Beiträge von Christa

    Moin,

    die Kochstelle ist nach dem Fund vor Ort gebaut. Also als Grube mit lehmverkleideten Holzrand, Ist echt gewöhnungsbedürftig und heutzutage nicht mehr nachvollziehbar, wie man auf so eine Idee kam^^

    Wie wird der Fund denn datiert? (Sorry, kenne Nienover nur dem Namen nach.)

    Und: wie ist denn die Beschreibung? Weiß man mit Sicherheit, dass es eine Kochstelle war? Große Strukturen können nämlich zb auch für Färber- oder Braukessel genutzt worden sein.

    Die Schatzkammer des KHM in Wien ist für jeden MA-Fan genau das: eine Schatzkammer. https://www.kaiserliche-schatzkammer.at/

    Die Sammlung ist gewaltig und beherbergt absolut ikonische Stücke wie den Krönungsmantel (vor dem ich auch schon halb auf dem Bauch gelegen habe um die Stickereien zu fotographieren) oder die Reichsinsignien.

    Tatsächlich gibt es im Moment ein Forschungsprojekt zur Reichskrone, weil die gerade restauriert werden soll.

    https://www.projekt-reichskrone.at/

    Ebenso absolut sehenwert die Hofjagd- und Rüstkammer des Museums.

    https://www.khm.at/besuchen/samml…nd-ruestkammer/

    Das Museum liegt mitten in der Stadt und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln problemlos erreichbar.

    Die Sammlungen können alle mit dem selben Ticket besucht werden. (Jedenfalls als ich das letzte Mal da war.)

    Historisch korrekt und ohne Feuer auf dem Boden? Das wird schwierig.

    An sich kommt man dann in einem Lager an einer Kompromisslösung nicht vorbei.

    Je nach Zeitstellung geht entweder die erwähnte Kochkiste um einen aufgemauerten Herd zu simulieren (ab dem 13. Jhd) oder eben ein Feuer am Boden oder in Bodennähe. Wenn man auf dem Boden selbst keines machen darf, dann würde ich eine flache Feuerschale vorschlagen - nichts gewölbtes sondern gerade und dann eben dort das Feuer auf dem Boden nachahmen.

    Das nenn ich mal Diversität.

    Ich weiß Grad nicht so recht was ich dazu noch halbwegs gescheites schreiben könnte, außer dir weiterhin viel Spaß am und im Hobby auch hier mit und bei uns zu wünschen.

    Ach ja und natürlich Moin, Hallo und herzlich Willkommen.

    Vielen Dank :smiling_face: Und jemandem viel Spaß zu wünschen ist doch sehr gescheit, finde ich :smiling_face:

    Für Das Buoch von guoter Spise gibt es, meines Wissens nach, nur eine, wissenschaftlich verlässliche Übersetzung. Und zwar die folgende:

    Weiss Adamson, Melitta (Übers.) „Daz buoch von guoter spise – The Book of Good Food„, Medium Aevum Quotidianum, Sonderband IX, Krems 2000

    Leider ist das Buch zur Zeit nirgends erhältlich. Aber das wäre zb. ein Fall für die Fernleihe.

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    Ich verwende Keramikwirtel nach Fund aus dem 12. (die beiden hellen auf dem Bild) Ich habe sie vor vielen Jahren bei Katrin Kania gekauft. Dazu zwei schwerere, zeitlich deutlich älter anzusiedelnde.

    Ich mag die kleinen, leichteren aber lieber.

    Außerdem verwende ich einen langen Rocken, den ich am Liebsten zwischen den Knien halte (das geht gerade mit langen Kleidern ganz wunderbar).

    (Auf dem Bild ist der Rocken mit kardierter Wolle bestückt - das ist natürlich nicht korrekt, weil Karden sich für das 12. nicht belegen lassen, Bei Veranstaltungen verwende ich selbst gekämmte Wolle vom Zackelschaf.)

    An dieser Stelle möchte ich sehr, SEHR deutlich von Fahrenkamps Machwerk abraten.

    Ja, ich weiß, das Buch ist schon ewig im Umlauf, das macht es aber leider nicht besser. Es ist voller Fehler, längst überholter Klischees und Ungenauigkeiten.

    Ich kenne Brotrezepte ausschließlich aus dem arabisch/persischen Raum. Mir wäre da aus Europa gar nichts bekannt, schon gar keine Roggenbrote.

    Aber falls es interessiert, hier ist das Rezept, das ich verwende:

    Das Brotbacken hat mir mein Schwiegervater beigebracht, der gelernter Bäcker ist.

    Ca-Mengen für 2 x 900 – 1000 g Brote:

    750 ml Wasser

    23 g Salz (man sagt: je 1000 ml Wasser, 30 g Salz)

    1000 – 1300 g Mehl (Mehl verhält sich immer ein bisschen anders – die Menge richtet sich nach der Konsistenz nicht nach der Waage!)

    Eine Handvoll Sauerteig (ich lagere meinen Sauerteig in Form von festen, also stark mehlhaltigen Kugeln im Kühlschrank - siehe Beschreibung unten)

    Man kann reines Roggenmehl verwenden – dann wird das Brot aber sehr schwer.

    Ich verwende meistens eine Mischung aus 3/4 Roggen, 1/4 Dinkelmehl oder 1/2 Roggen und 1/2 Dinkelmehl.

    Am Abend vor dem Backen – Vorteig ansetzen:

    1. In einer großen Schüssel Sauerteig in 250 ml lauwarmem Wasser auflösen

    2. Soviel Roggenmehl dazugeben, dass sich die Mischung anfühlt wie sehr weicher Schlamm.

    3. Mit einem Tuch zudecken, bei Zimmertemperatur über Nacht stehen lassen – nach 12 Std sollte der Vorteig gut aufgegangen sein, Blasen werfen und angenehm nach Hefe duften.

    Am nächsten Morgen:

    1. Vom Vorteig ca. 1 Handvoll Sauerteig wegnehmen und in eine kleine Schüssel geben – das ist der Sauerteig fürs nächste Mal backen!

    Diese Handvoll mit viel Roggenmehl zu einem sehr festen, trockenen Teigklumpen kneten, kühl aufheben – hält mehrere Wochen lang problemlos.

    Man kann den Sauerteig auch trocknen oder (moderner) einfrieren. Bei beiden Aufbewahrungsmethoden sollte man aber für das ‚Aufwachen‘ des Sauerteigs mehr Zeit einrechnen (ca. 24 statt 12 Stunden für den Vorteig)

    2. Das restliche Wasser (ca. 500 ml, lauwarm) + Salz zum Vorteig geben. Gut mischen.

    3. Jetzt langsam Mehl dazugeben, bis die Konsistenz stimmt. Der Teig muss sich gut anfühlen, darf nicht zu weich aber auch nicht zu fest sein. ACHTUNG: Roggenteig bleibt klebrig – nicht dazu

    verführen lassen, deswegen immer mehr Mehl dazu zu geben!

    4. Den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und mit der Hand 10 Min kneten. Dabei kann man -wenn nötig – noch weiteres Mehl dazu geben.

    5. Den Teig in die Schüssel zurück geben, zudecken, warm stellen, ca. 2 Std gehen lassen (oder so lang, bis sich das Volumen verdoppelt hat)

    6. Den Teig zusammenschlagen, in zwei Hälften teilen, zu Laiben formen. In zwei Gärkörbe oder alternativ in Schüsseln mit gut bemehlten Tüchern setzen.

    Wie oben gehen lassen.

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    7. Rohr auf 230 Grad vorheizen

    8. Die Brote vorsichtig auf ein Blech stürzen. (Wenn man möchte, kann man die Kruste einschneiden.)

    9. Bei 230 Grad ca. 10 – 15 min backen

    10. Temperatur auf 180 Grad zurück drehen, weitere ca. 40 min backen. Das Brot muss sich hohl anhören, wenn man auf den Boden klopft.

    11. Gründlich auskühlen lassen.

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    Ich habe dazu mal vor einiger Zeit recherchiert.

    Tee (im Sinn von Pflanzen aufgegossen mit heißem Wasser) gibt es im Mittelalter tatsächlich nur als medizinische Anwendung. Als Genussmittel bzw. "normales" Getränk ist er nicht belegbar.

    Selbst im medizinischen Zusammenhang bin ich deutlich häufiger auf Wein als auf Wasser als "Trägerflüssigkeit" gestoßen. Das hängt damit zusammen, dass Wein als bekömmlicher gilt. Nicht, weil Wasser nicht genießbar gewesen wäre sondern weil Wein mehr medizinische Eigenschaft hat als Wasser und sich daher zu diesem Zweck besser eignet.

    Ansonsten finden sich als Getränk hauptsächlich: Wasser, Wein, Bier, Fruchtsaft, Most, Milch und Milchlprodukte (zb Molke)

    Zu Hildegard: Sie empfiehlt als "normales" Getränk - je nach Jahreszeit und gesundheitlichem Zustand - Wasser, Wein oder Bier.

    Funfact: in der arabischen Kulinarik gibt es Zitronenlimonade (zb. im "Anonymous Andalusian Cookbook" 13. Jhd). Dabei wird ein Sirup aus Zucker, etwas Wasser und Zitrone hergestellt und je nach Bedarf mit Wasser aufgegossen.

    Hallo allerseits,

    wie man sieht, ist mein Name Christa Schwab.

    "Meine" Zeit ist das Ende des 12. Jahrhunderts.

    Ich bin Mitglied der IG Wolf und gehöre damit zur musealen bzw. Living-History-Seite des Hobbys.

    Ich interessiere mich für die Stickereien meiner Zeit und spinne mit Rocken und historischer Spindel.

    Meine Hauptthema ist aber mittelalterliche Küche und Ernährung. Hier bin ich nicht auf das 12. Jhd beschränkt, sondern interessiere mich für alles, was mit dem Thema zu tun hat.
    Zur Zeit liegt mein Fokus auf den Einflüssen und Übergängen der Kulinarik entlang der Seidenstraße und auf der jüdischen Küche der Zeit.