Versuch: Brenndauer gerollte Kerze

  • Der heutige Versuch dreht sich um die Brenndauer einer handgerollten Bienenwachskerze mit einem aus Flachs gedrillten Docht. Diese ist nach einem Vorbild einer im Gräberfeld Oberflacht gefundenen Kerze aus dem 6. Jhdt., jedoch ohne die Harzbestandteile im Wachs gefertigt.

    Abmessungen der Kerze: 130x18 mm, gerollt aus einer Lage Wachs, anschließend per Hand verdichtet.
    Docht: Flachs, 2 Fäden verdrillt.

    Beobachtung:
    Der gedrillte Docht brennt ruhig und biegt sich wie moderne geflochtene aus der Flamme heraus, verglüht dort, muss daher nicht gekürzt werden.
    Für die schlanke Kerze ist der Docht zu dick. Er erzeugt zu viel Hitze, dadurch tropfen und daraus resultierend reduzierte Brenndauer der Kerze.

    Wachsverbrauch: 3 cm/ Stunde.
    Prognostizierte Brenndauer: 4 Stunden.

    Fazit: bei Verwendung von verdrilltem Flachs sollte die Kerze für eine längere Brenndauer mit zwei Wachsplatten gerollt werden. Für den Docht ist auf die Verwendung gleichmäßiger Fäden zu achten, holzige oder unregelmäßige Bestandteile verändern das Abbrandverhalten.

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    Bildquelle: eigene Bilder

  • Wie wurden die Wachsplatten zum Rollen hergestellt?

    Wurde eine Rahmenform gebaut und das Wachs hineingegossen oder einfach das Wachs auf eine Platte gegossen und dann zugeschnitten?

    Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.

  • Das Wachs wurde in einem Tontopf am Feuer geschmolzen, mit einem Holzlöffel auf vor jeder Nutzung gewässerten Stück Glattleder dünn verteilt, nach dem Abkühlen zugeschnitten, vom Leder abgezogen, wieder auf das noch warme Leder zurück gelegt und um den Docht gerollt.

    Der Trick ist den richtigen Zeitpunkt abzuwarten. Zu warm hat man Brei an den Fingern, zu kalt bröckelt die Platte.

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