Zeugdruck (oder: teure Muster für arme Leute)


  • Da das Thema bisher noch nicht angesprochen wurde, möchte ich gerne den Zeugdruck als interessante Technik für Darsteller einbringen, die nach einer historisch authentischen Alternative zu aufwändig gemusterten Samiten und Lampassen suchen. Bereits in der Antike war das Bedrucken von Textilien mit Holzmodeln bekannt, wobei Leinen häufig als Grundstoff verwendet wurde. Die Holzblöcke wurden durch Schnitzen oder Brennen mit erhabenen Mustern versehen. Ein bekanntes Beispiel aus dem 14. Jahrhundert ist die Tapete von Sitten. Ihre Blütezeit erlebte die Technik im 15. Jahrhundert, oft mit dem beliebten Granatapfelmuster.
    Wer sich für die handwerklichen Details und die Zubereitung der Druckfarben interessiert, findet eine gute Einführung bei Wikipedia unter dem Stichwort "Zeugdruckerei".

    Literatur: Renate Jaques: Deutsche Textilkunst 1942, 6-25; Dieselbe: Mittelalterlicher Textildruck am Rhein 1950; Lexikon der Kunst VII, 905-906; K. Schmidt: Textildruck, 1973; L. v. Wilckens: Der spätmittelalterliche Zeugdruck nördlich der Alpen, in: Anzeiger des Germanischen National-Museums, 1983, 7-18.

  • Eine interessante Technik, die im Living History bislang noch keine Beachtung fand. Zufällig kenne ich einen Markthändler dessen Lebensgefährtin das anbieten wollte. Geriet etwas mangels Nachfrage ins Hintertreffen.

    Ich glaube, ich habe mit dieser Dame vor 2 Jahre auch schon ein Gespräch darüber geführt, sie hatte kleine Proben dabei, allerdings nicht SpäMi. Ich hatte es aus dem Blick verloren. Danke fürs erinnern, da muss ich sie doch mal anschreiben :winking_face:

    Dorneburger Haushalt - semper studens :upside_down_face: (stets bemüht)

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