Irgendein Burgführer ohne tatsächliche Quelle würde ich höchstens als Indiz werten.
Die Dinge mögen manchesmal noch so plausibel erscheinen und sind dennoch völlig falsch.
Ganz allgemein sind auch einige Studien im Umlauf die zwar grundsätzlich mit Quellen arbeiten, diese aber meiner Meinung nach weitestgehend falsch interpretieren.
Auch was gewisse Youtuber auch aus dem angelsächsische Bereich angeht, hab ich so manchen Zweifel an ihrer Interpretation.
Das beste Beispiel sind bspw. Bauernwehren.
Neuerdings wird gerne behauptet, diese seien erst weit nach den Langen Messern "erfunden" worden. Aufgrund ihrer Darstellung in der Kunst.
Dass das bürgerliche Leben überhaupt erst spät in der Kunst thematisch behandelt wird, wird dabei völlig außer Acht gelassen.
Wohl wissend, dass diese Waffen typisch bürglich sind.
Weiter wird oft behauptet die Verbreitung dieser Waffe beschränke sich überwiegend auf den Mitteldeutschen/ Süddeutschen Raum.
Man macht das dann an den zahlreichen Funden dort aus.
Dass sich im Westen und Norden Deutschland Eisen nur sehr schlecht im Boden erhält, wird überhaupt nicht thematisiert (Ausnahme FrühMi Gräber, was wohl an der Tiefe liegen wird).
Die allermeisten Funde von Waffen und anderen Eisenteilen stammen hier aus dem Wasser.
Ein Grund warum spätmittelalterliche Eisenfunde in den Niederlanden viel häufiger sind als bei uns in Westdeutschland.
Die haben einfach viel mehr Wasserfläche die auch noch fest in den Alltag integriert war.
Ganz generell handelt es sich bei Bauernwehren gar nicht um deutsche sondern um zentral und osteuropäische Waffen.