Entstehungsgeschichte meiner „Münzer Darstellung“

  • Seit frühester Jugend habe ich mich mit deutschen Münzen beschäftigt. Allerdings begann die Sammlung erst mit dem Kaiserreich ab 1871. Irgendwann war mir das Sammeln nach Katalognummern und Prägestätten zu fad geworden. Abzusehen war ja auch, dass einige Münzen unerschwinglich sein würden, sodass ich die Sammlung nie voll bekommen hätte. Ich verkaufte meine Sammlung und stürzte mich auf eine Heimatsammlung. Heimat heißt für mich Soest und Soest hat eine lange Münzgeschichte.

    Diese beginnt mit Kaiser Otto II. Soest prägte also die Kölner Pfennige unter den Ottonen Kaisern nach. Ganz stumpf mit dem S COLONI A Schriftzug auf der einen Seite und ODDOREX oder ODDOIMP oder ODDOIVIPING je nach dem als Umschrift und darin das Kreuz mit den vier Kugeln auf der anderen Seite. Wie erkannte man das solche Münzen in Soest geprägt wurden? Das war nicht nötig aber die vierte Kugel im Kreuz bekam ein Anhängsel. Dies sieht ähnlich wie ein Getreidekorn aus, so meinte man in früheren Zeiten das es auf die Fruchtbare Soester Börde hindeuten würde.

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    (Quelle : eigenes Bild)

    Erzbischof Bruno von Köln der Bruder Kaiser Ottos I. überführte die Reliquien des Heiligen Patroclus nach Soest und förderte damit und mit Geld den Bau der Stiftskirche St. Patrokli in Soest. https://de.wikipedia.org/wiki/Patroclus_von_Troyes

    Damit war auch für Soest die Prägung der Münzen unter den Kölner Erzbischöfen gesichert. Viele Nachfolger von EB „Brun“ ließen in Soest prägen.

    Erst 1480 fing die eigenständige städtische Soester Prägung an, die 1749 endete.


    Nach gut vier Jahrzehnten Sammeltätigkeit hatte ich aber nun alle wichtigen Soester Münzen beisammen. Was macht man nun als Sammler ohne Sammelgebiet? Eine Frage die schon länger für mich im Raum stand lautete: „Wie wurden eigentlich die Münzen hergestellt“, meine Recherche begann. Vorhandene Fachliteratur half mir mit einigen Hinweisen zu Spezialartikeln und Aufsätzen. Das Münzenforum in dem ich mich rumtummele führte mich zu einigen Abbildungen die wohl jeder kennt der sich etwas mit der Materie beschäftigt. Es sind zu nennen die „Spiezer Bilderchronik mit der Schweizer Münzwerkstatt von 1485) https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/013654/2009-11-24/

    oder von 1510 aus dem „Weißkunig der Besuch des Kaisers in der Münze“

    https://www.alamy.de/stockfoto-geld…e-28739861.html

    oder ganz bekannt auch das Glasfenster von Schaffhausen aus dem Jahr 1556.

    https://www.reddit.com/r/StainedGlass…scenes_of_coin/

    Das Internet half mit diesen Suchbegriffen weiter und führte mich zu zwei wirklich informativen Büchern:

    Helmut Caspar „In meiner Muntz schlag ich gericht“ Münztechnik auf historischen Bilddokumenten, numismatische Beiträge Sonderheft 1 Berlin 1974 Kulturbund der DDR zu nennen.

    https://www.zvab.com/buch-suchen/ti…/helmut-caspar/

    Henner R. Meding „Die Herstellung von Münzen“ von der Handarbeit im Mittelalter zu den modernen Fertigungsverfahren. Herausgeber: Gesellschaft für internationale Geldgeschichte, gemeinnützige Forschungsgesellschaft e.V. Frankfurt am Main. Das Vorwort wurde 2006 verfasst. https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/An…igungsverfahren

    Mein Beruf als Goldschmied ermöglichte mir Werkzeug und Material zu beschaffen die ich zur Herstellung der Münzen brauchte. Wie schon beschrieben ging es nur um die Darstellung einer kleinen regionalen Münzwerkstatt die nur durch Hammerschlag prägte und noch nicht maschinell ausgestattet sein sollte. Der Zeitraum ist bis zum Ende des 15. Jahrhunderts begrenzt. Für mich war dies nicht der größte Akt, viel schwieriger war es an die passende Garderobe zu kommen.


    Alle Schwierigkeiten waren dann 2009 überwunden so dass ich bei der ersten Darstellung „Der Soester Fehde“ als Münzer vor Publikum auftreten konnte. Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    (Quelle eigenes Bild)

    Das Zelt na ja, das möge man mir verzeihen wurde der Einfachheit halber ein „Biegerzelt“. Gebraucht


    auf der Messe in St. Denis im 14. Jahrhundert, aber wohl nur als Schankzelt. Bei weiteren Darstellungen habe ich gerne überdachte Veranstaltungsorte wie Kreuzgänge und Museen den Vorzug gegeben.

    AEM3.jpg (450×445)

    (Quelle : el teatro: Teatro Medieval )

    Soweit meine Anfänge als Münzer des 15. Jahrhunderts.

  • Tolle Darstellung und gut umgesetzt.

    Die Idee mit dem Schankzelt finde ich gut.

    Kannst du über dies in einem neuen Beitrag mal etwas schreiben?

    Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.

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