Beiträge von KnechtBuntspecht

    Schöne Waffe

    Ist die Klinge so massiv, wie sie aussieht?

    Wirkt insgesamt sehr wuchtig.

    Die Klinge wirkt auf dem Foto ziemlich lang, ist sie jedoch nicht. Die Abmessungen und das Gewicht hab ich ja im obrigen Beitrag genannt. Die Spatha wiegt 900g, was sehr leicht ist, wie ich finde.

    Ich hab noch das ein oder andere Stück aus dem 7. Jhd., 9. Jhd. und 10. Jhd. mit ähnlichen Abmessungen im Bestand und die sind deutlich schwerer.

    "Massiv" meinte ich tatsächlich eher bezüglich der Klingenstärke.

    Zumindest auf dem Foto wirkt der Winkel den die Schneiden haben, sehr groß, was auf eine vergleichsweise dicke Klinge schließen lässt.

    Kann aber auch einfach nur die Perspektive sein.

    Ein jedes Werkzeug und auch Waffen haben eine Entwicklung. Sicherlich gibt es sehr vieles davon das nirgends im Fundgut auftaucht oder umgedreht es taucht vielleicht auf und wird fehlgedeutet. Aber etwas eigenes entwerfen ? Ich finde das nicht gut. Nun weiß ich nicht was Du machst und ob Du damit vor Publikum gehst dann gehen die Leute mit falschen Bildern nach Hause. Es werden schon so viele Sachen schlecht gemacht weil die Dinge von anderen Vorbildern die es auch schon nicht gut gemacht haben kopiert werden und meist läuft das dann unter "die waren ja auch nicht blöd damals".

    Geht es in diesem Hobby nicht darum der Vergangenheit nachzuspüren ? Das klappt nur wenn man nahe an dem bleibt das es gegeben hat.

    Genau davon rede ich ja.

    Es geht mir hier nicht um Fantasy.

    Es geht mir um die Anwendung zeitgenössischer Stilmittel, aber nach eigener Vorstellung, welche aber in der Konsequenz zeitgenössischer Logik entspricht.

    Am Ende muss es plausibel sein.

    Im Augenblick ist das ja meinerseits auch nur ein Gedankenspiel.

    Bisher habe ich mich immer an Quellen/Funde gehalten.

    Zur Einordnung : ich gehe damit nicht vor Publikum. Ich lagere nichtmal, sondern bin stets als Tagesgast vor Ort

    Hallo zusammen,

    Ich entdecke bei meinen Recherchen immer wieder Gegenstände - meist Waffen- die man so nirgendwo auf Abbildungen findet.

    Oftmals sind Dinge dabei, die ich nirgends zuvor gesehen habe.

    Offenbar haben hier Handwerker oder Kunde oder ggfs. beide ihre künstlerische Freiheit einfließen lassen.

    Bisher habe ich mich bei Ausrüstungsgegenständen immer an Funde oder Abbildungen gehalten.

    Aber was wäre, wenn man sich Gegenstände nach eigenem Geschmack anfertigt oder anfertigen lässt ?

    Solange man die grundsätzliche Formsprache seiner Darstellungszeit und die beabsichtigte Funktion nicht ausser Acht lässt, dürfte das doch vielfach genau das gewesen sein, was die Menschen damals auch getan haben.


    Wie seht ihr das ? Habt ihr vllt sogar Ausrüstung in der Darstellung die eurer eigenen Feder entsprungen ist ?

    Pssst - ein Facebook-Vögelchen hat mir geflüstert dass unser lieber Thomas W. am morgigen Donnerstag, den 13.11., beim lieben Eike zur Eröffnung der Wachstuben-Wintersaison wieder mal aus dem Waffenkammer-Nähkästchen plaudern wird...

    Also ich schau mal rein bei Youtube, und Ihr? :winking_face:

    Da hab ich mich vermutlich missverständlich ausgedrückt. 👋😅 Ich bin morgen nicht zu Gast, aber laut internen Quellen soll es morgen wieder losgehen.

    Ich hab mich als Gast für ein/zwei Sendungen der kommen Staffel angeboten und sammle Themenvorschläge.

    Zivile Bewaffnung im städtischen Alltag

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.


    Hier mal eine sehr gute Karte über das Verbreitungsgebiet von Bauernwehren /Langen Messern.

    Da ich im Augenblick keinen passenden Thread dazu habe und die Karte alleine keinen Thread wert ist, poste ich das der Vollständigkeit/Zugänglichkeit wegen hier.

    Quelle: Petr Žákovský
    Tesáky a problematika jednosečných zbraní
    středověku a raného novověku S. 34

    Irgendein Burgführer ohne tatsächliche Quelle würde ich höchstens als Indiz werten.

    Die Dinge mögen manchesmal noch so plausibel erscheinen und sind dennoch völlig falsch.

    Ganz allgemein sind auch einige Studien im Umlauf die zwar grundsätzlich mit Quellen arbeiten, diese aber meiner Meinung nach weitestgehend falsch interpretieren.

    Auch was gewisse Youtuber auch aus dem angelsächsische Bereich angeht, hab ich so manchen Zweifel an ihrer Interpretation.

    Das beste Beispiel sind bspw. Bauernwehren.

    Neuerdings wird gerne behauptet, diese seien erst weit nach den Langen Messern "erfunden" worden. Aufgrund ihrer Darstellung in der Kunst.

    Dass das bürgerliche Leben überhaupt erst spät in der Kunst thematisch behandelt wird, wird dabei völlig außer Acht gelassen.

    Wohl wissend, dass diese Waffen typisch bürglich sind.


    Weiter wird oft behauptet die Verbreitung dieser Waffe beschränke sich überwiegend auf den Mitteldeutschen/ Süddeutschen Raum.

    Man macht das dann an den zahlreichen Funden dort aus.

    Dass sich im Westen und Norden Deutschland Eisen nur sehr schlecht im Boden erhält, wird überhaupt nicht thematisiert (Ausnahme FrühMi Gräber, was wohl an der Tiefe liegen wird).

    Die allermeisten Funde von Waffen und anderen Eisenteilen stammen hier aus dem Wasser.

    Ein Grund warum spätmittelalterliche Eisenfunde in den Niederlanden viel häufiger sind als bei uns in Westdeutschland.

    Die haben einfach viel mehr Wasserfläche die auch noch fest in den Alltag integriert war.


    Ganz generell handelt es sich bei Bauernwehren gar nicht um deutsche sondern um zentral und osteuropäische Waffen.

    Denen fehlt halt leider etwas der Charme.

    Die Soester Bleihämmer? Die finde ich so ober-cool, dass ich schon lange überlege, einen zu rekonstruieren, auch wenn das so gar nicht meine Zeit und Darstellung ist. Die Dinger sind doch klasse!

    Originale kannte ich jz nur aus Neuss.

    Aber ich meinte in der Wehrverfassung zu Soest von "beschlagenen Keulen" gelesen zu haben.

    Auch wurfaxt (worpbarden) und nagelmess (Bauernwehr ? ) kommen für fusssoldaten dort in Betracht.

    Ich meine, dass sie in der Wehrverfassung der Soester Fehde vorkamen.

    Denen fehlt halt leider etwas der Charme.

    Deswegen findet man sie in der Darstellung auch kaum.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Die abgebildete Keule (eigenes Foto) habe ich selbst angefertigt. Sie ist 58cm lang und besteht aus mit Leinöl behandeltem Buchenholz. Die Kugel am Ende ist tatsächlich so gewachsen - wahrscheinlich aufgrund der Beschädigung eines Triebes.

    Im Opfermoor Oberdorla (Thüringen) wurden ähnliche Keulen mit Kugelkopf gefunden. Es könnte sich dabei natürlich auch um Kultgeräte oder Werkzeuge handeln.

    Tatsächlich kämpften die Germanen während der Römischen Kaiserzeit auch mit Keulen. Abbildungen gibt es z.B. auf der Trajanssäule.

    Ich hab die Holzkeulen ehrlich gesagt immer als römische Propaganda abgetan.


    Irgendwie cool, weil Irgendwie originell.

    Mal was völlig anderes als die übliche Prunkspatha !