In der Gürteltasche des Hermann van Goch in Köln ist aus dem späten Mittelalter der komplette Gürtelbehang samt Gürtel erhalten.
https://museenkoeln.de/portal/bild-de…spx?bdw=2009_16
Quelle : Museen Köln, leider wird die Seite gerade überarbeitet, und es gibt kein Bild
Mit dabei neben einem schmucken Klapplöffel samt Futteral, einer Gürteltasche aus Hirschleder, einem Geldbeutel : mehre kleine Reliquenbeutelchen.
Fürs heutige Verständnis ist das der Reliqienverehrung mit Hoffnung auf Heilung ziemlich schräg, aber es muss damals große Hoffnungen in diese Richtung gegeben haben. Bei meiner Recherche in Sachen Taschenspiegel bin ich auf verdammt kleine Spiegelfassungen gestoßen, die wohl nicht der Überprüfung der eigenen Optik dienten, sondern die man nutze um bei Wallfahrten das Spiegelbild von Heiligtümern aufzufangen. Nach damaligen Verständnis wurde alles heilig, was mit dem Heiligtum in Verbindung kam. Man legte von klerikaler Seite kleine Bildchen mit Segensprüchen auf die Reliquie und verkaufte diese. aber auch das Spiegelbild solcher Heiligtümer galt als heilig und damit heilsbringend. Die Schluckbildchen konnte man der/dem kranken Angehörigen mit nach Hause bringen und sie sollen tatsächlich geschluckt worden sein. Der Glaube versetzt Berge, und wenn schon jemand eine Reise unternimmt um an solche Bildchen zu kommen, dann hat allein dieser Liebebeweis sicherlich Wirkung gehabt.
Gleichzeitig galten Reliquien auch der Vorbeugung und Gefahrenabwehr.