Beiträge von Sven

    Ein Blick in Nachbar- Epochen/Regionen:

    Oberflacht - 81cm flach

    Göggingen - 8tes Jhd ovaler Schild

    Rullstorf - Sächsisch 7. Jhd. Rundschild Größe konnte ich nicht rausbekommen

    Vendelschilde -6.-7. Jhd. rund 84-115cm

    Gokstad - Anfang 900 flacher Rundschild 94cm

    Birka - >70-95cm

    Tira - 9. Jhd a) 85,5cm b) 73cm?

    Grimstrup - 95cm ?

    Trelleborg 85cm Dicke 8mm (Zentrum) bis 5mm (Rand)

    Könnten wir hier bitte mal den Unterschied zwischen Rauten- und Diamantköper usw besprechen? Im Internet geht das immer durcheinander und ich bin mir wirklich nicht sicher welche Bezeichnungen richtig sind.

    Im Utrechter Psalter tauchen direkt auf den ersten 2 Seiten Schilde mit Kuppelbuckel und ohne Buckel auf. Auf späteren Seiten sieht man alles mögliche an Formen kombiniert, die insgesamt auch archäologisch belegt wenn auch ggf anders datiert sind. So vermute ich es auch bei den Sachsen.

    Zum Schwert vom Galgenberg von Sahlenburg habe ich noch ein Dok gefunden:

    Externer Link:

    https://www.academia.edu/34836746/Eichf…1_175_192_Mainz

    Quelle: http://www.academia.edu aus "SONDERDRUCK RGZM – TAGUNGEN Band 31"


    Das entsprechende Schwert ist mit weiteren Beigaben auf Seite 183.

    Für mich sieht es nach Scheidenbeschlag/Ortband aus. Reste eines Lederriemens sind am Griff erhalten. Für mich aktuell die heißeste Spur. Vielleicht muss ich mal die Stadt oder umliegende Museen anschreiben.

    "Gibt nichts" war vor Jahren ebenfalls mein Gedanke als ich mit der Recherche zur MWZ begann.

    Mittlerweile steht nicht nur ein Regalbrett voller Fund- und Grabungsberichten. Auf der Festplatte schlummern ebenfalls etliche PDF.

    Da gibt es mit Sicherheit etwas. Ich würde zuerst auf Academia suchen.

    Für die MWZ habe ich einiges gefunden. Z.B. von Wilfried Menghin " Das Schwert im Frühen Mittelalter "

    Oder das riesige Gräberfeld von Mengen

    Für die spätere Zeit und die Region hier war ich bisher ziemlich glücklos.

    Was gibt es denn noch an Funden?

    Ich bin eher in der Merowingerzeit in Austrasien unterwegs und dafür gibt es den Grabungsberichten nach so ziemlich jede Kombi in den Befunden.

    Scheidenrandbeschlag, Ortband (selten), gar nichts (sehr oft) außer dem Schwert (was auf organisches Material für Scheide und Gurtzeug schließen lässt) usw.

    "Gar nichts" ist da auch die Regel 😉

    Es gibt noch einen Fund bei dem wohl Teile des Trageriemens um den Griff gewickel erhalten sind.

    Ein Thema, dass mich sehr zum grübeln bringt ist, wie wohl eine sächsische Spatha-Scheide der 2.Hälfte des 8.Jhd ausgesehen haben mag.

    Eine Kreuzwicklung wie in karolingischen Psaltern des 9. Jhd halte ich für unwahrscheinlich.

    Ortband ja oder nein?

    Die Spatha Grab 1 Haldenegg aus der 1. Hälfte 8.Jhd hat ein U-Förmiges Metallortband als scheidenabschluss. Bei der Spatha aus Sahlenburg Grab 68 aus der 2ten Hälfte des 8. Jhd meine ich ebenfalls Reste eines eisernen U zu erkennen. Der Text gibt dazu aber nichts her. Im Corbie Psalter sieht man ebenfalls ein Ortband.

    Ich versuche mal das Bild zu verlinken.

    Quelle: Corbie Psalter https://manuscriptminiatures.com "Handschriftliche Miniaturen"

    https://manuscriptminiatures.com/3927/10748

    Ansonsten fallen mir noch Vendelzeitliche Abbildungen von Ortbändern ein.

    Nun stellt sich die Frage nach den Schilden der Fußtruppen. Dazu kommen erstmal 3 Möglichkeiten in Betracht:

    1: Schilde bzw Schildbuckel wurden nicht mit in die Gräber gegeben und evtl. weitergereicht.

    2: Schilde bestanden ausschließlich aus organischen Materialien

    3: Das Fußvolk führte keine Schilde


    Zu 1. Die Zuckerhutbuckel sind technisch sehr aufwendig zu produzieren und standen sicher nicht jedem Krieger sondern tatsächlich nur der Elite zur Verfügung. Einfache Kuppeln wie sie fast in jeder Epoche zu finden sind stellen in der Herstellung keinen großen Aufwand dar. Diese Kuppelbuckel finden sich zB auch im Utrechter Psalter aus dem frühen 9. Jhd. Die Frage wäre, warum diese archäologisch nicht greifbar sind.


    Zu 2. Sowohl im Utrechter Psalter als auch in späterer Ottonischer Kunst finden sich Schilde ohne Buckel. Diese waren scheinbar gewölbt konnten aber kreisförmig oder oval sein. Die buckellosen Schilde der Ottonik könnten auf eine frühere Herstellungstradition zurückgehen.

    Nun fange ich einfach mal an stückchenweise Puzzleteile zum sächsischen Schild zusammenzutragen. Dazu hatte ich mich auch schon mit Alex vom ehem. Eisenwaldprojekt ausgetauscht.


    Der Reiterschild (?)

    Schildbuckel sind mir für diese Zeit ausschließlich "Zuckerhutbuckel" bekannt und diese liegen immer in Reitergräbern.

    Die Schildgröße einer der zu den Zuckerhutbuckeln gehörenden Schilde aus Sarstedt wird mit einem Durchmesser von 70cm angegeben.