Die Qual der Wahl - Bruchen

  • Hallo zusammen,

    Ich schlage mich schon seit geraumer Zeit mit der Frage herum was der geeignetste Schnitt für eine hochmittelalterliche Bruche ist. Immer wieder bin ich auf die Rekonstruktionen von Purrucker und Thursfield gestoßen. Da ich keine der Publikationen bisher in die Finger bekommen konnte und aus den Interneterklärungen nicht schlau geworden bin, habe ich mich auch noch nach Alternativen umgesehen und bin auf diesen Artikel gestoßen: https://hibernaatio.blogspot.com/2014/04/nain-s…nevaatteen.html indem die Bruche überhaupt nicht genäht, sondern nur gewickelt wird. Erstaunlicherweise finde ich, dass die Fotos dort deutlich näher an den Abbildungen z.B. aus der Kreuzfahrer Bibel sind als die üblichen "genähten" Bruchen, die ich im Internet gefunden habe. Spricht irgendwas gegen die gewickelte Variante, was in diesem Artikel unterschlagen wird und kennt jemand eine gute Anleitung für die oben genannten Schnittmuster? Der Purrucker Schnitt wirkt auf mich etwas einfacher, weshalb ich dazu tendiere es zunächst damit zu versuchen, wenngleich ich den Eindruck habe, dass der Thursfield Schnitt sich in einschlägigen Foren und Blogs größerer Beliebtheit erfreut. Wie sehen da eure Erfahrungen aus?

  • Auf das Thema "gewickelte Unnerbuxe" stieß ich ebenfalls schon, probierte es allerdings noch nicht aus. Versuche es, wenn es dir liegt spricht nichts dagegen es zu tragen.

    Was die genähten Varianten angeht habe ich beide Versionen umgesetzt, wobei ich die nach Thursfield heute nicht mehr nähen würde. Die hat es in der Form wohl nicht gegeben. Da möchte ich Joerg Aumann nicht vorgreifen, er hatte zu Sarah Thursfield Kontakt aufgenommen und kann mehr dazu schreiben. Nicht mehr nähen nicht wegen des "gab es so nicht" sondern wegen des erheblichen Stoffverbrauchs. Das Ding besteht im Prinzip aus einer Röhre, zwei Keilen und einem Bund mit Tunnelzug. Meine ist knöchellang und da ich recht viel Zugabe wählte (blöde Idee, enger ist besser, muss ja unter die hosen drunter) bauscht das nicht nur zwischen den Beinen ziemlich.

    Die aus vier Quadraten (2x Beine, einmal Mittelteil, 1x Bund) genähte nach Purrucker benötigt weniger Stoff und sitzt besser. Müsste ich sie heute nochmals anfertigen würde ich die Beine überknielang wählen, statt des mittleren Rechtecks eine Raute einnähen und sie insgesamt mehr meinem tatsächlichen Hüftumfang anpassen.

    Im Endeffekt gibt es DIE Bruoch nicht. Ausprobieren und das was Dir am ehesten zusagt anziehen. Hier ist zB eine Version, die wie die nach Purrucker aussieht, aber komplett aus einem Stück geschnitten wurde.

  • Das war was ich damals mit Sarah kommuniziert habe:


    Frage:

    Dear Mrs. Thursfield, At first wish you a happy new year.

    I have a perhaps strange question.

    Until now I was sewing my breeches in the pattern described by Purrucker ... many friend adviced me to try the cut developed by you.

    So I went out and bought your book in the second edition.

    But I noticed that the cut adviced by my friends is not anymore in the second edition ... it was only in your first edition.

    So now my question: why did you decide to drop that kind of cut ?


    Antwort:

    After more years of making breeches I found that the second pattern is very adaptable to different figures and sizes.

    Some people have had difficulty making the 'tube' type fit on their thighs.

    I don't think they are 'wrong' as most of this is guess-work, but there was no room to keep everything in the new book.

    And some of the big wrinkled shapes of breech are probably just a 'clout' wrapped and tucked into a brayer.

    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.

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