Hallo,
auf die Gefahr hin mich zu blamieren, aber ich bräuchte mal Hilfe - und wenn ich dumme Fragen stelle, immer grad raus, ich weiß, dass ich hier so viel Ahnung hab, wie der Backstein vom Balzverhalten der Sumpftröte. Vor längerer Zeit habe ich einen Fischgratköper bekommen, dem ich den Fischgrat nicht so ganz abkaufe. Aus dem Stoff sollte mal ein Futter für eine Gugel und ein Schal werden, Gugel verlor ich das Interesse, für den Schal habe ich mir Fischgrat ausgesucht und bin da etwas stur. Jetzt liegt der Stoff brach und das möchte ich ändern.
(Quelle : eigene Bilder)
Alle 3 Bilder zeigen denselben Stoff, ist bei LED Mischlicht aufgenommen, im Original hat er so eine minimal ins Grüne gehende Walnuss-Farbe, weiß nicht wie ich das beschreiben soll, meine Mutter hätte es "Schissmansbraun" genannt. Erinnert mich etwas an manche Uniformtuche aus dem amerikanischen Bürgerkrieg, also Südstaaten. Herkunft ist nicht genau bekannt, die Verkäuferin meinte nur "Hat der Oppa mitgebracht, die Omma hat dann imma drauf gebügelt!" - ob aus dem Knast, der Nordpolexpedition Sir Ernest Shackletons oder vom Kartenspielen - man weiß es nicht. An einer Kante sind Lochnieten, Vermutung war, dass der Stoff mal ein Flurtrenner war.
Was ich weiß: Es ist wohl Gleichgratköper(?), reine Wolle (wahrscheinlich Schaf, und sehr dünn. Gefärbt wurde er sicher mit den Vitaminen B, A, S und F - aber auch wenn er mit Walnuss gefärbt wäre, wäre das für das Mittelalter wumpe.
Das Erste was ich mich frage: Kann man feststellen, ob die Dünne des Stoffs überraschend gleichmäßige Abnutzung ist? Ich habe dran gezogen, geribbelt, gerissen und hab ihn aneinander gerieben, er scheint weder mürbe noch anderweitig beschädigt. Gibt sonst etwas zu beachten?
Mein Plan mit dem Stoff ist ein Kopfkissen, Multiperiod. Vorneweg, für das Frühmittelalter habe ich keinen expliziten Beleg für Kissen, aus dem HMA kenne ich die sogenannten Wangenkissen. Für die meisten anderen Zeiten habe ich hier Hinweise. Der Plan ist eine Art rechteckige, flache Tasche, mit Futter aus dichtem Leinen. Letzteres, damit es beim Stopfen mit Stroh nicht pikt. Verschluss entweder einfacher Knopf, oder Bändel. Eventuell auch das Innenfutter getrennt, sodass es im gefüllten Zustand mit der Öffnung voraus in den Wollteil geht.
Das Problem ist das Nähen, je nach Zuschnitt kann ich eventuell die vorversäumten Teile nach innen nähen, und erspare mir das Einsäumen da. Ich dachte daran, die Verbindungen mit dem Steppstich zu nähen und die Losen enden mit einem Knopflochstich versäumen, oder 1x falten und dann wieder Steppstich. Da wäre dann die nächste Frage, für einen Laien, welcher Faden (Wolle oder Leinen (Baumwolle scheidet aus), welche Art Garn, wie dick und welche Nadel dazu? Wie viel Saumzugabe bei so altem Stoff, damit er sich nicht aufribbelt?