Erfahrungsbericht- Oberurseler Reenactmenttage

  • Am Samstag, den 08. März 2025 besuchten Ask&Embla , Egilmar und ich den erstmals von Ursellis Historical Reenactment Fighting organisierten Reenactmenttag in Oberursel im Taunus.

    Die Veranstaltung war um verschiedene Themenschwerpunkte herum aufgebaut und sollte in den Vorträgen sowohl Living History Darsteller als auch Anfänger ansprechen. Was natürlich in sich einen Spagat bedeutet. Der Fokus für die Darstellungszeit lag auf dem europäischen nordischen Frühmittelalter.

    Der erste für alle Teilnehmer zugängliche Vortrag wurde von Adam Nawrot gehalten, der sehr anschaulich und kurzweilig über das, zumindest meiner Ansicht nach, oft vernachlässigte Thema der Quellenkritik referierte.

    Im Anschluss nach einer kurzen Pause teilte sich die Vortragsreihe in zwei zeitgleiche Vorträge. Für mich ging es in den über die Merowingerzeit von Johannes Guilleaume, der leider unter dem vom Veranstalter vorgegebenen Zeitlimit litt. Es waren einfach zu viele Informationen die aus Zeitnot nur kurz angerissen werden konnten.

    Zu den danach folgenden Vorträgen kann ich nichts sagen, da ich im Anschluß weitere Gespräche mit dem Referenten des Merowinger Vortrages führte.

    Das Fazit für mich war durchwachsen. Einerseits eine gute Idee eine Vortragsreihe zum Hobby auf die Beine zu stellen, andererseits etwas zu ambitioniert in einem zu engen Zeitrahmen. 90 Minuten Vortrag sind für Thema plus Diskussionen viel zu kurz.

    Den Veranstaltern anzurechnen ist, dass sie sofort nach den Eindrücken fragten, was gut und was weniger gut gefallen hat.

    Meiner Ansicht nach kann es mit weniger Zeitdruck und gut besetzter Auswahl der Referenten gelingen eine höchst interessante Veranstaltungsreihe zu etablieren.

  • Von Adams Vortrag war ich angenehm positiv überrascht. Ich hatte Spaß an seinen Anekdoten und habe dabei auch verschiedene Dinge erfahren, die ich nicht (immer) im Focus habe.

    Anschließend durfte ich mir den Vortrag zur einer Rus Darstellung anhören. Dieser war zwar anregend, aber irgendwie etwas unstrukturiert und oberflächlich. Meine Erkenntnis daraus: Willst du eine gut recherchiert Ruß Darstellung machen, beschäftig dich mit Byzanz und lern Russisch. Sonst geht einem bei ein wenig Nachfrage schnell die Quellenlage aus.

    In Struktur und Ausführung um längen angenehmer war der Vortrag von Mark Knorr zum Thema einer Birka Darstellung. Es erging mir wie Thoralf Hiltjuson bei den Merowingern. Die Zeit wurde zwar gestreckt aber ich bin mir sicher, es wäre noch mehr zu erzählen gewesen.

    Grundsätzlich war es, denke ich eine gelungene Erstveranstaltung. Auch die Terminierung passt für mich als Auftakt für die Saison. Der Begriff "Reenactmenttage" lässt darauf hoffen, dass die Fortsetzung evtl. über zwei Tage geht und man dann die Möglichkeit hat, entweder mehrere Vorträge wahrzunehmen oder krasser ins Detail zu gehen.

    Insgesamt waren die Räumlichkeite für die Vorträge gut. Für den Kontakt unter den Besuchern fehlte m.E. etwas das gemütliche Ambiente.

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