Römische Wundklemmen
Material: Bronze
Größe: 5 - 7 cm
Originalfunde: Worms, Alzey, Mainz
Anspruch: fundnah / belegorientiert
Diese Klemmen werden zwar meist als Wundklemmen angesprochen, allerdings gibt es zu dieser Interpretation auch zweifelnde Stimmen. Ja, sie funktionieren als Wundklemmen, allerdings können sie auch gleichermaßen als allgemeine Klemmen genutzt werden, beispielsweise zum Fixieren von Verbänden.
Ihre Konstruktion ist denkbar einfach: Ein Bronzedraht wird in die passende Form gebogen und durch Hämmern ein wenig versteift (und dadurch federnd). Danach wird der Schieber aus Draht oder Blech so um die Schenkel der Klemme gebogen, dass die Spitzen im nach vorne geschobenen Zustand bündig schließen. Bei einigen Funden sind die Spitzen so zurecht gefeilt, dass sie miteinander verzahnen.
Das Formenspektrum der Funde ist recht vielfältig, wobei das Grundprinzip im Aufbau immer gleich ist. Die Klemmen bestehen stets aus einem Draht, formen hinten zwei Schenkel (teilweise mit einer Öse, und bilden im vorderen Bereich eine große Öffnung. Ich habe einfach mal drei der Varianten nachgebaut.
Zeitaufwand pro Klemme: ca. 30 Minuten mit Biegen, Spitzen feilen, 'Härten', ausrichten, Schieber formen und anpassen, flach Hämmern und Polieren.
Bildquellen:
- Olaf Krause - Der Arzt und sein Instrumentarium in der römischen Legion
- John Stewart Milne - Surgical instruments in Greek and Roman times