Warnehmung von Zeit, damals und Heute?

  • Ich habe immer wieder über den Begriff "Zeit und Zufälle" nachgedacht.

    "Das ist ja so lange her!".

    Mein Vater ist 1935 geboren. Der letzte Veteran der Schlacht von Gettysburg, starb 1949. Die beiden hätten sich treffen können.

    Samuel J. Seymour trat 1956 in der TV Show "Whats my Secret" (das Vorbild für Lemkes "Was bin ich") auf. Sein Geheimnis war, dass er im Fords Theatre war, als John Wilkes Booth Abraham Lincoln erschoss.

    Zu der Zeit waren meine Eltern bereits verheiratet, mein Vater arbeitete bei Grundig und sie hatten einen Fernseher - und konnten AFN empfangen. Mein Vater hätte mir also davon erzählen können, dass er den Zeugen von Lincolns Ermordung im Fernsehen gesehen hat!

    2004 starb mit Alberta Martin die letzte Witwe eines konföderierten Veteranen im Alter von 97 Jahren, sie hatte den Veteranen als Teenager geheiratet.

    Bis in die 80er gab es ein Schwesternpaar in den USA, deren rüstige Väter und Grossväter im hohen Alter nochmals Eltern wurden. So konnten sich die beiden Damen aus Georgia rühmen, dass ihr Opa(!) als Trommeljunge bei Washington, in Valley Forge, dienten und Ihr Vater als Soldat in Grants Army of the Potomac im Bürgerkrieg.

    Und wenn wir denken, das ist lange her - erst 1969 wurde begonnen, Homosexualität in DE nicht mehr als Straftat zu verfolgen, erst 1994 wurde dieser Schandfleck komplett entfernt.

    Wir stellen Stammbäume für historische Personen auf, ich scheitere bei 3 von 4 Großeltern, deren Eltern ausfindig zu machen.

    Aus der Geschichte kennen wir viele Personen, die sich als "Sohn von XY" bezeichnen (Namensystem in Nordeuropa, mit ...son und ...dottir).

    Legendär ist ja auch Hadji Halef Omar Ben Hadji Abul Abbas Ibn Hadji Dawuhd al Gossarah aus den Karl May Romanen.

    Aus der Zeit nach dem 30 Jährigen Krieg kenne ich etliche Familienbriefe, die sehr detailliert Buch führen, aber wie war es vorher, in Europa?

    Es sind ja Chroniken bekannt, wie St Gallen, oder die Britannische Chronik. Auch der Teppich von Bayeux stellt ja eine Art Chronik dar. Aber gibt es Anzeichen, dass Zeit, Vergangenheit, eine wichtige Rolle im Alltag spielte? Von Aristoteles soll ja ein Rant bekannt sein, in dem er sich, einem heutigen Grantler nicht unüblich, über die verlotterte Jugend auslässt.

    Gibt es hier Aufzeichnungen, die auf die Bedeutung von Zeit und kontemporärer Geschichte für die Mittelschicht Aufschluss geben? Oder sind Floskeln wie "Back in my days...." / "Damals, als die Holschuhe noch aus Stein waren!" eher moderne Erscheinungen?

    Reenactmentwebseite (multiperiod): https://www.jordheim.info/
    Outdoor & Waldhandwerk (pausiert): https://huginfell.de/
    𝒩𝓊𝓇 𝓋ℯ𝓇𝒶𝓃𝓉𝓌ℴ𝓇𝓉𝓁𝒾𝒸𝒽, 𝒻𝓊̈𝓇 𝒹𝒶𝓈 𝓌𝒶𝓈 𝒾𝒸𝒽 𝓈𝒶ℊℯ, 𝓃𝒾𝒸𝒽𝓉 𝓌𝒶𝓈 𝒟𝓊 𝓋ℯ𝓇𝓈𝓉ℯ𝒽𝓈𝓉!

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