Angeregt von einer Aussage in einem anderen Thema würde ich gerne wissen, ob Ihr schon einmal darüber nachgedacht habt, Kleidung altern zu lassen.
Das glaube ich nicht.
Ich halte es für wahrscheinlicher, dass die Cotten lange repariert und geflickt wurden. Wenn man sich den modernen Reenacter anguckt sind eh immer alle Sachen wie neu und sauber. Selbst die Kampfcotten. Ich denke das grade in dem Bereich durchaus geflickt und gestückelt wurde. Im zivilen Rahmen vermutlich auch grade im unteren Standesgebiet aber auch ein adeliger wird unter der Kette keine feine Wolle in teuren Farben tragen.
Quelle : "Gambeson" oder Cotte aus dickerer Wolle - Hospitaliter - Mittelalterforum.org
Damit meine ich nicht sie vorsätzlich kaputt zu machen oder schmutzig, sondern ob man der Kleidung die berufsbedingten Abnutzungsspuren verleiht die sie hätte, würde man sie tatsächlich verschleißen. Die Kleidung im Hobby sachgerecht zu verschließen schaffen ja leider nur wenige. Versteht mich nicht falsch, die Kleidung soll schon gepflegt sein, aber halt nicht neu.
Beispiel : bei meiner Arbeit als Weberin, bekommen meine Cordhosen dünne Stellen am Po und den Oberschenkeln, der Flausch des Cord Stoffs reibt ab. Meine Pullover haben auf Bauchhöhe und Unterarmen mehr Pillchen als an den anderen Stellen. Lege ich das auf ein historisches Kostüm um, würde das bedeuten das Wollkleidung an diesen Stellen an Po, Oberschenkel, Bauch und Unterarme dünner wären und der Bauchbereich mehr Pillchen auf der Wolle hat. Leinenkleidung würde vermutlich glänzen. Das ist für dieses Beispiel ziemlich einfach nachzuvollziehen, da die Arbeit am Handwebstuhl in seiner Form seit dem Mittelalter gleich geblieben ist. Im Gegensatz zur Verhüttung von Eisen z.B. da müsste man sich halt Gedanken machen wo und wie der Job seine Marke auf der Kleidung hinterlässt.