschaulichung des Aussehens sei hier das Beaucent des Templerordens zu nennen).

    Hat jemand von euch noch hilfreiche Hinweise oder kann diese Erkenntnisse vielleicht bestätigen?

    Ritter Jost von Swechent, geboren im Jahre 1184 n. Chr., als Lehen Swechent erhalten und unter dem Babenberger Friedrich II. für den Schutze der Ostgrenze des Reiches bürgend.

  • Andrej vom Geschichtsfenster hat letztes Jahr Spass mit Flaggen online gestellt.

    Dort zeigt er einige Abbildungen. Ob dir das hilft, kann ich nicht einschätzen.

    Lieber Thomas,

    erstmal danke für den Tipp!
    Ich hab mir das Video vom guten Andrej angesehen und wie immer rauscht er durchs HoMi durch um dann schnell in seinem Mettier, dem SpäMi zu landen.
    Nichtsdestotrotz konnte ich ich mir mit diesem interessanten Video einen umfassenden Überblick über die Thematik "Banner und Flaggen" machen.
    Im Endeffekt zieht sich da ein roter Faden durch und sogar 1417 konnte ich noch um 90° gedrehte Banner erkennen.
    Alles darüber hinaus, würde bedeuten mit einer Zeitmaschine ins 13. Jahrhundert zu reisen und die Leute dort persönlich zu fragen (was ich unheimlich gerne tun würde).
    Wahrscheinlich würde ich dann aber auch Antworten erhalten wie...."das ist doch ganz klar, bist du dumm oder ein Spion?" und schlussendlich im Kerker oder bei einer peinlichen Befragung landen. 😂

    So mach ich mich mal mit all den Erkenntnissen an die Arbeit, mal sehen was dabei rauskommt!?

    Ritter Jost von Swechent, geboren im Jahre 1184 n. Chr., als Lehen Swechent erhalten und unter dem Babenberger Friedrich II. für den Schutze der Ostgrenze des Reiches bürgend.

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