Beiträge von Grimmbold

    Thoralf Hiltjuson Das 12. Cadian ist ein Regiment der Cadian Schocktruppen des Astra Militarum. Das Regiment erlitt beim Fall des Eismakropols Magnox schwere Verluste; in der Folge wurde das 12. mit dem 78. Cadian – einem ebenfalls unterstarken Regiment – zum 12./78. Cadia zusammengelegt.

    Bekannte Feldzüge waren:
    935.M41: Das 12. Cadia kämpfte auf Brens Welt und führte den entscheidenden Vorstoß an, der Havens Spire vernichtete, nachdem Einheiten der Storm Trooper mehrere Deflektorschild-Generatoren ausgeschaltet hatten.
    968.M41: Sieg über die Night Lords in der Schlacht von Vogen.
    999.M41: 13. Schwarzer Kreuzzug. Verlust mehrer Kompanien beim Rückzug
    Unbekanntes Datum: Fall des Eismakropols Magnox.

    Das 12. Cadia verlor viele seiner Kompanien bei der Verteidigung und dem Rückzug von Cadia, wie im Buch des Cadianischen Exitus zitiert wird:

    Zitat

    „Als die letzten Transportschiffe mit den Überlebenden ablegten, waren im finsteren Schlund des Alls noch immer rote Laserstrahlen zu sehen. Verteidiger Cadias, die sich weigerten aufzugeben, selbst als die Welt unter ihren Füßen zerbrach.“

    Was diesen willen, dieses Durchhaltevermögen und die Figuren so interessant macht, ist ihre Normalität, ihre Zerbrechlichkeit im Universum. Was das sehr gut ausdrückt, ist der Dialog zwischen einem Champion des Khorne und einem unbekannten Gardisten:

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    (Eigenes Bild, via Google Gemini)

    Der Champion des Khorne: „Bemitleidet den Gardisten! Ein schwacher Fleischsack, dazu bestimmt, für einen toten Gott zu sterben, den er nie kümmerte. Er verbringt sein erbärmliches, kurzes Leben allein in seinem Schützenloch, mit nichts, was ihm Gesellschaft leistet oder ihn schützt, außer der billigsten, entbehrlichsten Ausrüstung. Vielleicht hält ihn das Glühen seines Lasergewehrlaufs nachts warm.

    Ich? Als Diener der Mächte genieße ich die Genüsse all dessen, was diese Welt und der Warp zu bieten haben. Macht durchströmt meine Venen. Die Gaben der Chaosgötter werden mich bald ganz erfüllen, und eines Tages werde ich vielleicht sogar aufsteigen. Worauf hat der Gardist zu hoffen, außer auf ein grimmiges Leben? Und wenn er Glück hat, spürt er vielleicht gar nichts, wenn meine Axt seine Seele zu Khorne schickt.

    Er lebt für einen Leichengott, und er wird sich seinem Gott anschließen – als Leiche. Ich werde eine halbe Sekunde opfern, um an ihn und seinesgleichen zu denken. Dann werde ich nur noch lachen. Heil dem Chaos!“

    Der unbekannte Gardist: „Du magst lachen, Monster. Aber lass mich dich an eines erinnern: In diesem schwachen Sack aus Fleisch und Knochen, unbeachtet von seinem Gott und von niemandem beweint, schlägt ein Herz. Ein menschliches Herz, das die Stärke und den Mut der gesamten Menschheit in sich trägt. In diesem Sack voll Fleisch sind die Hoffnung, der Wille und der Zorn jedes Mannes, jeder Frau und jedes Kindes aus jedem Winkel des Imperiums geborgen. In diesem schwachen Fleischsack, behängt mit dünner Rüstung und Waffen, die nur in der Masse mächtig sind, schlägt das Herz eines Mannes.

    Und seit zehntausend Jahren schlagen die Herzen der Menschen kräftig, zum Trotz gegen deine sogenannten ‚Mächte‘. Seit zehntausend Jahren stehen die Herzen der Menschen vereint gegen eine Galaxis, die sie aus keinem anderen Grund verachtet, als dass sie die Dreistigkeit besaßen, sich nicht einfach hinzulegen und zu sterben. Seit zehntausend Jahren wurden eure Schwarzen Kreuzzüge zurückgedrängt, niedergeschlagen und lächerlich gemacht – von schwachen Fleischsäcken mit billigen Waffen und entbehrlicher Ausrüstung.

    Denn dieser schwache Fleischsack, den du so hämisch verspottest, ist kein Supersoldat, kein unsterblicher Krieger, keine vom Chaos verfluchte Kreatur wie du. Er ist ein Mann. Ein imperialer Gardist, eingezogen aus irgendeinem vergessenen Winkel des Imperiums, um für seine Spezies und für die Sicherheit der Menschen zu kämpfen, die er liebt. Er ist ein Fabrikarbeiter, ein Bauer, ein Ladenbesitzer, ein Vater, ein Bruder, ein Sohn – ein schlichter Mann. Und gegen Kreaturen wie dich, zahllos und wimmelnd, genährt vom reinen Willen dürstender Götter... HÄLT – ER – DIE – STELLUNG. Er hält die Stellung seit ZEHNTAUSEND JAHREN!
    Also... was ist deine Entschuldigung, Monster?“

    Die nächsten Schritte sind die Körperpanzerung und der Helm, mal sehen wie ich die umsetze.

    In Rücksprache mit Thoralf Hiltjuson , so beginnt es:

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    (Bildquelle Eigenes Bild)

    Start eines Cosplay Projektes, Art und Herkunft, außer ebenfalls 40k und Imperium, lasse dich mal bis auf den Satz "Der Planet brach, bevor die Garde brach!" offen...

    Mal sehen wer alles drauf kommt 💀

    Ich habe noch eine mittelalterlich wirkende Größe Brosche, aus den 20ern, wenn du den Versand übernimmst leihen ich dir die gerne auf unbestimmte Zeit

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    (Bildquelle: ich)

    Wir haben gestern mal wieder Der Eine Ring gespielt. Ich hab am Freitag Abend, nach der Arbeit, noch 5h an der Vorbereitung gesessen (ich bin der Spielleiter), hab für die 2 neuen Spieler basierend auf ihren gewählten Charakteren Papier Minis entworfen, etc.

    Gestern Morgen habe ich noch dies und das vorbereitet, gegen 1400 kamen die neuen Spieler, wir haben die Regeln kurz besprochen und losgelegt. Für Schlüsselszenen oder Kämpfe habe ich die Szene mit einem kleinen Diorama visualisiert.

    Gegen 1800 haben wir für eine selbstgemachte Pizza unterbrochen, der Klassiker bei P&P Runden und gegen 2200 waren wir fertig. Es folgte noch eine kurze Feedback Runde, und die grobe Planung, was die Spieler als nächstes tun wollen (das hilft mir, das nächste Abenteuer anzupassen).

    Für 7h verschwanden wir in der Welt von Tolkiens Mittelerde (wir sind ja ein Reenactment Forum, daher mit Datierung: 2965 des 3. Zeitalters, also zwischen Bilbo's Reise zum Erebor und Frodos Aufbruch nach Bree).

    Aus Martin dem Logistiker würde Bergmund, der Bardinger aus Thale, ein Kämpfer, Melli war nicht mehr Ingenieurin, sondern die Halblings Schatzsucherin Mentha aus Michelbinge. Mein Sohn war nicht mehr der Softwareentwickler mit Vorliebe für C+, sonder Golasdan, Sohn des Forlongs, ein rastloser Waldläufer der Dunedain. Meine Frau, im RL die rationale Seite von uns beiden, wurde zur impulsiven Hüterin Rosa, aus dem Breeland.

    Und ich, der ich für alles was ich mache Methodik und Plan A, B, und C brauche, der alles in rationale Muster zerlegt und Klischees zerlegt, war der Spielleiter, der spontan Begegnungen erstellte, auf Spielerideen reagierte, mit einer kindlichen Freude Szenen und Dioramen aufbaute und mit shakespearischem Drama die Handlung dokumentierte. Ich, der sich in der Öffentlichkeit nichtmal ein Liedchen Pfeifen traut, wenn jemand in Reichweite ist, schlüpfte in die Rollen des semi-korrupten Hauptmann Gurnau, des ungehobelten Brückenwirts, der dümmlich freundlichen Wache Gunnar, der alten, aber geistig fitten Bibliothekarin Agna, des feigen und gierigen Fischers Alf, des zwergrischen Eisenhändlers Goreik - und einem Trupp Nordland Orks - inklusive passender Stimmen, Dialekte und Redeweise.

    All das erfüllt alle Checkboxen von Realitätsflucht. Ich dachte nicht mehr an die klemmende Küchenschublade, meine Frau nicht mehr an Abgabetermine, unsere Gäste nicht mehr an Hausbau, mein Sohn nicht an die Berufsschule. Aber es war keine Flucht, was war eine Auszeit. Zeitlich begrenzt, es lud die Batterien wieder auf, und danach waren wir wieder im jetzt.

    Warum diese Wall of Text? Ich denke, wie Eingangs geschrieben, jedes Hobby tickt die Checkboxen für Realitätsflucht per Definition. Aber ich bin strikt gegen die negative Bewertung dessen. Es ist natürlich, wichtig und sogar unverzichtbar, einen Gegenpol zu schaffen.

    Die negative Bewertung, die bei Realitätsflucht untrennbar verbunden ist, ist meiner Meinung nach aus Unverständnis und Engstirnigkeit, manchmal auch einer eigenen Realitätsverweigerung geboren. Seit ich im Hobby Reenactment bin, erlebe ich immer wieder, dass die Menschen uns in Schubladen schieben. "Ritter spielen" und so... Selbst im Freundeskreis war die Vorstellung eher das, was wir in der Szene als Gewandcampen bezeichnen würde.

    Ein guter Freund machte die Erfahrung, dass sein Hobby als Ersatzreligion, Götzen Anbetung und Verirrung aufgefasst wurde. Es wurde mich nicht wundern, wenn irgendwo in Bayern ein Pfarrer eine Messe für seine Heilung gelesen hätte. Ein guter Freund von mir war um mich besorgt, weil er befürchtete, dass mein Interesse für die düstere Welt von WARHAMMER echte Dämonen anlocken könnte.

    Bei einem Treffen mit ehemaligen Kollegen meiner Frau und mir (ich war mal der IT Betreuer bei ihrem Arbeitgeber) erzählte meine Frau von unseren letzten Reenactments, es wurde als Verkleiden, LARP, Cosplay und Themenpartys verstanden, es war umfangreiches erklären der Motivation und des didaktischen Konzeptes dahinter nötig, um das aufzuklären.

    Ich habe, im Zug dieses Threads und der wirklich interessanten Posts für mich etwas gelernt. Dieses Unverständnis, das Schubladen denken und die Vorurteile (nicht zwingend negativ behaftet, es ist eben wie die Leute es einordnen) ist eng mit dem verknüpft, was wir als "dumme Touris Fragen" kennen gelernt haben. Es ist (meistens) gar nicht dumm, es ist Unverständnis, und evtl auch der Versuch, das Eis zu brechen und ein Gespräch zu starten, im mehr zu Erfahren.

    Klar, es gilt oft "Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht!" - und mache Mitmenschen sind einfach intellektuell teilmöbliert oder stehen auf Provokationen, meist auf dem Level des eigenen Weißwurst Äquators.

    Bei anderen Hobbys ist es ähnlich. Mit Figuren am Tisch spielen? Ist das nicht was für Kinder? (Wobei Modelleisenbahnen komischerweise völlig valide für seriöse Erwachsene sind). Computerspiele? Ist doch nur was für Nerds und Psychos, die bei Mama im Keller hausen... Etc....

    Und wenn wir ehrlich sind, im Hobby haben wir das, wenn auch selten und nicht mehr so häufig wie früher, auch. Ich weiss noch, das ein befreundeter Ordensdarsteller auf einen weltlichen Ritter wechselte, weil er die ganzen Templerwitze ala Koitus mit Schafen, Angebote von Wikingern eines Lindisfarne Events in seiner Kirche aka Zelt, etc nicht mehr hören konnte.

    Ich kann mich auch gut erinnern, dass "Mach halt LARP!" oder die Empfehlung, doch lieber LARP zu machen, eine gängige Äußerung Gegenüber Leuten, die man wegen ihrer Sachkultur kritisieren wollte, war. Was impleziert, dass LARP ein Synonym für schlechte Ausstattung und Faulheit war.

    Über einige Klischees bin ich auch Post COVID, um das als grobe Zeitrechnung zu nutzen, noch gestolpert.

    Wikis wollen meist nur Met trinken und Kloppen... Ordensdarsteller sind überheblich. Spätmittelalter ist schw*ul (wie dumm muss man sein, das als Beleidigung zu nutzen....) und alle Spämis arrogante A- Pabste, etc... Da ich in der "Szene" recht breit vernetzt bin, habe ich auch ab und an durch den Buschfunk erfahren, was hinter meinem Rücken über mich und mein Wikiprojekt gesprochen wurde. Abseits von Gehässigkeit war da auch Unverständnis und Schubladendenken dabei.

    Leben und Leben lassen ist ein sehr oft bemühter Spruch, im Alltag, vielen Hobbys, an Stammtischen und in Foren*. Aber manchmal geht es mir wie dem Schwertmeister Inigo Montoya mit dem Sizilianer Vizzini und ich denke mir, wie Inigo "Du benutzt diesen Ausspruch sehr oft, aber ich glaube nicht, dass du darunter das selbe verstehst wie ich!". (* ich finde, hier klappt das wohltuend gut!)

    So, wie führe ich diese Wall of Text zu einem sinnigen Ende? Ich denke, ein Hobby, dass uns nicht aus dem Alltag abholt und eine Ablenkung bietet, ist kein gutes Hobby. Jedes Hobby muss in der Lage sein, einen Gegenpol zu bieten. Viele Aussagen über die Hobbys Anderer, auf die eigenen Hobbys angewandt, würden erstaunliches zu Tage fördern. Ich werde, weiterhin, auf solche Fragen erklärend reagieren, aber wenn ich merke gehen Windmühlen anzurennen auch die Energie anderweitig Fokussieren.

    Ich wünsche allen viel Spaß in ihren Zeiten, Darstellungen, Hobbys, Leidenschaften, Ablenkungen und viele schöne "Urlaube vom Ich" (Danke Zauberin). Wir sind alle nur temporär hier, lässt uns die Zeit für großartige Momente miteinander nutzen!

    Wer das Prinzip Pen and Paper nicht kennt...

    Pen and Paper Rollenspiel ist ein komplett analoges Hobby. Man entwirft einen Alter Ego, der ja nach Regelsystem von mehr oder weniger Werten, Beschreibungen und Schlagworten definiert wird. Auf diese Werte wird, je nach Regelsystem, gewürfelt.

    Das Spiel ist kooperativ, die Spieler folgen einer interaktiven Geschichte, ihre Entscheidungen Formen die Geschichte und den Aushang.

    Einer der Spieler ist der Spielleiter, er ist der Geschichten Erzähler und quasi Schiedsrichter. Er lenkt das Abenteuer und reagiert auf alle Aktionen der Spieler - sein Ziel ist aber, in der Regel, nicht kompetiv, er will die Spieler nicht scheitern sehen, sondern zusammen Spaß haben.

    Es gibt 100te bis 1000te Systeme und Welten, Fantasy, Historische Welten, SciFi, Apocalypse Satire, Horror, Cyberpunk. Das bekannteste ist Dungeons and Dragons, das bekannteste deutsche RPG ist Das schwarze Auge.

    Ein klassisches Abenteuer ist, dass der Spielleiter erzählt "Ihr sitzt in einer Taverne, genießt euer Bier, als ein Mann hereinstümt, den Wirt am Kragen packt, und auf ihn einredet!". Der Dieb in der Gruppe sagt "Ich beobachte das!" - der Spielleiter lässt den Dieb auf Wahrnehmung würfeln, der wird gelingt, der SL erzählt: "Der Mann sieht nicht wütend, aber verzweifelt aus, nach einem Moment zeigt der Wirt auf euren Tisch und der Mann kommt zu euch und sagt Bitte, ihr müsst mir helfen, meine Tochter wurde entführt..." - jetzt können die Spieler reagieren, einen Preis aushandeln, ablehnen, was den SL vor eine Herausforderung stellt, etc. Im Verlauf des weiteren Spiels können sie die Tochter retten, oder sich entscheiden mit den Entführern gemeinsam Sache zu machen - oder feststellen, dass es eine Falle war ODER dass es keine Entführung, sondern eine Befreiung war. Auf alle das müssen sie reagieren und es ändert die Geschichte....

    Als Büchernerd (siehe das Kinderbuch, das ich am Stammtisch dabei hatte), finde ich das grossartig Claudia Zimmermann .
    Berade bei botanischen Büchern faszinierten mich die Bilddarstellungen immer sehr - das Thema finde ich weitaus spanneder als das x-te Schwert oder Kettenhemd im Herstellungsprozess. Ich glaube auch, so etwas noch nie auf einem Event gesehen zu haben. Fände es eine tolle Bereicherung, und würde gerne mehr sehen.

    Als alter Messerjockel würde mich natürlich auch interessieren, welches Schneidwerkzeig da Anwendung fand, die Besonderheiten, Anschliff, evetuell spezielle Härtung, etc.

    Die Frage nach dem Ochsenkarren ist einfach pure Polemik.

    Genau wie die Frage nach den Toiletten, die Frage danach ob man denn eine eigene Schafzucht für die Klamotten betreibt und ähnlicher Kappes. Hauptsächlich sind das klägliche Versuche des Fragers/der Fragerin, sich selbst davon zu überzeugen dass die Leute die er fragt (meist Darsteller die für sich selbst Wert auf historische Korrektheit legen) auch nicht "besser" sind als er/sie selbst.... Zielt halt wieder darauf ab, das eigene Ego zu boosten.

    Katharina de Lo die Frage nach der Schafzucht ist eigentlich die finale intellektuelle Bankrott Erklärung des Fragestellers, denn auch im Mittelalter, der Antike und selbst davor gab es immer Wertschöpfungsketten.

    Ich gehe sogar davon aus, dass es bei nomadischen Jägern und Sammlern Arbeitsteilung gab.

    Ich mein, ich arbeite u.a. im Bereich IT, ich leite mir meine Server nicht selbst zusammen. Mein Alter Ego 1944 ist kein Präzisionstechniker, der sich seine eigene Kamera gebaut hat, mein ACW Milizionar hat sich weder seine Flinte gebaut, noch sein Schwarzpulver gemischt.

    Kein Ritter hat sich seinen Helm gesegelt, keine Hausfrau das Spinnrad geschnitzt, kein Koch den Tontopf getöpfert, kein Wikinger sein Boot kalfatert und kein Legionär sein Zelt genäht.

    Anna von M. mach dir über das Video doch keinen Kopf! Es gibt zu jeder Zeitschiene die wir machen dumme Videos, dumme Artikel und dumme Kommentare, von gehässig bis revisionistisch.

    Eines meiner Hobbys ist WARHAMMER Fantasy RPG, also nicht große Taktik Schlachten, sondern eben Rollenspiel. Ich musste mir dazu schon anhören, dass das Götzen Anbetung ist. Es gibt dutzende Blogartikel, die Fans von WARHAMMER 40k, der SciFi Variante, unterstellen, Anhänger von faschistoiden Gottesstaaten zu sein. Ist halt einfach Blödsinn.

    Ich gehe immer wieder auf Schießkurse, erweiterte Erste Hilfe Kurse fur Trauma Medizin, halte manchmal selbst Kurse und Workshops zum Thema Survival, Kriesenvorsorge und Grosslagen. im Netz findest ausreichend Material, das darstellt, dass meine Tätigkeiten in die rechtslässig verschwurbelte Prepperszene gehören. Wer meine Beiträge hier, im meinem Blog, auf anderen Plattformen kennt oder mich live kennt, weiss, wie weit ich von so etwas weg bin.

    Du und dein Dad seit als Entertainer auf Mittelalter Märkten unterwegs, es gibt mit Sicherheit Hobbyisten, die euch sofort in die Ecke Fuzzi -Gromi Spaßmittelalter stecken würden. Und das ist halt vorverurteilender Blödsinn.

    Als ich noch aktiv Paintball gespielt habe, durften Spieler nicht mit meinem Team spielen, als Lebenspartner und Eltern erfahren haben, dass ich "Wikinger mache", weil: wer gleichzeitig Paintball und Wikinger Reenactment macht, muss ein Neonazi und Wehrsportler sein! Was auch auf der öffentlichen Berichterstattung der 90er beruht. Die Blicke beim Weltbild, von der Verkäuferin, als ich aus dem Sonderangebot zeitgleich "Die Geschichte der Waffen SS" (auch wenn man etwas anbleht, kann man sich dazu bilden) und "Das Runenalphabet der Wikinger" kaufte war vielsagend. Mein Kommentar war nur "Und? Ich bin nicht derjenige, der es verkauft..."

    Bei der Autorin, die Du zizierst, sehe ich als Ursache, dass sie etwas gepostet hat, die Reaktion sie überfordert hat und statt darauf reflektiert zu antworten, ging sie in den Alamo Modus, Frontalangriff und nach allen Seiten in die Weichteile treten.

    Aber bei den meisten, die solche Aussagen treffen und über Szenen, Hobbys, Projekte, etc urteilen, ist es einfach Unverständnis, beschränkter Horizont und Klischeedenken. Was man nicht versteht, muss doof, unnötig oder verwirrt sein.

    Wie es Matt Gröning bei den Simpsons mal Mathe Simpson in den Mund gelegt hat: "Mein Name ist Marge Simpson, ich sehr tolerant und weltoffen, ich bin aber der Meinung, was mir nicht gefällt, sollte auch niemand anderen gefallen (und verboten sein)!" - das trifft ziemlich genau auf die Weltanschauungen derer, die solche Allgemeinplätze und Milchmädchenrechnungen aufstellen zu, mit denen ich Kontakt hatte.

    Katharina de Lo hat noch ein super Beispiel genannt, das Herumreiten auf modernen Sanitäranlagen. Eigentlich ist so eine Aussage mehr Realitätsverweigerung, als es ein Hobby je sein kann. Man muss kein Archäologe oder Wissenschaftler irgend einer Weise sein, um mit gesunden Menschenverstand zu erfassen, was und wo Grenzen sind, die nicht Überschreitbart sind.

    Und die Bigotterie wird dann sichtbar, wenn man andere Hobbys heranzieht. Niemand käme auf die Idee, dass heute Football Spieler ohne Schutzkleidung spielen. Kein Oldtimer Fan wurde pikiert geschnitten, weil sein Motor modernes Benzin nutzt und er einen unsichtbaren Kat eingebaut hätte. Oder Sicherheitsgurt. In meiner 44er Zeitschiene haben die meisten Jeeps Windschutzscheiben aus Sicherheitsglas. Niemand, der auf eine Roaring 20s Party geht, würde Kokain im Coca Cola erwarten.

    Wer solche Fragen stellt, will keine sinnvolle Antwort, sondern sich über den anderen erheben, provozieren und vielleicht noch einen Lacher bei seinen Begleitern einfahren. Aber es stellt eigentlich nur eine sehr engstirnige Weltsicht zur Schau.

    Ich hab nicht mal die Motivation, mit solchen Leuten zu streiten. Schwer zu glauben, wenn man meine Beiträge hier kennt. Aber ich diskutiere (und streite) nur wenn ich einen Sinn sehe und mein Gegenüber auch Argumente hat und sich benimmt. Gehen Windmühlen kämpfen muss ich nicht. Und diese Fragesteller sind in ihrer Weltsicht verwurzelt.

    Oder wie es Alexander von Humboldt großartig formuliert hat: "Die gefährlichste aller Weltanschauungen, ist die derer, die sich die Welt nie angeschaut haben!"

    Lass dich von sowas nicht ärgern Anna, es ist nur verschwendete Zeit, die Du mit schöneren Dingen und netteren Leuten verbringen könntest.

    Ich kann nicht mehr editieren: Das mit dem Ochsenkarren ist so ein Blödsinn, jede hstorische Veranstaltung ist räumlich umrissen. Aus, Ende.

    Ich musste gerade an meinen Thread Geschichte als Hobby - betreiben wir Realitätsflucht? denken: Geschichte darstellen (oder auch LARP) ist ein Hobby, wie jedes andere auch, es kann Leidenschaft sein, eventuell sogar Besessenheit. Aber es ist immer in einem Rahmen.

    Niemand käme auf die Idee, Sporteiter zu fragen, ob sie mit dem Pferd oder Auto zum Rennen kommen. Pen&Paper Rollenspieler gehen auch nicht mit dem Schwert zum Spieleabend. Kein Wasserballspieler kommt zum Spiel den ganzen Weg geschwommen. Die Frage nach dem Ochsenkarren ist einfach pure Polemik.

    Ohwei...
    >> Sie hat Germanistik mit Schwerpunkt auf Mittelhochdeutsch studiert
    Dann kann sie beurteilen, ob das Gedicht von Arragun, Sohn des Papahuhns, nun Stabreim oder Prosa ist, aber nicht was er dabei anhatte. Ich frag ja auch nicht meinen Hautarzt, ob ich mir den Weisheitszahn ziehen lassen soll. Fast so gut wie "Ich studiere ja [beliebige Wissenschaft, vorzugsweise Mediävistik, Geschichte oder Archäologie]..." - wenn ich Auto Fahren lernen will, frag ich auch immer zuerst den Fahrschüler um Rat...

    >> da man das eigene Wams ja nicht mit Urin gefärbt hat
    Wir ziehen Penicillin auch nicht mehr auf Schafsmist, Bogensehnen bei modernen Bögen sind aus Kunstfaser. Das übliche BlaBla.
    Weder springe ich mit dem Fallschirm über St Mere Eglise ab, noch lande ich bei La Madeleine mit dem Boot, ich komme ganz klassisch mit einem PKW zum Event. Das heißt aber nicht, dass ich dann da Turnschuhe trage, meinen Bart stehen lasse und mit Chipstüte und McD Schachtel vor den Besuchern sitze - "weils ja eh egal ist...". Das übliche BlaBla von wegen, alles geht ja eh nicht, und dann isses eh wumpe...

    >> sie ja nicht mit Tierfetten und Gehirn eingerieben werden
    Hirngerbung (bei Leder) ist durchaus üblich, mit Hirn einreiben hilft bei dem Stuss aber wenig...

    >>dass sie kein Reenactment macht und sie ganz klar auf Märkte mit Fantasy
    Dann kann sie das ja kalt lassen...

    >> die Reenactor-Szene und ihre Arbeit etwas in Schmutz gezogen wird.
    Ich fabuliere mal, dass die Dame nicht mit dem Gegenwind (der ggf. auch übergriffig war) gerechnet hatte, und nun eben nach allen Seiten beißt und haut. Kommt vor, auch bei Reenactores…

    Hallo zusammen, ich stelle das Thema bewusst in Aller Anfang ist schwer, da auch Einsteiger diese Frage früh hören werden / können.

    Wir alle kennen die Frage "Sagen Sie mal, möchten Sie immer so Leben?" - "Als Erwachsener Ritter spielen?" - "Ist das so ne Art Realtiätsflucht?"

    Und gestern stellte sich die Frage, ist nicht jedes Hobby Realitätsflucht, sei es Spiele, Basteln, Sammeln und in Teilen Sport? Bzw alles, was nicht der Deckung der Grundbedürfnisse dient, ein Ausgleich zum Alltag, zum Aufladen der Batterien? Es ist schon fast amüsant: Wenn jemand 90 Minuten lang elf Männern dabei zusieht, wie sie einem Ball hinterherjagen, nennt man das "Fantum". Wenn jemand im Wald sitzt und versucht, mit Feuerstein ein Feuer zu entfachen, nennt man es plötzlich "Realitätsflucht".

    Die Grenze zwischen "Hobby" und "Eskapismus" (Realitätsflucht) ist meiner Meinung fließend - und oft zu negativ belegt.

    Warum erzeugen Reenactors, Mittelalterfans und LARPer diese Reaktionen? Dass wir diese Fragen öfter hören als Briefmarkensammler oder Marathonläufer, liegt meist an der Sichtbarkeit und der Fremdartigkeit. Sobald man eine Rolle einnimmt, die optisch stark vom 21. Jahrhundert abweicht, assoziieren Außenstehende das mit "Kinderspiel" oder "Theater". Da Reenactment und LARP oft das gesamte Leben (Essen, Schlafen, Kleidung) simuliert, wirkt es auf Außenstehende invasiver als ein Hobby, das man nach einer Stunde wieder in den Schrank stellt. (Man könnte sich auch Fragen, warum sich die Fragesteller das "Kinderspiel" oder "Theater" ansehen...).

    Psychologisch gesehen ist es aber wie jedes Hobby. Alles, was über die reine Selbsterhaltung (Essen, Schlafen, Sicherheit) hinausgeht, dient der Selbstverwirklichung oder der Psychohygiene. Und ist "Eskapismus" eigentlich etwas Schlechtes? Das Wort ist so oft negativ behaftet, es suggeriert Leuten, dass man in einer Fantasiewelt lebt, die Bodenhaftung verloren hat, etc. Was meiner Ansicht nach Blödsinn ist! Im Gegenteil, die Fähigkeit zur "Realitätsflucht" ist eine wertvolle kognitive Leistung. Es schafft einen wichtigen Ausgleich. Wer das ganze Jahr im Büro vor Excel-Tabellen sitzt, findet beim Schmieden oder Nähen eine haptische Befriedigung, die der Alltag nicht bietet. Und auch eine oft verlorene Wertschöpfung. Reenactment ist oft eher eine Realitätserweiterung. Man lernt, wie mühsam, aber auch befriedigend es war, Kleidung herzustellen oder Wasser zu holen. Das schärft den Blick für den Luxus der Gegenwart.

    Ich sehe es ja an mir: Mein erster Broterwerb war Gartenbau, 3 Jahre Lehre, 1 Jahr Verkauf, 3 Jahre Geselle. Am Ende des Tages sah ich einen neuen Frühbeetkasten, XY Quadratmeter gepflanzte Usambara Veilchen, ABC Kubikmeter gemischte Erde, etc. Dann kam die IT Ausbildung. Bis dahin war mein "Eskapismus" von der körperlichen Arbeit Pen&Paper Rollenspiel. Je sitzender mein Broterwerb und Alltag wurde, desto aktiver meine Hobbys, Mittelalter und Bushcraft haben, für über 10 Jahre, Pen&Paper komplett verdrängt (ich musste es teilweise wieder "lernen"). Aktuell bewegt sich der Zeiger wieder gegen Mitte, die Events an denen ich teilnehme werden weniger, Pen&Paper wird wieder aktiv. Outdoor als Hobby bleibt wichtig - und ich merke gerade, dass das Ungleichgewicht auch an meinen Batterien zehrt. Mir geht es fast wie dem alten Bilbo im Herrn der Ringe - ich will wieder raus, will Berge sehen!

    Mein Senf dazu: Wer fragt "Möchten Sie immer so leben?", versteht meist das Konzept des "Urlaubs vom Ich" nicht. Niemand fragt einen Wanderer, ob er für immer im Zelt auf dem Mount Everest leben will. Niemand nimmt an, dass ein Warhammer 40K Spieler wirklich für den Gottimperator sterben will. Niemand nimmt an, dass ein Marathonläufer jeden Tag mit Muskelschmerzen ins Bett gehen will. Man macht es gerade deswegen, weil es zeitlich begrenzt ist.

    Vielleicht ist die beste Antwort auf die Frage nach dem "Erwachsenen Ritter" einfach: "Ich spiele nicht Ritter, ich studiere lebendige Geschichte – und was ist Ihre Entschuldigung dafür, dass Sie am Wochenende nur vor dem Fernseher sitzen?" (Ein bisschen Biss darf ja sein.). Nur so meine Gedankengrütze...