Templer: 13.10.1307 Der schwarze Freitag

  • Von der königlichen Kanzlei Philipps IV, ergingen an alle „Dienststellen“ in Frankreich versiegelte Briefe mit der Auflage, sie am Freitag, den 13. Oktober 1307, zu öffnen und dann strikt dem Inhalt gemäß zu verfahren. Die Briefe enthielten die Haftbefehle. Mit dieser landesweit konzertierten Aktion konnte erfolgreich verhindert werden, dass die Brüder sich untereinander warnen konnten. Durch zahlreiche und fast gleichzeitige Verhaftungen wurden sämtliche Templer in Philipps gesamtem Machtbereich überrascht. Die königliche Seite brüstete sich damit, dass nur zwölf Ritter entkommen seien, darunter nur ein einziger Würdenträger. Die Verhaftungswelle war ein gut durchorganisiertes, polizeiliches Kommandounternehmen – das erste bekannte seiner Art in der Geschichte.

    In Paris wurden 138 Personen festgenommen. Eine päpstliche Kommission zählte 1309 noch 546 Inhaftierte in Paris, wohin die Festgenommenen gebracht worden waren. Die Untersuchung der Inquisition zog sich über Jahre hin. Die Vorwürfe waren bei allen Brüdern gleich: in erster Linie Häresie, Sodomie (im Sinne von Homosexualität) und Götzendienst. Eine reale Grundlage für den Templerprozess war aus heutiger Sicht nicht gegeben.

    Wir leben alle unter dem gleichen Himmel. Aber wir habe nicht alle den gleichen Horizont.

    Konrad Adenauer

  • Viele Bekannte wissen immer noch nicht, warum Freitag der dreizehnte als Unglückstag gilt. Ich habe den Tag heute aber zum Anlass genommen, ein paar Leute mit der Geschichte zu behelligen. Ob sie wollten oder nicht 😁 Und natürlich nicht ganz so detailliert.

  • Freitag der 13. als genereller Unglückstag? Ich erlaube mir hier mal, einen Text von Benjamin Lammertz von meinem Lieblingsblog "InForo1300" hier hin zu kopieren:

    "Es ist Freitag der 13te.

    Das bedeutet, man kann wieder einmal überall im Internet lesen, dass der Aberglaube, wonach dieser Tag Unglück bringen würde, auf die am Freitag, dem 13. Oktober 1307 begonnene Verfolgung des Templerordens zurückgehen würde.

    Dieses ganz Europa erschütternde und tatsächlich in weiten Teilen aller Gesellschaftsschichten als politisch motiviertes Unrecht wahrgenommene Ereignis hätte den Glauben an Freitag den 13ten als Unglückstag entweder hervorgebracht oder zumindest in der europäischen Wahrnehmung zementiert.

    Das Problem ist nur:

    Es gibt überhaupt keine Quelle aus dem Mittelalter, die belegt, dass Freitag der 13te allgemein als Unglück bringender Tag galt.
    Keine Einzige.

    Die Zahl 13 und der Freitag an sich wurden unabhängig voneinander zu bestimmten Zeiten und in bestimmten Regionen sehr wohl als Unglücksbringer gesehen.

    Die 13, weil sie über die 12 als symbolische Zahl göttlicher Vollkommenheit hinausging. Weil Judas Iskariot der 13te am Tisch des letzten Abendmahls war.

    Der Freitag als Todestag Jesu (wobei er zu anderen Zeiten und in anderen Regionen genau aus diesem Grund als besonders gesegneter Tag galt).

    Aber für Freitag den 13ten als besonders unglückbringendes Datum stammen die ersten Belege aus dem 19ten Jahrhundert.

    Im französischen Theaterstück "Les Finesses des Gribouilles" erklärt ein Charakter: "Ich wurde am Freitag dem 13. Dezember 1813 geboren, wovon all mein Unglück ausgeht".

    Die von H.S. Edwards geschriebene Biographie von Gioachino Rossini erwähnt, wie alle Italiener habe dieser die 13 für eine Unglückszahl und den Freitag für einen Unglückstag gehalten und somit sei es ironisch, dass er an einem Freitag dem 13ten gestorben sei.
    Die Tatsache, dass Edwards es scheinbar für erforderlich hält, zu erklären, warum der Freitag der 13te in diesem Zusammenhang für Rossini ein besonders unglückliches Datum war, legt nahe, dass dieser Aberglaube zu seiner Zeit in England wohl nicht besonders verbreitet war.

    Wirklich weite Verbreitung fand der Aberglaube erst Anfang des 20sten Jahrhunderts, als 1906 der Roman "Freitag der 13." von T.W. Lawson erschien, in dem ein durchtriebener Börsenhändler sich die Angst vor dem Datum zunutze macht, um einen Börsencrash auszulösen.

    Der Roman wurde international ausgesprochen erfolgreich und verbreitete die Vorstellung vom Freitag den 13. als Unglückstag schnell.

    In der Folge griff eine Vielzahl an Romanen, Filmen, Theaterstücken und anderen Medien den Aberglauben auf und schon nach ein-zwei Jahrzehnten wurde er von den meisten Menschen als etwas selbstverständliches wahrgenommen, was immer schon Teil des in ihrer Kultur vorhandenen Aberglaubens gewesen sei.

    Also nein:

    Der Glaube an Freitag den 13ten als Unglückstag kommt nicht von den Templern und ist nicht mittelalterlich, sondern das erste Mal im 19ten Jahrhundert nachweisbar."

    Also: unabhängig von den tragischen Ereignissen des 13.10.1307 galt sowohl der Freitag als auch die Zahl 13 bereits vorher zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten als unheilbringend. Freitag der 13. als Unglückstag ist aber erst seit dem 19. Jhdt. bekannt.

    It´s not worth doing something unless someone, somewhere, would much rather you weren´t doing it. (Terry Pratchett)

  • Magister Technicus 21. März 2025 um 10:51

    Hat den Titel des Themas von „13.10.1307 Der schwarze Freitag“ zu „Templer: 13.10.1307 Der schwarze Freitag“ geändert.

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