Beiträge von KnechtBuntspecht

    In den nächsten Tagen sollten zwei Rugger von ihm bei mir eintreffen. Ein stumpfer mit langem Griff zum Fechten und ein scharfer mit Scheide für die Sammlung.

    Die beiden Rugger/Wehren sind inzwischen eingetroffen. Oben das scharfe Stück und unten der Rugger zum Fechten, mit etwas längerem Griff und stumpfer Klinge. Bin zufrieden. 👍


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    (Bildquelle: eigenes Foto)

    Sehen toll aus! Welche Griffhölzer hast du dir ausgesucht ?

    Ist die Spitze von dem scharfen Rugger eigentlich verdickt ?

    Sieht stark aus der Spieß 💪😆

    Immer toll wenn Kinder sich für etwas begeistern!

    Sehr interessantes Design!

    Sind das noch Kriegswaffen oder reine Duellwaffen gewesen ?

    Ich vermute mal nur geharnischt ?


    Ja der Begriff Rugger wird wohl nur heute mit diesem speziellen Klingenprofil assoziiert.

    Aber hilft halt diese Waffen voneinander abzugrenzen.

    Mit den Waffen von Adam macht man meiner Meinung nach nichts verkehrt.

    Die sind typologisch einwandfrei und sehr ordentlich gefertigt.

    Und schön sind se.


    Ich hoffe zum neuen Schwert kommt dann noch ein ausführlicher Bericht 😜


    Der Begriff Rugger kommt definitiv aus der Schweiz. Er setzt sich für diese Untergruppe der Bauernwehren/ Langen Messer zunehmend durch.

    Dahe nutze ich ihn, weil man diese Waffen damit gut von herkömmlichen Bauernwehren abgrenzen kann.

    Bei uns wurden diese Waffen wahrscheinlich "nagelmess" genannt.

    Einen abschließenden Beweis konnte ich hierfür bisher leider nicht erbringen.


    Und danke für den Ausschnitt des Buches, sehr interessant!

    Zwei sehr schöne Stücke! Ist der Schmied der beiden Blankwaffen zufällig Adam Bodorics?

    Fände es cool, wenn ihr mal eure (...) Lieblingswaffen zeigen würdet.

    Hab gerade eine Pause und überlege was ich zu diesem post beitragen könnte... welche Waffe ist meine Lieblingswaffe? Ich kann es gerade echt nicht sagen. 🤷‍♂️

    Typologisch lässt sie sich vllt besser als Rugger bezeichnen, da hier die Waffeneigenschaften m.E stärker ausgeprägt sind, als bei denen die als Arbeitsmesser konzipiert wurden.

    Beziehst du bei deiner Definition eines Ruggers das "mehr" an Waffeneigenschaft auf die Klingenform?


    Danke für die Blumen!

    Genau, beide Waffen wurden von Adam gefertigt. Der Rugger ist eine abgewandelte Variante seiner Standard-Rugger und den Nierendolch(-messer eigtl.) hab ich nach einem Fund speziell in Auftrag gegeben.


    Ich persönlich, stehe schon ziemlich auf deine Bohrschwerter oder den ganz frühen Katzbalger :winking_face:


    Ja richtig, meiner Meinung nach handelt es sich bei den Ruggern um reine Waffen /evtl. noch Jagdwaffen.

    Die vergleichsweise schmale Klinge in Verbindung mit der recht ordentlichen Klingenstärke (dürfte im Schnitt bei 8mm liegen) hat für mich alle Kriterien einer Stichwaffe (Spitzen sind teilweise sogar verstärkt) die auch noch zum Hieb geeignet ist. Stichwort "Vogelkopf"-Knaufkappen.

    Fraglich bleibt, ob der Knauf tatsächlich ein-aus-der-Hand-rutschen beim Hieb verhindern sollte oder doch eher das Herausziehen der Klinge aus Wild etc. erleichtern (abrutschen vom Griff durch Blut, Schlamm etc.)

    Die Klinge eines Arbeitsmessers wäre meist erheblich kürzer oder zumindest schmaler im Klingenrücken um eine gewisse Schneidfreudigkeit zu gewährleisten.

    Ich denke, dass diese Waffen eine Art Kompromiss aus Kurzschwert und Bajonett darstellen und daher besonders gerne gegen Gerüstete zum Einsatz kamen.

    Weiter glaube ich, dass der Nagel nur das Abrutschen der Hand in die Klinge verhindern sollte.

    Als echtes Parierelement ist er doch deutlich zu klein und die Bewegungen im Kampf zu dynamisch, sodass der Winkel der nötig wäre um damit eine Klinge verletzungsfrei abzufangen, nur selten gegeben wäre.

    Ähnlich wie beim Schwert, sollte man m E. beim Verwendungszweck ein Auge auf den Klingentyp werfen und sich nicht vom Nagel irritieren lassen und diese Waffen alle in eine Kategorie packen.

    Fände es cool, wenn ihr mal eure Waffen oder zumindest eure Lieblingswaffen zeigen würdet.

    Ich mach direkt mal den Anfang.


    Einschneidiger Nierendolch nach Fund.

    Die Stahlplatte am Übergang zur Klinge habe ich hinzufügen lassen, die war beim Fund nicht dabei.

    Klingenlänge beträgt 42 cm.

    Aufgrund der Rechtslage habe ich ihn als Schaukampfvariante anfertigen lassen.

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    (Quelle : Mirko Mecke )

    Weiter besitze ich eine Bauernwehr.

    Diese ist nicht nach einem speziellen Fund gebaut worden, kommt aber in solcher und sehr ähnlicher Form bei mir in Westfalen und den angrenzenden Niederlanden vor.

    Grundsätzlich aber im ganzen HRR.

    Typologisch lässt sie sich vllt besser als Rugger bezeichnen, da hier die Waffeneigenschaften m.E stärker ausgeprägt sind, als bei denen die als Arbeitsmesser konzipiert wurden.

    Klingenlänge: 40 cm

    Ebenfalls als Schaukampfvariante.

    Fechten oder dergleichen werde ich mit beiden Waffen übrigens nicht.

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    (Quelle : eigenes Bild)

    Als Tagesgast hatte ich natürlich noch keine Probleme, aber lässt sich sowas nicht einfach verhindern ?

    Früher (was nicht das Mittelalter meint, sondern eher so zu Omas Zeiten) hat man solche Dinge auch teils mit Leinöl(firnis) angestrichen. Dann kleben sie allerdings. Besser sind da natürlich brünierte Teile mit eingebranntem Leinöl. :grinning_face_with_smiling_eyes: Ein anderer Trick aus dem Museumsbereich ist das Einreiben mit Antikwachs (stammt eigentlich aus der Möbelrestaurierung). Aber das sind alles keine Lösungen für Dinge, die man häufig benutzt. Da hilft nur regelmäßiges Ölen. Rostflecken kommen auch oft von Fingern.

    Handschweiß ist bei mir Gott sei Dank praktisch nicht vorhanden und der der nicht spürbar ist, scheint auch nicht aggressiv zu sein.

    Da ich aber die Dinge nicht so gern dem Zufall überlasse, halte ich die Waffe immer trocken und nach Benutzung (selbst wenn sie nur in der Scheide steckte) wird nachgeölt.

    Aber auch meine Outdoor Messer, die ich weitaus weniger pflege setzen maximal Patina an. Rost hatte ich bisher auch noch nicht.

    Da ich immer nur Tagesgast bin...mal so ne allgemeine Frage.

    Wieso rosten die Waffen überhaupt?

    Reicht es nicht, die vor einer Veranstaltung mit Ballistol einzureiben?

    Nach Gebrauch trocken zu wischen und erneut einzureiben ?

    Als Tagesgast hatte ich natürlich noch keine Probleme, aber lässt sich sowas nicht einfach verhindern ?

    Wirklich schönes Stück !

    Und Adam ist wirklich sehr umgänglich, unkompliziert und interessiert.


    Die Stichfähigkeit ergibt sich aus der vergleichsweise geringen Klingenstärke im Ortbereich.

    Die abgerundete Spitze erlaubt meiner Meinung nach eine verheerende Wirkung auch dann, wenn der Nutzer sich etwas mit der Distanz zum Gegner verschätzt.

    Grundsätzlich ist bei einer schneidenden Bewegung durch die gerundete Spitz mehr "Schneide" involviert.


    Möglicherweise wird damit auch ein Verkanten und/oder Feststecken zwischen und am Knochen verhindert.


    Das Essbesteck an der Scheide, lässt zumindest den Schluss zu, dass die Waffen immer mitgeführt wurden.


    Ja genau um die Gerichtshand wäre es mir auch gegangen, eben genau wegen einer Bütteldarstellung.

    "barocke Türklinge" ist schon echt gut :grinning_squinting_face:

    Werden die Messer die Ullmann behandelt hat auch veröffentlicht ?

    Das Annen-Museum in Lübeck muss da einiges haben.