Beiträge von Claudia Zimmermann

    Mir geht's schon hauptsächlich darum, einige von euch auch mal persönlich treffen zu können. Ralf hatte Bärnau auf der Liste, alraun_weible und Boarder auch. Von Claudia Z. wusste ich das sie (grundsätzlich) bei der Küchenmeysterei dabei ist. Olaf hat mir in Freyung einen jungen Mann vorgestellt, der von deTimmermannsche für 2026 dorthin eingeladen wurde. Und bei dir, Sr. Amalia, hatte sich das für mich so angehört, als gehörst du da zum Inventar,...:grinning_face_with_smiling_eyes: Und da dacht ich in meinem jugendlichen Leichtsinn, fragste mal, wer wann dort ist.

    Thomas, ich glaube nicht oder es gibt sich wer für mich aus oder es ist ein Missverständnis.
    Wer war das denn?

    Damit keine Missverständnisse entstehen. Die Küchenmeisterey ist ein nicht mein Projekt und ich werde auch nicht auf der Veranstaltung sein.

    Plan jetzt
    werde ich zu den Weibsbildern fahren. Leider bin ich heuer ausgefallen. Würde aber gerne im nächsten Jahr wieder die Herbergsküche und die Kammer ausstatten

    und

    im nächsten Jahr findet zum 5. Mal
    " Vom Rasten auf Reisen " statt. Der Termin ist der 28. - 30. August 2026.

    Mitte Oktober 2026 (Termin ist noch nicht fix - nur das es stattfindet): Viele Köche verderben den Brei statt.


    Einmal ist keinmal
    oder warum das Tellerbrot so schwer bis gar nicht nachzuweisen ist.

    Das Tellerbrot ist so eine Ausnahme. Die Quellenlage ist dürftig. Schriftlich glaube ich mich an eine zu erinnern. Die muss ich aber noch Suchen und würde die nachreichen, wenn ich sie finde.

    Geschichtsfenster arbeitet viel mit der Interpretation von Bildquellen. Es ist großartig, was er mit dem Kanal macht und ich war ja auch schon TalkGast bei Ihm und wenn es um Küche geht, dann taucht meine Name immer mal wieder auf.
    Jedoch das Thema Bildebenen und Bedeutungsebenen sprich Ikonografie kommt meiner Meinung nach manchmal zu kurz und speziell, wenn es darum geht "außergewöhnliches" für die Darstellung zu filtern, dann zu sehr kurz.

    Brot das Gebrochen und Verteilt wird symbolisiert das letzte Abendmahl und steht für Gemeinschaft und für einen (neu) geschlossenen Bund.
    Hat eine zentrale Person auf einem Bild einen Brotteller - auf dem nie was drauf liegt - und es heißt es wird gebrochen und verteilt, dann bezieht es sich auf genau das. Es ist eine gruppenidentitätsstiftende Geste.

    Armenspeisungen aus Nächstenliebe waren ein Teil der Sozialfürsorge. Sie sind in vielen Städten sogar Pflicht. Dass dort die Abfälle (auch wenn diese von der Tafel stammen) verteilt werden, gehört in den Bereich der Mythen - a la: Der Name der Rose, wo die Eimer über die Mauer gekippt werden, damit die Armen etwas zu essen haben.

    Das Tellerbrot wird auch immer mit den Unmengen an fetttriefendem Fleisch und zum Soße aufsaugen in Verbindung gebracht. Das Rittermahl lässt grüßen. In den Tischzuchten gibt es hinweise, dass man "Reste" von Flüssigkeit mit kleinen Stücken von Brot aufnimmt. Es heißt dort, dass man das Brot bricht und dann die Tunke auftupft und dann ohne zu kleckern zum Mund führt.

    Didaktisch ist das ein Problem. Während es in den höheren Klassen das KKK Mittelalter (Könige, Kriege, Kirche manchmal noch Katastrophen) behandelt wird, bringt man den Kindern in der Grundschule (hier in Nürnberg immer in der 4. Klasse) viel Mittelalteralltag bei und da kommt bei diversen Themen Mist bei rum. (Umzug von Fachwerkhäusern war damals meine "Lieblingsthema"=

    Die Komplexität des Themas Brotteller würde ich vielleicht nicht mit Kernphysik aber doch mit der Ableitung der Thermodynamischen Grundsätze (Stoff der Klasse 11) vergleichen, aber es wäre wichtig, den Kindern (in der Grundschule) erst mal beizubringen, was Wärmequellen und Aggregatzustände sind, also zu erklären, dass es Daubenschalen, gerechselte oder gehauene Holzschüssel und Teller, später Zinnteller gab und mit Löffel und Händen gegessen wurde und das kein Zeichen für UNZivilisiertheit ist.

    Ich stimme Dir bedingt zu.

    Die Fragestellung" Welche Gemüsesorten wurden verwendet" kann ich nur über die Trivialnamen berarbeiten. In lateinischen Büchern wird der Kohl als colis bezeichnet.
    Auffällig ist, dass bei der weiteren Differenzierungen in der Küche rot oder kraus oder später dann der Kohlrabi und Broccoli alle zu den Gemüsekohlen gehören.
    Mangold mit einer Beschreibung wie mit Stengel und Blatt umzugehen ist, gibt es bereits im 14. Jh. Bei Rumpholt wird auch die Rote Beete erwähnt. Beide sind aber kein "Kohl" (wie schon erwähnt). Wobei Senf und Rübsen aber wieder "Kohl" wären, aber aus der Küchenperspektive auch wieder eigenständig sind.

    Bei Fuchs und Roeslin heißt es schon brassica bzw. crambe und sie gelten auch als Gründer der Botanik, aber im 18. Jahrhundert wurde vieles von dem was sie geschrieben haben, verändert, korrigiert und durch eine "neue" Sortensystematik ersetzt.

    Bei der Frage "Welches ist die älteste nachweisbare Kohlsorte" sind Gattung und Art mehr von Bedeutung. Das ist aber ein ganz anderes Thema.

    Werde ich gefragt, dann lautet meine Antwort meist so:
    Alle Gemüsesorten, die wir heute verwenden, entsprechen nicht den Gemüsesorten des Mittelalter. Auch Archepflanzen sind keine mittelalterliche Arten, aber in der experimentelle Archäologie können sie ein Bestandteil - genauso wie das Kochen am Feuer in Keramik - bei der Suche nach dem Geschmack des Mittelalter sein. Wildpflanzen wären möglich, sind aber ebenso richtig, wie falsch, denn auch die sind im Laufe der Jahrhunderte entstanden.

    Auf Veranstaltungen, wo ich in der Regel für VIELE Menschen koche, nutze ich - wenn möglich - BioGemüse vom Erzeugermarkt. Das ist nicht historisch, aber beruhigt mein Gewissen.


    1. Nachtrag:
    Klingt jetzt wie eine Rechtfertigung. Doof. Aber es soll erklären, wie ich mit dem Thema umgehe. Kommt ins Vorwort.

    2. Nachtrag Sprache:
    Die Ableitung der Wortstämme und Wortbedeutungen verwende ich, wenn notwendig, beim Übersetzen. Aber nur dann wenn der Lexer nichts brauchbares hergibt. Was aber nur einmal vorkam.

    Einen Gemüsesortenartikel ist (aus aktuellem Anlass: Videobeitrag: Meine Aussage die heutigen Gemüsesorten sind nicht mit denen des Mittelalters vergleichbar hatte ja zu sehr vielen Diskussionen geführt) in Arbeit.

    Vorwort:
    Ich beziehe mich auf die Erwähnung der Gemüsesorten auf Kochbücher, domestizierte Sorten aus Klostergärten, Erwähnungen in der Gesundheitslehre = schriftliche Nachweisbarkeit oder aus archäologische Nachweisbarkeit. Auf die Botanik und die Phänologie über die Jahrhundert hinweg gehe ich nicht ein..
    Aussagen wie: "Es könnte aber jemand auf seiner Pilgerreise auf die Wieser gegangen sein, hat dort aus Zufall eine essbare Wurzel gefunden und diese dann zu Hause verkocht." sind für mich keine Arbeitsbasis.

    Kohl und Kraut wird in den Kochbüchern teilweise synonym verwendet. Kraut ist alles, was grün ist und im Garten oder auf dem Feld wächst, Kraut kann auch mal ein Gewürzkraut sein. Manchmal heißt es krauser Kohl und dann ist eher Grünkohl gemeint !?
    Mangold wird im Buch von der guten Speise verwendet.
    In den Kochbüchern bis 1500 findet sich kein Broccoli und auch kein Romanesco oder Blumenkohl auch den Kohlrabi kenne man dort nicht. Die ersten Erwähnungen stammen aus dem 1490 und aus dem 16. Jahrhundert in Italien.

    Im Tacuinum Sanitatis wird Mangold und Kohl unterschieden. Mangold (heiß und feucht) und Kraut (heiß und trocken) auf der Tafel 11 Kräuter. Die Regeln zur Tafel 11 geben auch keinen weiteren Hinweis auf eventuelle unterschiede.

    Erst ab dem 16. Jahrhundert gibt es realistische botanische Zeichnungen. Auch wenn nachmittelalterlich sind sie wichtig zu erwähnen, weil hier die Unterschiede zu den heutigen Sorten deutlich wird.
    Das Kräuterbuch von Leonhart Fuchs (1543) unterscheidet: Breiten Kohl, Krausen Kohl (sieht Grünkohl ähnlich), kleiner Kohl und Kappiskraut (das ist ein richtiger Kohlkopf). Eucharius Roeslin (1550( nennt zusätzlich noch den Römischen Kohl. Beim Mangold unterscheidet er weißen und roten Mangold.
    Die Bücher sind über archive.org zu finden.

    Archäobotanisch sind sowohl in ländlichen und städtischen Siedlungen und auch in Klöstern sowohl Kohlgewächse (u.a. bei Anne Schulz aber hier nicht näher bestimmt) als auch Mangold nachzuweisen.

    tbc.


    Ich war ja unlängst selbst Protagonistin einer "Mittelalterdoku" des Bayerischen Rundfunks. Kann daher mal berichten, wie das so lief.

    Im Vorfeld habe ich mich 3 Mal lange mit der Redakteurin getroffen und ausführlich und auch mit viel Nachdruck über Mittelaltermythen gesprochen. Ich glaube, am Ende hat sie mich schon ein wenig seltsam gefunden. Aber es hat gewirkt. Der Beitrag zeigt kein finsteres Mittelalter, obwohl Sie das - wie ich unseren Gesprächen gemerkt habe - im Kopf hatte. Das Skript habe ich Korrektur gelesen, aber am Ende wich es dann doch in vielen Punkten ab. Leider.
    Dann gab es einen Termin im Museum, um die Lokalität zu checken. Wo ich durchsetzen können, dass alles Ambiente weggeräumt wird. Auch wenn sich das Team nicht vorstellen konnten, dass ich einen vollständigen Haushalt mitbringen werde.
    Am Drehtag war ich 2 Stunden vorm BR in Bad Windsheim und habe aufgebaut. Sie waren sichtlich beeindruckt und ich hatte ein ruhiges Gewissen, dass wirklich nur 14. Jahrhundert gezeigt werden konnte.
    Gedreht haben wir bei 3 Grad und Nieselregen Anfang November im Fränkischen Freiland Museum in Bad Windsheim. Im Haus waren es ungefähr 10 - 12 Grad frisch. Der Dreh dauert ungefähr 6 Stunden, bei denen geschätzt ca. 2 Stunden Filmmaterial entstanden sind.
    Am Ende, wie ich finde , ist es im Großen und Ganzen ein liebevoller Beitrag ohne Mittelalterfilter geworden.

    Ein wenig traurig, finde ich allerdings, dass der Schnitt (insbesondere der Mini Fassung bei Facebook und Instagramm Dauer 1 Min 30 Sek.) doch nur jemanden zeigt, der ein seltsames Hobby hat und viele Redebeiträge (mehr noch als im Film selbst, Dauer 6 Minute) sehr aus dem Zusammenhang gerissen sind.

    Nachwort:

    Und was kam dann - einige von Euch haben es ja live verfolgt und fleißig mitkommentiert, dafür noch mal danke: Ein regelrechter ShitStorm. Dass man sich Kritik aussetzt, wenn man sich in die Öffentlichkeit begibt, war mir klar und war mir auch bewusst, als ich mich bereit erklärt habe, den Beitrag zu machen. Was aber dann abging und vielleicht auch noch kommt, hat aber mit Kritik wenig zu tun. Auch wenn das geschriebene Wort weniger Möglichkeiten als das gesprochen Wort hat, um Subkontext rüber zubringen, war die Tonalität einiger Beiträge sehr eindeutig. Persönlich und beleidigend, teilweise sogar drohend. Die Inhalte des Films wurden Nebensache.
    Aktuell wurde der Beitrag ca. 1,2 Mio mal angeschaut und es gab ca. 2000 Kommentar - viele davon wurden glücklicherweise gelöscht.
    Bei YOUTUBE ist der Beitrag auch verfügbar - einfach Kochen Mittelalter eingeben.

    Ich liebe das Rezept und danke für die Inspiration: Kommt auf die Liste für die Weibsbilder. Sollte ich mal wieder kochen.
    Eine Frage habe ich und es soll keine Korinthenkernkackerei sein, sondern eine Nachfrage zu meinem Verständnis:
    Das hinzufügen der (angebratenen) Zwiebel?
    Ich habe es schon öfter gelesen bzw. gehört. Woher stammt das? Weiß wer was?

    Claudia Zimmermann ich hab irgendwo gelesen, dass es wohl auch Nockerl sein könnten, wegen der Größe und der Form. 🤷‍♂️


    Die Fresken sind aus dem 13. Jahrhundert also vor dem Buch von der guten Speise. Schwierig ...
    Der Begriff Knödel oder Nockerl ist immer ein Ersatz für geformte oder abgestochene Mehlspeise oder auch Käse, Fleisch, Fisch ....
    Speisen in Kugelform gab es, was dort abgebildet ist, ist doch sehr spekulativ.
    Ich glaube, dass niemand der sich mit historischer Küche beschäftigt, sich auf ein Gericht festlegen würde. Auch weil sie das ganze mit einem Forlegemesser aus der Pfanne nimmt.
    Denn es könnte auch ein Gnocci sein, denn der Begriff Nocken ist verwand mit der italienischen Gnocci.
    Gnocci aus Frischkäse Mehl und Ei gibt es bereits im 14. Jahrhundert, also warum sollte das Tiroler Fresko aufgrund der Nähe zu Italien nicht die GnocciEsserin heißen =).

    Der böhmische Knödel ist aus Hefeteig. Bei mir in der Familie (schon die Uroma - aus Überlieferungen und auch im Kochbuch meiner Oma beschrieben) wird dieser nicht in der Serviette (wie oft angenommen) gekocht, sondern schwimmend in Wasser. Beim böhmischen Knödel kommt dann auch noch die Größe und das schneiden mit dem Faden hinzu, weil die sonst zusammenfallen.

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    Dann ist da noch der Serviettenknödel. Auch hier kenne ich vorm dem späten 18. Jahrhundert nix. Jacob Blume in Das Buch von guter Spise (über die Qualität des Buches brauchen wir an dieser Stelle nicht reden) beschreibt in seinem Rezept Eierteigstäbchen einen Serviettenkloß, der in Fingerdicke streifen geschnitten und anschließend gebraten wird. Das Rezept stammt angeblich aus dem Allemanischen Büchlein von der guten Spise. Diese Quelle ist aber FALSCH. Ein Rezept das diesem ähnelt, gibt es dort nicht. Quellenfehler - nur einer von mehreren.

    Hinweis an die Admins Vielleicht kann man die Diskussion in die Küche verschieden
    und ein Bitte in eigener Sache: Mein Blog wird seit mehr als 3 Jahren nicht mehr gepfegt und wird demnächst abgeschaltet. Daher bitte nur noch auf die Website verlinken.
    Brotmus: https://www.timmermansche.de/brotgem%C3%BCs

    Die Brotgröße variiert stark von Ort und Zeit.
    In Nürnberg wiegt das Hellerbrot Mitte des 15. Jahrhundert ca. 250 Gramm - das ist schon sehr klein und kann schon mal mit einem Brötchen verwechselt werden
    Das auf Abbildungen am häufigsten zu sehende Brötchen ist der Spitzweck.
    Ich habe eine kleine Sammlung von Broten, Brötchen und Brezeln bei Pinterest.
    https://de.pinterest.com/detimmermansch…-b%C3%A4ckerei/

    Für Kaisersemmeln speziell kenne ich eine Abbildung aus dem 14. Jh.
    Maastricht Hours, Netherlands, Stowe MS 17 ( über die British Library zu finden), f.67r

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    Zum Böhmischen Knödel oder Serviettenknödel muss ich noch mal recherchieren - dazu melde ich mich.

    Beim Fresco der Knödelesserin. Dabei handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um Krapfen oder Fleischbällchen. Es ist eine Pfanne zu sehen und kein Kochtopf. Knödel müssen siedend in viel Wasser gekocht werden. Hier ist wohl der KnödelWunsch Vater der Idee.